Von der Kinwords Redaktion
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Madenwürmer beim Kind: Was tun?

Kurz gesagt: Madenwürmer sind bei Kindern sehr häufig und haben nichts mit fehlender Sauberkeit zu tun. Typisch ist nächtlicher Juckreiz am Po. Der Kinderarzt bestätigt den Verdacht meist mit einem Klebestreifen-Test und verschreibt ein Wurmmittel, das nach etwa zwei Wochen wiederholt wird, oft für die ganze Familie. Parallel dazu unterbricht ein einfacher Hygiene-Plan den Kreislauf aus Kratzen und Wiederanstecken. In die Schule oder Kita darf dein Kind in der Regel weiter gehen.

Deine Tochter kommt um halb zwei an dein Bett, weil es „da hinten so doll juckt“. In der dritten Nacht hintereinander. Am Morgen entdeckst du auf dem Toilettenpapier einen winzigen, weißen Faden, der sich bewegt. Kurz ekelt es dich, dann kommt die Frage, die viele Eltern nachts ins Handy tippen: Madenwürmer beim Kind, was tun?

Wenn dein Kind Würmer hat, sind es fast immer Madenwürmer, die Ärzte auch Oxyuren nennen. Das ist lästig, aber gut behandelbar. Hier liest du, woran du die Würmer erkennst, wie Diagnose und Behandlung ablaufen, wie ihr eine neue Ansteckung verhindert und wie du mit deinem Kind darüber sprichst, ohne dass es sich schämt. Im Einzelfall entscheidet dein Kinderarzt.

Was Madenwürmer sind und warum so viele Kinder sie bekommen

Madenwürmer sind kleine, weiße Würmer, etwa so lang wie ein Fingernagel breit ist. Sie leben im Darm. Nachts kriechen die Weibchen zum After und legen dort ihre Eier ab. Das löst den typischen Juckreiz aus.

Kratzt sich dein Kind, landen die winzigen Eier unter den Fingernägeln und an den Händen. Von dort gelangen sie in den Mund, auf Spielzeug, Türklinken oder in die Bettwäsche. Wer die Eier schluckt, steckt sich an. So entsteht ein Kreislauf, der sich ohne Behandlung immer wieder selbst nährt.

Kita- und Grundschulkinder trifft es besonders oft. Sie spielen eng zusammen, fassen alles an und stecken die Finger in den Mund. Madenwürmer gehören zu den häufigsten Wurmerkrankungen bei Kindern in Mitteleuropa. Haustiere spielen dabei übrigens keine Rolle: Madenwürmer befallen nur Menschen, die Katze musst du also nicht mitbehandeln.

Kein Grund zur Scham

Viele Eltern schämen sich, wenn sie Würmer bei ihrem Kind finden. Sie denken, das passiere nur in Familien, in denen nicht ordentlich geputzt oder gewaschen wird. Das stimmt nicht. Madenwürmer kommen in jeder Art von Haushalt vor. Dein Kind hat sie sich mit großer Wahrscheinlichkeit beim ganz normalen Spielen mit anderen Kindern eingefangen.

Diese Gewissheit ist auch für dein Kind wichtig. Kinder spüren genau, ob du angewidert reagierst. Wer sich dann schämt, verschweigt den Juckreiz beim nächsten Mal lieber, und genau das verlängert das Problem.

Typische Anzeichen bei Madenwürmern

  • Juckreiz am Po, vor allem nachts: Das ist das häufigste Zeichen. Tagsüber ist oft wenig zu merken.
  • Unruhiger Schlaf: Dein Kind wacht auf, wälzt sich herum oder ist morgens müde und gereizt.
  • Sichtbare Würmer: Weiße, fadenförmige Würmer im Stuhl, am After oder in der Unterhose. Am ehesten siehst du sie abends oder früh am Morgen.
  • Gerötete, wunde Haut am After: Sie kommt vom vielen Kratzen.
  • Bei Mädchen: Juckreiz oder Rötung an der Scheide, weil die Würmer dorthin wandern können.

Manche Kinder haben gar keine Beschwerden. Fieber oder starke Bauchschmerzen passen dagegen nicht zum typischen Bild. Dann sollte der Kinderarzt nach einer anderen Ursache schauen.

Diagnose: Der Klebestreifen-Test

Hast du Würmer gesehen, reicht das dem Arzt oft schon. Ansonsten hilft ein einfacher Test, den du zuhause machst. Morgens direkt nach dem Aufwachen, noch vor dem Waschen und vor der Toilette, drückst du einen durchsichtigen Klebestreifen kurz auf die Haut rund um den After. Anschließend klebst du ihn so auf, wie die Praxis es dir sagt, meist auf einen Objektträger oder eine Klarsichtfolie. In der Praxis wird er unter dem Mikroskop auf Eier untersucht.

Ein einzelner Test kann unauffällig sein, obwohl dein Kind Würmer hat. Deshalb bitten manche Ärzte darum, ihn an mehreren Morgen zu wiederholen. Ruf am besten vorher in der Praxis an und frag, wie sie es handhaben.

Behandlung: Wurmmittel, meist für alle

Gegen Madenwürmer gibt es gut wirksame Wurmmittel, als Tabletten, Kautabletten oder Saft. Welches Präparat passt und in welcher Dosis, hängt unter anderem vom Alter und Gewicht deines Kindes ab. Das legt der Kinderarzt fest, manche Mittel bekommst du nach Beratung auch in der Apotheke.

Zwei Punkte sind bei fast jeder Behandlung gleich. Erstens wird die Einnahme meist nach etwa zwei Wochen wiederholt, weil die Mittel die Eier nicht zuverlässig erwischen. Lass diese zweite Runde nicht aus, auch wenn der Juckreiz längst weg ist. Zweitens raten viele Ärzte, alle Menschen im Haushalt gleichzeitig zu behandeln. Sonst wandern die Würmer zwischen Geschwistern und Eltern hin und her. Bist du schwanger oder stillst du, oder ist ein Geschwisterkind noch sehr klein, sprich das ausdrücklich an. Dafür gelten eigene Empfehlungen.

Hygiene-Plan gegen die Wiederansteckung

Das Mittel tötet die Würmer, die Hygiene verhindert den Nachschub. Rund um die Behandlung und bis nach der zweiten Einnahme lohnt sich diese Routine:

  • Hände waschen: gründlich mit Seife nach jedem Toilettengang, vor dem Essen und nach dem Aufstehen. Für alle in der Familie.
  • Nägel kurz halten: Unter langen Nägeln bleiben die Eier hängen. Eine Nagelbürste hilft. Wenn dein Kind an den Nägeln kaut, ist jetzt ein guter Moment, das sanft anzugehen.
  • Morgens duschen oder den Po waschen: So entfernst du die Eier, die nachts abgelegt wurden. Ein Waschlappen gehört danach direkt in die Wäsche.
  • Unterhose und Schlafanzug täglich wechseln, eine eng anliegende Unterhose in der Nacht macht das Kratzen direkt an der Haut schwerer.
  • Bettwäsche, Handtücher und Unterwäsche heiß waschen, am besten bei 60 Grad. Bettwäsche vorsichtig abziehen statt ausschütteln, damit keine Eier aufgewirbelt werden.
  • Eigene Handtücher für jedes Familienmitglied, solange die Behandlung läuft.

Zusätzlich hilft es, Toilettensitz, Türklinken und oft benutztes Spielzeug ab und zu feucht abzuwischen. Du musst aber nicht die ganze Wohnung desinfizieren. Normale Sauberkeit genügt.

Schule und Kita: Darf dein Kind hingehen?

In Deutschland stehen Madenwürmer nicht auf der Liste der Krankheiten nach Paragraf 34 des Infektionsschutzgesetzes, bei denen Kinder zuhause bleiben müssen. In der Regel darf dein Kind also weiter in Schule oder Kita. Manche Einrichtungen möchten trotzdem informiert werden, damit sie auf Händewaschen achten oder andere Eltern allgemein aufmerksam machen können. Frag kurz nach, was dort üblich ist. In Österreich und der Schweiz klärst du das ebenfalls direkt mit Kita oder Schule.

Ein Anruf könnte so klingen: „Bei uns hat sich herausgestellt, dass Lena Madenwürmer hat. Sie wird gerade behandelt. Muss ich etwas beachten, oder möchten Sie Bescheid geben, damit andere Eltern darauf achten?“ Der Name deines Kindes muss dabei nicht in Umlauf kommen. Wie unaufgeregt das gehen kann, kennst du vielleicht schon von Läusen, dazu mehr im Ratgeber Kind hat Kopfläuse: Was jetzt zu tun ist.

Mit deinem Kind darüber sprechen, ohne Ekel

Kinder nehmen Würmer meist gelassener als Erwachsene, solange du ruhig bleibst. Erklär es sachlich und so, wie es zum Alter passt.

Für Kita-Kinder reicht oft ein Satz: „In deinem Bauch wohnen kleine Würmchen, die machen, dass es am Po juckt. Wir nehmen eine Medizin, dann gehen sie weg.“

Grundschulkinder wollen meist mehr wissen. Du kannst sagen: „Das sind Madenwürmer. Die bekommen ganz viele Kinder, weil man beim Spielen die Eier mit den Händen in den Mund bekommt. Das ist nicht deine Schuld und auch nicht eklig. Deshalb waschen wir jetzt alle besonders oft die Hände.“

Ältere Kinder schämen sich eher und haben Angst, dass es in der Klasse herauskommt. Versprich ihnen, dass du es vertraulich behandelst, und erklär, dass Erwachsene das genauso bekommen können. Fragt dein Kind sehr direkt nach, wie die Würmer da hinkommen, beantworte das ehrlich und knapp. Tipps für solche Momente findest du im Ratgeber Kind stellt peinliche Fragen.

Wann du zum Kinderarzt solltest

Bei Verdacht auf Madenwürmer ist ein Besuch beim Kinderarzt immer sinnvoll, schon damit die Diagnose sicher ist und ihr das richtige Mittel bekommt. Melde dich außerdem zeitnah in der Praxis, wenn:

  • der Juckreiz nach der kompletten Behandlung wiederkommt oder nicht weggeht.
  • die Haut am After stark gerötet, nässend oder entzündet ist.
  • dein Kind über Bauchschmerzen, Fieber, Durchfall oder Gewichtsverlust klagt.
  • ein Mädchen Brennen beim Wasserlassen oder Ausfluss hat.
  • das betroffene Kind ein Baby oder Kleinkind ist, oder du schwanger bist.

Sofort Hilfe holen: Madenwürmer selbst sind kein Notfall. Hat dein Kind aber starke, anhaltende Bauchschmerzen, Fieber mit deutlich schlechtem Allgemeinzustand oder wirkt es auffällig schläfrig und matt, steckt vermutlich etwas anderes dahinter. Ruf dann den ärztlichen Bereitschaftsdienst an (Deutschland 116 117, Österreich 141) oder geh in die Notaufnahme. Im akuten Notfall wählst du in Deutschland die 112, in Österreich die 144, in der Schweiz die 144.

Ob dein Kind sich krank genug fühlt, um zuhause zu bleiben, hängt bei Madenwürmern meist vom Schlaf ab. Wenn es nach mehreren unruhigen Nächten völlig erschöpft ist, darf es auch mal einen Tag ausruhen. Mehr dazu im Ratgeber Kind ist krank: Wann darf es zuhause bleiben?.

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Häufige Fragen

Woran erkenne ich, dass mein Kind Madenwürmer hat?

Typisch ist starker Juckreiz am Po, vor allem abends und nachts. Viele Kinder schlafen unruhig, wachen auf oder kratzen sich im Schlaf. Manchmal siehst du kleine, weiße, fadenförmige Würmer im Stuhl, am After oder in der Unterhose. Bei Mädchen kann auch die Scheide jucken oder gerötet sein. Sicher klärt das der Kinderarzt, oft mit einem einfachen Klebestreifen-Test.

Hat mein Kind Würmer, weil wir nicht sauber genug sind?

Nein. Madenwürmer kommen in sehr vielen Familien vor, auch in sehr ordentlichen. Kinder stecken sich in Kita und Schule gegenseitig an, weil sie viel zusammen spielen und die Hände oft im Gesicht haben. Mit mangelnder Hygiene hat das nichts zu tun. Gute Hygiene hilft aber dabei, die Würmer nach der Behandlung nicht wieder einzuschleppen.

Wie funktioniert der Klebestreifen-Test?

Morgens direkt nach dem Aufwachen, noch vor dem Waschen und vor dem Toilettengang, drückst du einen durchsichtigen Klebestreifen kurz auf die Haut rund um den After. Dann klebst du ihn auf einen Objektträger oder ein sauberes Stück Klarsichtfolie und bringst ihn in die Praxis. Dort wird er unter dem Mikroskop auf Wurmeier untersucht. Frag am besten vorher in der Praxis, wie sie es genau haben möchten. Manchmal braucht es den Test an mehreren Morgen.

Muss die ganze Familie behandelt werden?

Oft ja. Weil sich Madenwürmer im Haushalt leicht verbreiten, empfehlen viele Kinderärzte, alle Familienmitglieder gleichzeitig zu behandeln, auch wenn sie keine Beschwerden haben. Ob das bei euch nötig ist und welches Mittel für wen passt, besprichst du mit dem Arzt. Für Schwangere, Stillende und sehr kleine Kinder gelten besondere Regeln.

Darf mein Kind mit Madenwürmern in die Schule oder Kita?

In Deutschland stehen Madenwürmer nicht auf der Liste der Krankheiten nach Paragraf 34 Infektionsschutzgesetz. Dein Kind darf deshalb in der Regel weiter in Schule oder Kita gehen. Manche Einrichtungen haben trotzdem eigene Regeln oder möchten Bescheid wissen. In Österreich und der Schweiz frag kurz in der Kita oder Schule nach, was dort gilt.

Warum muss die Behandlung nach etwa zwei Wochen wiederholt werden?

Die gängigen Wurmmittel wirken gegen die Würmer, aber nicht zuverlässig gegen die Eier. Aus Eiern, die noch im Darm oder auf der Haut sind, können neue Würmer schlüpfen. Deshalb wird die Einnahme meist nach etwa zwei Wochen wiederholt. Wie und wann genau, sagt dir der Arzt oder die Apotheke.

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