Von der Kinwords Redaktion

Weihnachtsmarkt mit Kindern: Tipps für entspannte Stunden

Weihnachtsmarkt mit Kindern: wann es am ruhigsten ist, wie viel Geld ihr einplant, welcher Treffpunkt im Notfall hilft und was für Große allein gilt.

Kinwords Redaktion 8 Min. Lesezeit

Kurz gesagt: Mit Kindern ist der Weihnachtsmarkt am schönsten unter der Woche am frühen Nachmittag, wenn es noch nicht voll ist. Macht vorher aus, wie viel Geld es gibt und wofür, zum Beispiel eine Karussellfahrt, einen Kinderpunsch und eine Kleinigkeit zum Naschen. Vereinbart einen festen Treffpunkt und gebt jüngeren Kindern deine Handynummer mit. Zieht euch wärmer an als gedacht und bleibt eher ein bis zwei Stunden als einen ganzen Abend. Große Kinder ab etwa 11 oder 12 Jahren können mit Freunden allein gehen, wenn Uhrzeit, Treffpunkt und Regeln klar sind.

Lichterketten, der Duft von gebrannten Mandeln, ein Karussell mit bemalten Pferden: Der Weihnachtsmarkt, in Österreich und Bayern oft Christkindlmarkt genannt, gehört für viele Familien zur Adventszeit dazu. In der Realität sieht der Besuch mit Kindern aber manchmal anders aus. Es ist voll, kalt und laut, an jeder Ecke gibt es etwas zu kaufen, und nach einer Stunde quengelt dein Kind, weil es noch eine Fahrt will. Mit ein paar Absprachen vorher wird aus dem Weihnachtsmarkt mit Kindern wieder das, was er sein soll: ein schöner gemeinsamer Nachmittag.

Die beste Zeit für den Weihnachtsmarkt mit Kindern

Der wichtigste Tipp ist die Uhrzeit. Am entspanntesten ist es von Montag bis Donnerstag am frühen Nachmittag, etwa zwischen 14 und 17 Uhr. Viele Märkte öffnen um 10 oder 11 Uhr, die großen Besucherströme kommen aber erst nach Feierabend. Wenn ihr direkt nach der Schule oder dem Hort geht, habt ihr Platz am Karussell, kurze Schlangen an den Ständen und erlebt trotzdem noch, wie es dunkel wird und die Lichter angehen.

Freitagabend, Samstag und die letzten Wochenenden vor Weihnachten sind auf großen Märkten in Städten wie Wien, München, Nürnberg, Köln oder Zürich oft so voll, dass man sich nur im Strom vorwärtsschieben kann. Für kleine Kinder auf Hüfthöhe der Erwachsenen ist das anstrengend und manchmal beängstigend. Wenn es nur am Wochenende geht, kommt früh am Tag oder wählt einen kleineren Markt im Stadtteil, im Dorf oder einen Adventsmarkt an einer Schule oder Kirche. Die sind oft ruhiger, günstiger und haben mehr Angebote zum Mitmachen.

Budget und Taschengeld vorher abmachen

Auf dem Weihnachtsmarkt ist alles darauf ausgelegt, dass Geld ausgegeben wird. Für Kinder heißt das: ständig neue Wünsche. Für dich heißt das: ständig neue Entscheidungen. Das lässt sich vermeiden, wenn ihr schon zuhause festlegt, was drin ist. Als grobe Orientierung, je nach Stadt und Markt:

  • Kinderpunsch oder heißer Kakao: etwa 3 bis 5 Euro, dazu oft 2 bis 5 Euro Pfand für den Becher
  • Karussell oder Kinderbahn: etwa 2 bis 4 Euro pro Fahrt
  • Crêpe, Waffel oder Langos: etwa 4 bis 7 Euro
  • Gebrannte Mandeln: etwa 4 bis 6 Euro für eine kleine Tüte
  • Kleines Spielzeug oder Deko: schnell 5 bis 15 Euro

In der Schweiz und auf bekannten Touristenmärkten liegen die Preise oft höher. Ein einfaches Modell für Familien: Jedes Kind darf sich zwei Dinge aussuchen, etwa eine Fahrt und etwas zu essen. Oder es bekommt einen festen Betrag, zum Beispiel 10 Euro, und entscheidet selbst. Kinder ab dem Schulalter lernen dabei viel über Geld, weil sie merken, dass eine zweite Karussellfahrt die gebrannten Mandeln kostet. Ob das Geld aus dem eigenen Taschengeld kommt oder ein Extra ist, solltest du vorher klar sagen. Das Pfand für den Becher bekommt dein Kind übrigens gern selbst zurück, das ist ein kleines Erfolgserlebnis.

Treffpunkt und Notfallplan, falls ihr euch verliert

Im Gedränge ist ein Kind schneller weg, als man denkt. Es bleibt an einem Stand mit Holzfiguren stehen, du gehst zwei Schritte weiter, und schon steht eine Gruppe Erwachsener dazwischen. Deshalb gehört ein kurzer Notfallplan zu jedem Weihnachtsmarktbesuch. Besprecht ihn am Eingang, nicht erst, wenn es passiert ist:

  • Fester Treffpunkt: etwas Großes, gut Sichtbares, zum Beispiel der Christbaum, das Karussell oder der Eingang. Geht gemeinsam einmal hin und schaut ihn euch an.
  • Stehen bleiben: Jüngere Kinder sollen dort stehen bleiben, wo sie dich verloren haben, oder zum Treffpunkt gehen. Nicht suchen, nicht weglaufen.
  • Handynummer: Kinder, die sie noch nicht sicher auswendig können, bekommen sie mit. Ein Zettel in der Jackentasche oder ein Armband mit Nummer reicht.
  • Wen fragen: Erkläre deinem Kind, dass es eine Verkäuferin oder einen Verkäufer an einem Stand, Sicherheitspersonal oder eine Mutter mit Kindern ansprechen darf.
  • Erkennbar sein: Eine auffällige Mütze hilft dir, dein Kind in der Menge zu entdecken. Mach am Eingang ein Foto von deinem Kind, dann weißt du im Ernstfall genau, was es anhat.

Wenn ihr euch trotzdem verliert, such zuerst ruhig die nähere Umgebung und den Treffpunkt ab. Sprich die Leute an den Ständen in der Nähe an und frag nach einem Infostand oder der Marktleitung. Findest du dein Kind nach einigen Minuten nicht, ruf die Polizei: 110 in Deutschland, 133 in Österreich, 117 in der Schweiz. Der Euronotruf 112 funktioniert in allen drei Ländern. Wie du einen solchen Plan mit deinem Kind übst, zeigt unser Ratgeber Kind im Urlaub verloren: Was tun? So macht ihr vorher einen Notfallplan.

Warm anziehen: Kälte macht Kinder schnell müde

Auf dem Weihnachtsmarkt steht man viel herum, und genau das macht kalt. Im Gehen merkt man die Kälte kaum, beim Warten an der Bude oder am Karussell kriecht sie langsam in die Füße. Kinder, denen kalt ist, werden unleidlich, ohne dass sie selbst sagen können, warum.

  • Zwiebelprinzip: lieber mehrere dünne Schichten als einen dicken Pulli, damit dein Kind im warmen Bus oder Geschäft etwas ausziehen kann
  • Warme, wasserdichte Winterschuhe und dicke Socken, denn kalte Füße beenden jeden Ausflug zuerst
  • Mütze, Schal oder Schlauchschal und Handschuhe, die nicht verloren gehen, etwa mit einer Schnur am Ärmel
  • Ein Taschenwärmer oder eine kleine Thermoskanne mit Tee für die Heimfahrt

Gedränge und Reizüberflutung

Lichter, Musik aus mehreren Buden gleichzeitig, Gerüche, Menschenmengen: Für manche Kinder ist ein Weihnachtsmarkt ein Fest, für andere schnell zu viel. Kinder, die empfindlich auf Lärm oder Gedränge reagieren, werden dann laut, weinerlich oder ziehen sich zurück. Das ist keine Undankbarkeit, sondern ein Zeichen, dass ihr Kopf voll ist.

Hilfreich ist, den Besuch kurz zu halten und einen ruhigen Ort einzuplanen, zum Beispiel eine Bank am Rand, eine Kirche in der Nähe oder ein Café. Kleinere Kinder sind in sehr vollen Bereichen auf deinen Schultern oder an der Hand besser aufgehoben als im Strom zwischen den Erwachsenen. Mit einem Kinderwagen kommt ihr auf großen Märkten am Abend oft kaum durch. Und wenn dein Kind sagt, dass es nach Hause will, ist das ein guter Moment, um zu gehen, solange die Stimmung noch gut ist. Lieber eine schöne Stunde als drei anstrengende.

Umgang mit Quengeln und Wünschen

Selbst mit abgesprochenem Budget kommen am Stand mit den Plüschtieren neue Wünsche. Das ist normal, denn Kinder in diesem Alter können Verlockungen noch schwer aushalten. Ein paar Ideen, die den Druck rausnehmen:

  • Merkliste statt Nein: Fotografiert den Wunsch oder schreibt ihn auf. Zuhause kann er auf den Wunschzettel ans Christkind oder den Weihnachtsmann.
  • Erst schauen, dann entscheiden: Macht eine Runde über den Markt, bevor gekauft wird. So landet das Geld nicht beim ersten Stand.
  • Grundbedürfnisse zuerst: Ein hungriges, müdes Kind quengelt mehr. Esst vorher etwas Richtiges und plant den Besuch nicht direkt nach einem langen Schultag mit Sport.
  • Ruhig bei der Abmachung bleiben: Wenn das Budget aufgebraucht ist, sag es freundlich und klar. Diskussionen am Stand werden selten besser.

Mehr Ideen für solche Situationen findest du in unserem Ratgeber Kind quengelt beim Einkaufen: Was wirklich hilft.

Ältere Kinder allein auf dem Weihnachtsmarkt

Mit etwa 11 oder 12 Jahren wollen viele Kinder nicht mehr mit Mama oder Papa über den Markt gehen, sondern mit ihren Freundinnen und Freunden. Ein festes Alter, ab dem das erlaubt ist, gibt es nicht. Entscheidend ist, ob dein Kind sich in der Stadt zurechtfindet, ob es mit Geld umgehen kann und ob Absprachen bisher gut funktioniert haben. Ein guter Einstieg ist ein Nachmittag unter der Woche in einer Gruppe, während du in der Nähe einen Kaffee trinkst.

Klärt vorher ganz konkret:

  • Mit wem dein Kind unterwegs ist und dass die Gruppe zusammenbleibt
  • Bis wann es zurück ist oder wann und wo du es abholst
  • Dass das Handy geladen ist und es kurz Bescheid gibt, wenn sich der Plan ändert
  • Wie viel Geld es dabeihat und ob es auch für die Heimfahrt reicht
  • Was es tut, wenn es sich unwohl fühlt: dich anrufen, egal wann, ohne Ärger zu bekommen

Glühwein, Alkohol und das Umfeld am Abend

Ein Weihnachtsmarkt ist für viele Erwachsene auch ein Ort, an dem getrunken wird. Am frühen Nachmittag merkt man davon wenig, am Abend und am Wochenende kann die Stimmung an manchen Glühweinständen laut und enthemmt werden. Für Kinder unter 12 ist das ein guter Grund, abends nur in Begleitung zu gehen.

Sprich mit älteren Kindern offen darüber. Glühwein ist ein Weingetränk und in Deutschland, Österreich und der Schweiz in der Regel erst ab 16 Jahren erlaubt, im Kanton Tessin ab 18. Glühwein mit Schuss, Jagertee und andere Getränke mit Schnaps gibt es in allen drei Ländern erst ab 18. Die Stände dürfen an jüngere Jugendliche nichts davon verkaufen, auch wenn es in der Praxis nicht immer kontrolliert wird. Erkläre deinem Kind, dass Glühwein wegen Zucker und Wärme schneller wirkt, als man denkt, und dass es Kinderpunsch gibt, der genauso nach Weihnachten schmeckt. Wichtiger als ein Verbot ist die Zusage: Wenn etwas schiefgeht, holst du es ab, und das Gespräch kommt am nächsten Tag.

Kleine Rituale, die den Besuch besonders machen

Der schönste Weihnachtsmarktbesuch muss nicht der längste sein. Viele Familien haben ein festes Ritual: einmal im Advent auf den Markt, jedes Kind sucht sich einen Christbaumschmuck aus, oder ihr hört gemeinsam dem Chor oder der Bläsergruppe zu. Manche Märkte bieten Kerzenziehen, Lebkuchen verzieren oder eine Lesung in der Märchenhütte an, oft kostenlos oder für wenig Geld. Solche Momente bleiben Kindern länger in Erinnerung als das dritte Karussell. Und wenn der Advent ohnehin schon voll ist, reicht auch ein einziger, gut geplanter Nachmittag.

Hinweis: Die genannten Preise sind grobe Richtwerte und unterscheiden sich je nach Markt, Stadt und Land. Die Altersgrenzen für Alkohol sind im Jugendschutz geregelt und können sich ändern. Wenn dein Kind verloren geht oder du dir Sorgen machst, wende dich sofort an die Polizei: 110 in Deutschland, 133 in Österreich, 117 in der Schweiz, oder an den Euronotruf 112.

Häufige Fragen

Wann ist der Weihnachtsmarkt mit Kindern am entspanntesten?

Am ruhigsten ist es unter der Woche am frühen Nachmittag, etwa von Montag bis Donnerstag zwischen 14 und 17 Uhr. Dann ist es noch hell oder gerade dämmrig, die Schlangen sind kurz und es gibt weniger Glühwein-Trubel. Freitagabend, Samstag und die Wochenenden kurz vor Weihnachten sind auf großen Märkten oft sehr voll.

Wie viel Geld sollte ich für den Weihnachtsmarkt mit Kind einplanen?

Grob gerechnet kostet ein Kinderpunsch 3 bis 5 Euro plus Becherpfand, eine Karussellfahrt 2 bis 4 Euro, ein Crêpe oder eine Tüte gebrannte Mandeln 4 bis 6 Euro. Mit einem Getränk, einer Fahrt und einer Kleinigkeit zu essen bist du pro Kind schnell bei 10 bis 15 Euro. In großen Städten und in der Schweiz ist es oft teurer. Sprich das Budget vorher ab.

Was mache ich, wenn mein Kind auf dem Weihnachtsmarkt verloren geht?

Bleib ruhig und such zuerst kurz die Umgebung und den vereinbarten Treffpunkt ab. Sprich Standbetreiber, Sicherheitspersonal oder die Marktleitung an, viele Märkte haben einen Infostand. Findest du dein Kind nach einigen Minuten nicht, ruf die Polizei: 110 in Deutschland, 133 in Österreich, 117 in der Schweiz. Der Euronotruf 112 funktioniert überall.

Ab wann darf mein Kind allein mit Freunden auf den Weihnachtsmarkt?

Ein festes Alter gibt es nicht. Viele Kinder sind mit etwa 11 oder 12 Jahren so weit, tagsüber mit Freunden für eine abgesprochene Zeit allein zu gehen. Wichtig sind klare Absprachen: Uhrzeit, Treffpunkt, Handy geladen, Bescheid geben bei Planänderung. Abends und am Wochenende, wenn viel getrunken wird, ist Begleitung oder eine frühe Rückkehr sinnvoll.

Ab welchem Alter dürfen Jugendliche Glühwein trinken?

Glühwein ist ein Weingetränk. In Deutschland, Österreich und der Schweiz dürfen Jugendliche Wein und Bier in der Regel ab 16 Jahren kaufen und trinken, im Tessin gilt 18. Glühwein mit Schuss, Jagertee und andere Getränke mit Schnaps sind erst ab 18 erlaubt. Für Kinder unter 16 ist Kinderpunsch die richtige Wahl.

Was hilft, wenn mein Kind auf dem Weihnachtsmarkt ständig quengelt?

Meist steckt Müdigkeit, Hunger, Kälte oder zu viel Trubel dahinter. Geh vorher etwas essen, zieh dein Kind warm an und plane nicht länger als ein bis zwei Stunden. Wünsche kannst du auf eine Merkliste für den Wunschzettel schreiben, statt sofort ja oder nein zu sagen. Ein vorher abgemachtes Budget nimmt dem Feilschen viel Kraft.

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