Von der Kinwords Redaktion
Familie7 Min. LesezeitKinwords Redaktion

Taschengeld im Urlaub: Wie viel dein Kind bekommt und wie es gut klappt

Kurz gesagt: Für Taschengeld im Urlaub gibt es keine feste Regel. Als grobe Orientierung pro Tag: 1 bis 2 Euro mit 6 bis 7 Jahren, 2 bis 3 Euro mit 8 bis 10, 3 bis 5 Euro mit 11 bis 12 und 5 bis 8 Euro mit 13 bis 14 Jahren. Legt vorher fest, was davon bezahlt wird. Jüngere Kinder kommen mit einem Tagesbudget besser zurecht, ältere lernen mit einer Urlaubskasse für die ganze Reise. Ist das Geld früh weg, tröste, aber zahl nicht einfach nach.

Dritter Urlaubstag, Strandpromenade. Dein Sohn steht vor einem Stand mit leuchtenden Plastikhaien und will unbedingt einen. Gestern war es ein Schlüsselanhänger, vorgestern ein Riesen-Eis. Du rechnest im Kopf mit und merkst: So geht das nicht zehn Tage lang. Genau für solche Momente lohnt es sich, das Taschengeld im Urlaub schon vor der Abreise zu klären.

Ein eigenes Urlaubsbudget nimmt dir die ständigen Ja-Nein-Diskussionen ab. Und es gibt deinem Kind etwas, das im Alltag oft zu kurz kommt: echte Entscheidungen mit echtem Geld, in einer Umgebung voller Verlockungen. Wie viel Taschengeld im Alltag passt, steht im Ratgeber Wie viel Taschengeld nach Alter?. Hier geht es nur um die Ferien.

Wie viel Taschengeld im Urlaub pro Tag?

Eine offizielle Empfehlung für Urlaubsgeld gibt es nicht. Die folgenden Beträge sind eine grobe Orientierung für Reisen innerhalb Deutschlands oder Österreichs. Sie gehen davon aus, dass ihr Eltern Essen, Unterkunft und Eintritte bezahlt und dein Kind nur seine Extras selbst kauft:

  • 6 bis 7 Jahre: etwa 1 bis 2 Euro pro Tag. Das reicht für ein Eis oder ein kleines Andenken alle paar Tage.
  • 8 bis 10 Jahre: etwa 2 bis 3 Euro pro Tag. Jetzt kann dein Kind schon auf etwas Größeres sparen.
  • 11 bis 12 Jahre: etwa 3 bis 5 Euro pro Tag. Dazu kann auch mal ein Getränk mit Freunden am Campingplatz gehören.
  • 13 bis 14 Jahre: etwa 5 bis 8 Euro pro Tag, je nachdem, ob dein Kind auch eigene Snacks oder kleine Ausflüge zahlt.

In der Schweiz, in Skandinavien oder in teuren Ferienorten liegen die Preise höher. Dort darf das Budget entsprechend größer sein. Der wichtigste Punkt ist aber nicht die Summe, sondern die Absprache: Was zahlt dein Kind, und was zahlt ihr? Ein Eis pro Tag aus der Familienkasse und alles darüber hinaus vom eigenen Geld ist eine klare Regel, die Streit spart.

Rechne für eine Woche ruhig einmal zusammen. Ein achtjähriges Kind mit 2,50 Euro am Tag hat nach sieben Tagen 17,50 Euro. Das ist für ein Kind in diesem Alter viel Geld, und es fühlt sich auch so an.

Urlaubskasse oder Tagesbudget: was passt zu deinem Kind?

Es gibt zwei Grundmodelle, und beide haben ihren Platz:

  • Tagesbudget: Jeden Morgen gibt es einen festen Betrag. Was übrig bleibt, darf gespart werden. Das ist gut für Kinder bis etwa acht Jahre, die eine Woche zeitlich noch schwer überblicken. Ein Fehlkauf kostet hier höchstens einen Tag.
  • Urlaubskasse: Dein Kind bekommt am ersten Tag den ganzen Betrag für die Reise. Es muss selbst einteilen und spürt, wenn am Ende nichts mehr da ist. Das passt eher zu Kindern ab etwa neun oder zehn Jahren.
  • Mischform: Ihr zahlt in zwei oder drei Raten aus, etwa am ersten Tag, zur Halbzeit und vor dem letzten Ausflug. So hat dein Kind Spielraum, aber nicht schon in der ersten Stunde alles verloren.

Praktisch ist ein eigener kleiner Geldbeutel, der nur fürs Urlaubsgeld da ist. Jüngere Kinder können ihn bei dir lassen und fragen, wenn sie etwas kaufen wollen. Ältere tragen ihn selbst, am besten in einer Bauchtasche oder einem Brustbeutel statt in der Hosentasche.

Souvenirs: Wünsche ernst nehmen, ohne alles zu kaufen

Andenkenläden sind für Kinder ein Paradies und für Eltern ein Geduldstest. Hilfreich ist eine einfache Regel: Am ersten Tag wird nichts gekauft, nur geschaut. Viele Kinder merken nach zwei Tagen, dass der leuchtende Plastikhai gar nicht mehr so spannend ist, und nehmen lieber etwas anderes.

Du kannst auch eine kurze Wunschliste anlegen lassen. Dein Kind schreibt auf, was es gesehen hat und was es kostet. Am vorletzten Tag entscheidet es, welche Sachen es wirklich will. Das schult Geduld und Vergleichen, ganz ohne Vortrag. Erinnere dein Kind daran, dass Andenken nicht immer etwas kosten müssen: Muscheln, eine Postkarte, ein schöner Stein oder ein selbst gemaltes Bild vom Strand bleiben oft länger im Regal als das Gekaufte.

Fremde Währung als kleine Rechenaufgabe

Fahrt ihr in ein Land mit anderer Währung, etwa in die Schweiz, nach Tschechien, Ungarn, Dänemark oder Großbritannien, wird das Taschengeld nebenbei zur Mathestunde. Zeig deinem Kind am ersten Tag die Münzen und Scheine. Lass es fühlen, sortieren und vergleichen. Dann sucht ihr gemeinsam eine einfache Faustregel für die Umrechnung, ohne Nachkommastellen. Die genauen Kurse ändern sich, für Kinder reicht ein grober Wert.

Ältere Kinder können einen kleinen Zettel schreiben: 1, 5, 10 und 20 in der fremden Währung, daneben ungefähr in Euro. Beim nächsten Eisstand rechnen sie selbst nach, ob das teuer ist. Jüngere Kinder brauchen das nicht. Für sie reicht es, wenn du sagst: Dieses Eis kostet ungefähr so viel wie zu Hause.

Bezahlt ihr meist mit Karte, gib deinem Kind trotzdem Bargeld. Kinder verstehen Geld besser, wenn sie es anfassen, zählen und weggeben. Wie dein Kind generell ein Gefühl für Geld entwickelt, erklärt der Ratgeber Kinder und Geld: So lernt dein Kind den richtigen Umgang.

Was tun, wenn das Geld am ersten Tag weg ist?

Es passiert vielen Familien: Dein Kind hat am ersten Tag die ganze Urlaubskasse für eine Wasserpistole, Süßigkeiten und ein Kuscheltier ausgegeben. Am dritten Tag sieht es das perfekte Andenken und hat nichts mehr. Jetzt kommt der schwierige Teil für dich.

Wenn ihr vorher klar besprochen habt, dass das Geld für die ganze Reise reicht, dann bleib dabei. Das ist keine Härte, sondern genau die Erfahrung, um die es geht. Dein Kind lernt im Urlaub mit kleinen Summen, was später mit größeren viel teurer wäre. Sei dabei freundlich. Sag zum Beispiel: Ich verstehe, dass du dich ärgerst. Das wollte ich dir auch gern kaufen. Aber das Urlaubsgeld ist aufgebraucht.

Bei jüngeren Kindern kannst du einen Mittelweg anbieten: einen kleinen Vorschuss auf das nächste Taschengeld zu Hause, den dein Kind dann zurückzahlt. Das hält die Regel aufrecht und zeigt trotzdem einen Ausweg. Was du lieber vermeidest: wortlos nachzahlen, weil das Weinen im Laden so laut ist. Dann lernt dein Kind vor allem, dass Absprachen verhandelbar sind. Wenn das Ausgeben auch im Alltag immer wieder passiert, hilft der Ratgeber Kind gibt Taschengeld sofort aus.

Und wenn das Geld verloren geht, statt ausgegeben zu werden? Das ist etwas anderes. Hier darfst du großzügiger sein, vor allem bei jüngeren Kindern. Besprich danach aber gemeinsam, wie der Geldbeutel künftig sicherer aufbewahrt wird.

Geschwister: fair heißt nicht immer gleich viel

Wer mehrere Kinder hat, kennt die Frage: Warum bekommt sie mehr als ich? Gleiche Beträge für alle klingen gerecht, passen aber selten. Eine Vierzehnjährige will andere Dinge als ihr siebenjähriger Bruder und zahlt für einen Kakao im Café schon den Erwachsenenpreis. Üblich ist deshalb, nach Alter zu staffeln und das offen zu erklären: Wenn du so alt bist wie deine Schwester, bekommst du auch so viel.

Gleich sein sollten die Regeln. Alle wissen, wann ausgezahlt wird, was davon bezahlt wird und was die Familie übernimmt. Leihen unter Geschwistern ist nur erlaubt, wenn ihr Eltern davon wisst. Und niemand muss sein Geld teilen, nur weil das andere Kind schon alles ausgegeben hat. Gemeinsame Käufe, etwa ein Wasserball für alle, sind dagegen eine schöne Übung im Zusammenlegen. Fühlt sich ein Kind schon im Alltag oft zurückgesetzt, findest du mehr dazu im Ratgeber Wenn ein Geschwisterkind sich benachteiligt fühlt.

Normales Taschengeld und Urlaubsgeld: so regelt ihr es

Läuft das normale Taschengeld im Urlaub weiter? Dafür gibt es keine richtige oder falsche Antwort. Manche Familien zahlen es wie immer und legen ein kleines Urlaubsgeld obendrauf. Andere ersetzen es für die Ferienwochen ganz durch das Urlaubsbudget. Beides funktioniert, solange dein Kind vorher weiß, wie es läuft.

Eine schöne Idee für ältere Kinder: Sie sparen vor dem Urlaub einen Teil ihres Taschengelds, und ihr legt den gleichen Betrag dazu. So lohnt sich das Sparen sichtbar, und dein Kind fährt mit dem Gefühl los, sich sein Urlaubsgeld mitverdient zu haben.

Damit der Urlaub entspannt bleibt, gilt zum Schluss noch: Geld gehört nicht in jede Situation. Gib deinem Kind beim Baden, am Strand oder in großen Menschenmengen lieber nur wenig mit oder bewahre den Geldbeutel selbst auf. Wie ihr euch für den Fall vorbereitet, dass ihr euch im Gewusel verliert, steht im Ratgeber Kind im Urlaub verloren: So macht ihr vorher einen Notfallplan.

Die Absprache vor der Abreise in vier Fragen: Wie viel bekommt jedes Kind, und wann? Was zahlt das Kind selbst, was die Familie? Was passiert, wenn das Geld früher weg ist? Wer bewahrt den Geldbeutel auf, wenn ihr baden geht oder im Gedränge unterwegs seid? Wenn alle die Antworten kennen, gibt es im Urlaub deutlich weniger Diskussionen an der Kasse.

Häufige Fragen

Wie viel Taschengeld sollte ein Kind im Urlaub bekommen?

Eine offizielle Empfehlung gibt es dafür nicht. Als grobe Orientierung für eine Woche Urlaub in Deutschland oder Österreich: etwa 1 bis 2 Euro pro Tag mit 6 bis 7 Jahren, 2 bis 3 Euro mit 8 bis 10, 3 bis 5 Euro mit 11 bis 12 und 5 bis 8 Euro mit 13 bis 14 Jahren. Entscheidend ist, was dein Kind davon bezahlen soll. Eis und Souvenirs? Oder nur Extras, während ihr Essen und Eintritte übernehmt?

Ist eine Urlaubskasse oder ein Tagesbudget besser?

Für jüngere Kinder bis etwa acht Jahre ist ein kleines Tagesbudget meist einfacher, weil sie eine ganze Woche noch schlecht überblicken. Ältere Schulkinder lernen mit einer Urlaubskasse für die ganze Reise mehr: Sie müssen selbst einteilen und merken, wenn am vierten Tag nichts mehr übrig ist. Eine Mischform funktioniert auch gut: Ihr zahlt den Betrag in zwei oder drei Raten aus.

Muss ich nachgeben, wenn mein Kind am ersten Tag alles ausgegeben hat?

Wenn ihr vorher klar abgesprochen habt, dass das Geld für den ganzen Urlaub reicht, dann lieber nicht. Das Gefühl, dass das Geld weg ist, ist genau die Erfahrung, aus der dein Kind lernt. Sei dabei freundlich und tröste, aber zahl nicht einfach nach. Wenn du bei jüngeren Kindern helfen willst, kann ein kleiner Vorschuss auf das nächste Taschengeld eine faire Lösung sein.

Gilt das normale Taschengeld im Urlaub weiter?

Das könnt ihr frei entscheiden. Viele Familien zahlen das normale Taschengeld weiter und geben ein kleines Urlaubsgeld dazu. Andere ersetzen es für die Ferienwochen durch das Urlaubsbudget. Wichtig ist nur, dass dein Kind vorher weiß, wie es geregelt ist, damit es nicht doppelt rechnet oder sich betrogen fühlt.

Wie gehe ich mit fremder Währung im Urlaub um?

Zeig deinem Kind am ersten Tag die Münzen und Scheine und rechnet zusammen ein paar Preise in Euro um. Eine einfache Faustregel reicht für Kinder völlig. Ältere Kinder können eine kleine Umrechnungstabelle auf einen Zettel schreiben. So wird das Bezahlen im Ausland zur kleinen Rechenaufgabe, die nebenbei Spaß macht.

Sollen Geschwister im Urlaub gleich viel Taschengeld bekommen?

Gleich viel ist nicht immer fair. Ältere Kinder haben andere Wünsche und meist auch höhere Ausgaben. Üblich ist, den Betrag nach Alter zu staffeln und das offen zu erklären. Was gleich sein sollte, sind die Regeln: wann ausgezahlt wird, was davon bezahlt wird und dass niemand Geld vom anderen leiht, ohne dass ihr es wisst.

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