Taschengeld erhöhen: Wann und wie viel ist angemessen?
Kurz gesagt: Erhöhe das Taschengeld regelmäßig mit dem Alter — einmal im Jahr, am besten zum Geburtstag, ist ein guter Rhythmus. Orientiere dich an den Empfehlungen der Jugendämter und an eurem Familienbudget, nicht an dem, was Freunde angeblich bekommen. Kleine, nachvollziehbare Schritte schlagen den großen Sprung. Und wenn dein Kind mehr fordert, als drin ist, hilft ein ehrliches, freundliches Nein mit Begründung.
Irgendwann reicht das Taschengeld nicht mehr — das Kind ist älter, die Wünsche größer, und plötzlich steht die Frage im Raum: Ist es Zeit für mehr? Taschengeld zu erhöhen ist kein reines Rechenthema. Es geht auch darum, deinem Kind zuzutrauen, mit mehr Geld umzugehen — und ihm zu zeigen, dass Wachsen auch mehr Verantwortung heißt.
Wann eine Erhöhung sinnvoll ist
Der beste Anlass ist das Älterwerden selbst. Mit jedem Jahr steigen die Ausgaben: das Getränk nach dem Sport, das Geschenk für die beste Freundin, später das Busticket oder das Handyguthaben. Deshalb hat es sich bewährt, das Taschengeld einmal im Jahr anzuheben — viele Familien machen das am Geburtstag, weil der Termin fest steht und niemand ihn vergisst.
Was du vermeiden solltest, ist die Erhöhung aus dem Streit heraus. Wer nach einem lauten „Alle anderen kriegen mehr!“ nachgibt, belohnt nicht das Älterwerden, sondern den Druck. Besser ist ein ruhig gewählter, planbarer Zeitpunkt, an dem beide Seiten es kommen sehen.
Wie viel ist angemessen?
Als Orientierung dienen die Taschengeld-Empfehlungen der Jugendämter: Jüngere Kinder bekommen einen kleinen wöchentlichen Betrag, ab etwa zehn Jahren stellt man auf ein Monatstaschengeld um, und die Summe wächst jährlich um ein paar Euro. Eine Erhöhung von fünf auf sechs oder von zwanzig auf fünfundzwanzig Euro ist realistisch. Eine Verdopplung ist es selten.
Die genauen Beträge nach Alter findest du übersichtlich in unserem Ratgeber Wie viel Taschengeld nach Alter? — dort steht die volle Tabelle. Für die Erhöhung gilt: Nimm die Empfehlung als Rahmen, aber pass sie an euer Familienbudget an. Ein Betrag, den ihr nicht dauerhaft tragen könnt, hilft niemandem.
So führst du das Gespräch
- Aktiv ansprechen. Warte nicht, bis dein Kind fordert. Wer die Erhöhung von sich aus zum Geburtstag anbietet, zeigt Wertschätzung und nimmt dem Thema den Streit.
- Den Grund benennen. „Du wirst älter, deine Ausgaben werden mehr — deshalb bekommst du ab jetzt mehr.“ Dein Kind versteht die Logik und lernt, dass Geld an Verantwortung gekoppelt ist.
- Erwartungen klären. Besprich, was vom Taschengeld künftig selbst bezahlt wird. Mehr Geld darf ruhig mit ein bisschen mehr Eigenverantwortung kommen — etwa kleine Anschaffungen selbst zu planen.
- Beim Nein freundlich bleiben. Ist mehr gerade nicht drin, sag es ehrlich und ohne schlechtes Gewissen. „Bei uns geht gerade nicht mehr“ ist ein vollständiger Satz.
- Taschengeld nicht an Leistung binden. Es soll den Umgang mit Geld üben, nicht Noten oder Hausarbeit belohnen. Wer dazuverdienen will, kann das über extra Aufgaben — getrennt vom festen Taschengeld.
Wenn das Geld immer sofort weg ist
Manchmal ist nicht die Höhe das Problem, sondern der Umgang: Das Taschengeld ist kaum da, schon ausgegeben. Dann löst mehr Geld gar nichts — es verschwindet nur schneller. In dem Fall lohnt es sich, erst am Umgang zu arbeiten, bevor du erhöhst. Wie du deinem Kind hilfst, mit Geld hauszuhalten, liest du in Kind gibt sein Taschengeld sofort aus.
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Häufige Fragen
Wie oft sollte man das Taschengeld erhöhen?
Eine feste Regel gibt es nicht, aber einmal im Jahr ist ein guter Rhythmus — viele Familien koppeln die Erhöhung an den Geburtstag, weil der Anlass klar und leicht zu merken ist. Wichtiger als das Intervall ist, dass die Erhöhung nachvollziehbar bleibt: Mit dem Alter wachsen die Ausgaben, also wächst das Taschengeld mit. Kleine, regelmäßige Schritte sind sinnvoller als ein plötzlicher großer Sprung.
Um wie viel sollte man das Taschengeld erhöhen?
Als grobe Orientierung gelten die Empfehlungen der Jugendämter: bei jüngeren Kindern ein wöchentlicher Betrag, ab etwa 10 Jahren monatlich, und die Summe steigt jährlich um wenige Euro. Ein Sprung von 5 auf 6 oder von 20 auf 25 Euro ist realistisch — eine Verdopplung dagegen selten begründbar. Richte dich am Alter und an eurem Familienbudget aus, nicht daran, was das Kind fordert oder was Freunde angeblich bekommen.
Was, wenn mein Kind mehr fordert, als wir uns leisten können?
Dann darfst du ehrlich sein: „Mehr geht bei uns gerade nicht, und das hat nichts damit zu tun, wie gern wir dich haben.“ Kinder verkraften ein begründetes Nein gut, wenn es respektvoll kommt. Zeig eine Alternative — etwa die Möglichkeit, sich mit kleinen Aufgaben etwas dazuzuverdienen. Wichtig ist, das reguläre Taschengeld nicht an Leistung zu koppeln: Es soll den Umgang mit Geld üben, nicht als Lohn dienen.
Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel wurde von der Kinwords-Redaktion verfasst und befindet sich derzeit in kinderpsychologischer Review. Für konkrete psychotherapeutische Einschätzungen wende dich an eine Fachkraft.
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