Von der Kinwords Redaktion

Weihnachtsgeschenke selber machen: Ideen für Schulkinder

Weihnachtsgeschenke selber machen mit Kind: Ideen von 6 bis 14 Jahren, Kosten in Euro, Gutscheinheft, Badesalz, Keksmischung und wie viel Hilfe okay ist.

Kinwords Redaktion 9 Min. Lesezeit

Kurz gesagt: Weihnachtsgeschenke selber machen klappt mit Schulkindern am besten, wenn das Projekt zum Alter passt: 6- bis 8-Jährige schaffen ein Gutscheinheft, Badesalz oder bemalte Blumentöpfe in einer Stunde. 9- bis 11-Jährige machen Keksmischungen im Glas oder Fimo-Anhänger. 12- bis 14-Jährige gestalten Fotokalender oder nähen. Die meisten Ideen kosten 3 bis 10 Euro. Hilf bei Gefährlichem, aber lass Idee und Handgriffe beim Kind.

Ein Glas mit Badesalz, ein bisschen zu viel Lebensmittelfarbe drin, das Etikett mit Filzstift beschriftet: Solche Geschenke stehen bei Omas oft noch Jahre später im Regal. Wenn dein Kind seine Weihnachtsgeschenke selber macht, lernt es nebenbei, dass Schenken mit Nachdenken beginnt. Was mag Opa eigentlich? Was braucht meine Schwester? Hier findest du Ideen nach Alter und Aufwand, grobe Kosten, Regeln für deine Mithilfe und eine Lösung für die Frage, wer hilft, wenn das Geschenk für dich gedacht ist. Geht es um das Wichteln in der Klasse, lies unseren Beitrag zum Wichteln in der Schule, dort gelten eigene Regeln mit Preisgrenze.

Welche Geschenke passen zu welchem Alter?

Die Altersangaben sind Richtwerte. Ein geschickter Siebenjähriger schafft mehr als ein ungeduldiger Zehnjähriger. Wähl lieber ein Projekt, das eine Stufe zu leicht ist, als eines, bei dem du am Ende alles selbst machst.

  • 6 bis 8 Jahre (bis 1 Stunde): Gutscheinheft mit Bildern, Badesalz im Glas, Blumentopf mit Acrylfarbe bemalen, Fensterbilder, Lesezeichen aus Tonkarton, Kerze mit Wachsplatten verzieren, Salzteig-Anhänger mit Handabdruck.
  • 9 bis 11 Jahre (1 bis 3 Stunden): Keksmischung im Glas, Tasse mit Porzellanstiften gestalten, Schlüsselanhänger aus Fimo, Freundschaftsarmband für Geschwister, selbst gebackene Plätzchen in einer bemalten Dose, Lippenpflege aus Bienenwachs mit Hilfe am Herd.
  • 12 bis 14 Jahre (mehrere Nachmittage): Fotokalender oder Fotobuch am Computer, genähter Turnbeutel oder Kissenbezug, Playlist mit gestaltetem Cover, gerahmte Zeichnung, kleines Kochbuch mit Familienrezepten, Upcycling aus alten T-Shirts.

Ältere Kinder finden Basteln manchmal kindisch. Dann hilft es, das Projekt anders zu nennen: Ein Fotokalender ist Design, ein Kochbuch ist ein Projekt, eine Playlist ist Musik. Mehr Ideen für längere Bastelprojekte findest du in unserem Beitrag zu Basteln und Werken mit Kindern.

Gutscheinheft: das Geschenk, das immer geht

Ein Gutscheinheft kostet fast nichts und passt zu jedem Alter. Dein Kind faltet 5 bis 10 Blätter, heftet sie zusammen und schreibt auf jede Seite einen Gutschein. Wichtig ist, dass es Dinge sind, die das Kind wirklich selbst einlösen kann.

  • Für Mama oder Papa: einmal Tisch decken ohne Murren, Frühstück ans Bett, 30 Minuten Ruhe am Sonntag
  • Für Großeltern: einen Nachmittag zusammen Karten spielen, Hilfe beim Handy, ein Spaziergang zu zweit
  • Für Geschwister: einmal das bessere Zimmer-Ende beim Spielen, eine Vorlesestunde, einmal die Fernbedienung abgeben

Sprich mit deinem Kind vorher darüber, dass Gutscheine ein Versprechen sind. Ein Gutscheinheft, das im Januar vergessen ist, enttäuscht mehr als gar keines. Deshalb lieber 5 einlösbare Gutscheine als 20, die keiner einfordert.

Badesalz und Keksmischung im Glas: Anleitung und Kosten

Beide Geschenke sehen nach viel aus, sind aber in einer Stunde fertig. Ihr braucht saubere Schraubgläser, etwa 0,5 bis 1 Liter, die ihr vorher sammeln oder für rund 1 bis 2 Euro pro Stück kaufen könnt.

Badesalz (ab 6 Jahren, etwa 3 bis 5 Euro pro Glas): Mischt etwa 300 Gramm grobes Meersalz mit 2 Esslöffeln Natron und ein paar getrockneten Lavendel- oder Rosenblüten. Wer mag, färbt mit einigen Tropfen Lebensmittelfarbe. Ätherische Öle tropfst du selbst dazu, höchstens 5 bis 10 Tropfen pro Glas, denn unverdünnt reizen sie Haut und Augen. Dein Kind schreibt ein Etikett mit Inhalt und Hinweis: 2 bis 3 Esslöffel pro Bad. Für Babys und Kleinkinder ist das Salz nicht gedacht, schreib das gegebenenfalls aufs Etikett.

Keksmischung im Glas (ab 8 Jahren, etwa 4 bis 6 Euro pro Glas): In ein 1-Liter-Glas kommen in Schichten 175 Gramm Mehl mit einem halben Teelöffel Backpulver, 100 Gramm weißer Zucker, 80 Gramm brauner Zucker, 60 Gramm Haferflocken und 100 Gramm Schokotropfen. Jede Schicht fest andrücken, dann sieht das Glas ordentlich gestreift aus. Auf die Karte schreibt dein Kind: 125 Gramm weiche Butter und 1 Ei dazugeben, verkneten, kleine Kugeln formen und bei 180 Grad Ober- und Unterhitze etwa 12 Minuten backen. Achtet auf Allergien beim Beschenkten, Nüsse also nur, wenn ihr sicher seid. Wenn ihr lieber fertige Kekse verschenkt, hilft unser Artikel zum Plätzchen backen mit Kindern.

Fotokalender und andere größere Projekte

Ein Fotokalender ist bei Großeltern der Klassiker, weil er ein ganzes Jahr hängt. Kinder ab etwa 9 Jahren können Fotos aussuchen und die Seiten gestalten, ab 12 schaffen viele das am Computer fast allein. Bei Fotoservices wie dm, Cewe oder Rossmann kostet ein A4-Wandkalender meist 15 bis 30 Euro. Rechne mit zwei bis drei Abenden Arbeit und bestell bis Anfang Dezember, sonst wird es mit der Lieferung knapp.

Persönlicher wird der Kalender, wenn dein Kind für jeden Monat ein eigenes Bild malt und ihr die Zeichnungen einscannt oder abfotografiert. Dann ist es kein Fotobuch mehr, sondern ein Kunstwerk mit Datum. Andere größere Projekte für ältere Kinder: ein genähter Beutel mit Stoffmalfarbe, etwa 8 bis 15 Euro für Stoff und Farbe, oder ein Familienkochbuch, für das dein Kind bei Verwandten Rezepte sammelt.

Wie viel Hilfe von Eltern ist okay?

Die Faustregel: Du hilfst bei dem, was gefährlich ist oder das Kind noch nicht kann. Alles andere macht das Kind. Das bedeutet konkret:

  • Deine Aufgabe: Material besorgen, Heißkleber, Backofen und Herd bei Jüngeren, ätherische Öle dosieren, beim Bestellen am Computer helfen, Zeit einplanen.
  • Aufgabe des Kindes: Idee aussuchen, Farben wählen, malen, schreiben, schichten, verzieren, Etikett beschriften, einpacken.
  • Nicht nachbessern: Wenn der Stern schief ist, bleibt er schief. Kinder merken genau, wenn du heimlich korrigierst, und verlieren dann den Stolz auf ihr Geschenk.

Großeltern freuen sich erfahrungsgemäß über das Krakelige mehr als über das Perfekte. Wenn dein Kind frustriert ist, weil etwas nicht klappt, hilft eine Pause mehr als deine Hände. Und wenn ein Projekt komplett misslingt, ist ein einfaches Gutscheinheft ein guter Plan B.

Wenn das Geschenk für dich selbst ist

Dein Kind möchte dich überraschen, braucht aber Hilfe. Dann übernimmt jemand anderes deine Rolle: der andere Elternteil, Oma und Opa, eine Patentante oder ein älteres Geschwister. Ein Nachmittag bei den Großeltern eignet sich gut, um dort heimlich zu basteln. In getrennten Familien können sich beide Eltern absprechen, dass jeder dem Kind beim Geschenk für den anderen hilft und ein paar Euro dazugibt. Das entlastet das Kind, das sonst zwischen beiden Haushalten jongliert.

Bist du allein mit deinem Kind, wähl Ideen, die es ganz ohne Hilfe schafft: Gutscheinheft, gemaltes Bild, ein Brief, ein Lesezeichen. Tu so, als würdest du nichts merken, auch wenn das Kinderzimmer verdächtig lange zu ist.

Kind will lieber kaufen: Taschengeld statt Basteln?

Spätestens mit 10 oder 11 Jahren sagen viele Kinder: Basteln ist peinlich, ich kauf lieber was. Das ist kein Problem. Ein Geschenk vom eigenen Taschengeld ist eine echte Leistung, weil das Kind auf etwas verzichtet. Hilf ihm, ein Budget festzulegen, zum Beispiel 3 bis 5 Euro pro Person bei 8- bis 10-Jährigen. Wie viel Taschengeld in welchem Alter üblich ist, steht in unserem Artikel Wie viel Taschengeld ist richtig?

Ein guter Kompromiss ist eine Mischung: eine gekaufte Kleinigkeit plus etwas Selbstgemachtes, etwa eine Tafel Lieblingsschokolade mit einem selbst gestalteten Etikett oder ein gekaufter Schal mit einer handgeschriebenen Karte. Hat dein Kind kein Geld mehr übrig, besteh nicht auf einem Kauf. Dann ist das Gutscheinheft die faire Lösung. Wenn es in eurer Familie generell um die Menge der Geschenke geht, lies auch, wie viele Weihnachtsgeschenke für ein Kind sinnvoll sind.

Zeitplan: So wird es kein Stress im Dezember

Setzt euch Mitte November zusammen und macht eine Liste: Wer bekommt was? Dann plant ihr pro Wochenende ein Projekt. Fotokalender zuerst, weil die Lieferzeit dazukommt. Tassen und Fimo brauchen Zeit zum Trocknen oder Einbrennen, die Herstellerangaben stehen auf der Packung. Badesalz und Keksmischungen kommen zuletzt. Wenn dein Kind sechs Personen beschenken will, reichen drei verschiedene Ideen, die ihr jeweils doppelt macht. Das spart Material und Nerven in einer Zeit, die ohnehin voll ist.

Sicher basteln: Heißkleber wird je nach Gerät 100 bis 200 Grad heiß, auch geschmolzenes Wachs und Backbleche verbrennen schnell die Haut. Bei Jüngeren bleibt das in deiner Hand. Kleine Verbrennungen etwa 10 Minuten unter lauwarmes, nicht eiskaltes Wasser halten. Ist die Brandstelle größer als die Handfläche deines Kindes, bildet sie Blasen oder liegt sie im Gesicht oder an den Händen, geh zum Kinderarzt oder in die Notaufnahme. Hat ein Kind ätherisches Öl getrunken, ruf die Vergiftungsinformation an: in Deutschland die Giftnotrufzentrale deines Bundeslandes, in Österreich 01 406 43 43, in der Schweiz 145. Im Notfall gilt überall 112.

Häufige Fragen

Welche Weihnachtsgeschenke können Kinder selber machen?

Gut machbar sind ein Gutscheinheft, Badesalz im Glas, eine Keksmischung im Glas, ein Fotokalender, bemalte Tassen oder Blumentöpfe, Lesezeichen, Kerzen aus Wachsplatten und Schlüsselanhänger aus Fimo. Für 6- bis 8-Jährige eignen sich Dinge, die in einer Stunde fertig sind. Ab etwa 10 Jahren schaffen Kinder auch Projekte über mehrere Nachmittage, etwa einen genähten Beutel oder ein kleines Fotobuch.

Was kostet ein selbstgemachtes Weihnachtsgeschenk?

Ein Gutscheinheft kostet fast nichts, nur Papier und Stifte. Badesalz oder eine Keksmischung im Glas liegen bei etwa 3 bis 6 Euro pro Glas. Bemalte Tassen mit Porzellanstiften kosten rund 5 bis 10 Euro. Ein Fotokalender aus dem Online-Fotoservice liegt meist bei 15 bis 30 Euro. In der Schweiz sind die Preise in Franken oft etwas höher.

Wie viel dürfen Eltern beim selbstgemachten Geschenk helfen?

So viel, dass das Kind am Ende stolz sagen kann: Das habe ich gemacht. Du übernimmst, was gefährlich oder für das Alter zu schwer ist, also Heißkleber, Backofen oder Bohrmaschine bei Jüngeren. Idee, Farben und die meisten Handgriffe bleiben beim Kind. Ein schiefes Geschenk, das wirklich vom Kind kommt, freut die Großeltern mehr als ein perfektes, das du gebastelt hast.

Wer hilft beim Geschenk, wenn es für mich selbst ist?

Am besten der andere Elternteil, die Großeltern, eine Patentante oder ein älteres Geschwister. Getrennte Eltern können sich absprechen, dass jeder dem Kind beim Geschenk für den anderen hilft. Wenn niemand da ist, eignet sich ein Gutscheinheft, das das Kind ganz allein im Zimmer schreiben kann.

Mein Kind will lieber etwas kaufen. Soll ich darauf bestehen, dass es bastelt?

Nein. Ab etwa 10 Jahren wollen viele Kinder mit ihrem Taschengeld etwas Echtes kaufen, und das ist ebenfalls ein schönes Geschenk. Ein guter Mittelweg ist ein kleiner gekaufter Gegenstand plus eine selbstgeschriebene Karte. Wichtig ist, dass das Kind selbst überlegt, was dem anderen Freude macht.

Wann sollte man mit selbstgemachten Weihnachtsgeschenken anfangen?

Plane den Start für Mitte bis Ende November. Fotokalender und Fotobücher solltest du bis Anfang Dezember bestellen, damit sie rechtzeitig ankommen. Keksmischungen und Badesalz könnt ihr in der Woche vor Weihnachten machen, weil sie in wenigen Stunden fertig sind und dann frisch sind.

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