Von der Kinwords Redaktion
Familie7 Min. LesezeitKinwords Redaktion

Faschingskostüm fürs Kind selber machen: schnelle Ideen

Kurz gesagt: Ein gutes Faschingskostüm braucht keinen Einkauf. Starte mit einfarbiger Kleidung aus dem Schrank und ergänze ein, zwei typische Teile aus Karton, Stoff oder Alufolie. Gespenst, Ritter, Tier, Astronaut oder Buchfigur gehen in einer halben Stunde bis zu einem Nachmittag. Lass dein Kind die Idee mitbestimmen und mitbasteln. Für den Umzug draußen muss das Kostüm über die Winterjacke passen. Schminke vorher an der Haut testen, und vor dem Schulfasching kurz klären, was dort erlaubt ist.

Donnerstagabend, halb acht. Dein Sohn erwähnt beim Zähneputzen nebenbei, dass morgen Schulfasching ist. Und dass er als Ritter gehen will. Im Keller steht ein Umzugskarton, im Bad liegt noch ein Rest Kinderschminke vom letzten Jahr.

Das reicht. Selbst gemachte Kostüme sind günstig, schnell gemacht und oft origineller als die Plastikkostüme aus dem Drogeriemarkt. Hier findest du fünf Ideen mit kurzer Anleitung, dazu das, was im Februar draußen und in der Schule wirklich zählt. Ob ihr Fasching, Karneval oder Fasnacht feiert, ist dabei egal.

Vom Schrank ausgehen, nicht von der Idee

Der häufigste Fehler: Das Kind wünscht sich etwas, und dann sucht man stundenlang die passenden Teile. Andersherum geht es leichter. Schau zuerst, was da ist, und such dann gemeinsam die Figur dazu.

  • Einfarbige Kleidung: schwarze Leggings und Pulli, ein grauer Jogginganzug, ein weißes Langarmshirt. Daraus wird fast jedes Tier oder jede Figur.
  • Bastelmaterial: Kartons, Klopapierrollen, Alufolie, Tonpapier, Paketband, Filzreste, alte Haarreifen.
  • Stoff: ein altes Bettlaken, ein Schal, eine Tischdecke oder ein Kissenbezug, der weg darf.

Eine Frage, die bei der Auswahl hilft: „Was davon würdest du gern sein?“ Das klappt besser als „Was willst du sein?“, weil dein Kind dann aus Möglichkeiten wählt statt aus der ganzen Welt.

Fünf Kostüme aus dem, was zu Hause ist

Gespenst ohne Augenloch-Gefummel. Statt eines Lakens über dem Kopf, durch das dein Kind kaum sieht, nimmst du ein weißes Langarmshirt und eine weiße Hose. Darüber kommt ein altes weißes Laken als Umhang, unten zackig eingeschnitten, am Hals mit einer Sicherheitsnadel befestigt. Das Gesicht wird weiß geschminkt, die Augen grau umrandet. So sieht dein Kind alles und kann auch rennen.

Ritter aus Karton. Aus einem großen Karton schneidest du zwei Rechtecke für Brust und Rücken und verbindest sie über den Schultern mit breitem Paketband. Mit Alufolie bekleben oder grau anmalen, ein Wappen draufmalen, fertig. Ein Schild aus einem zweiten Kartonstück mit Henkel aus Klebeband ergänzt das Ganze. Darunter passt ein grauer Pulli oder sogar die Winterjacke.

Tier mit Haarreif und Schminke. Ein alter Haarreif, zwei Ohren aus Tonpapier oder Filz, mit Heißkleber oder Klebeband fixiert. Katze, Maus, Fuchs, Hase oder Bär entstehen so in 15 Minuten. Dazu Kleidung in der passenden Farbe, Nase und Schnurrhaare geschminkt, ein Schwanz aus einer alten Strumpfhose, die mit Socken ausgestopft und hinten an den Hosenbund genäht oder gesteckt wird.

Astronaut. Weiße oder graue Kleidung als Anzug. Zwei leere Plastikflaschen, mit Alufolie umwickelt und mit Klebeband an alten Rucksackträgern befestigt, werden zum Sauerstofftank. Ein paar Knöpfe und Flaggen aus Tonpapier auf die Brust geklebt, dicke Handschuhe dazu. Gerade dieses Kostüm ist für draußen ideal, weil es aussieht wie ein dicker Anzug und darunter Platz für Wärme bleibt.

Buchfigur. Für Leseratten die schönste Variante. Pippi Langstrumpf braucht abstehende Zöpfe mit Draht im Haar, Sommersprossen und zwei verschiedene Strümpfe. Für Harry Potter reichen eine Brille ohne Gläser aus Draht oder Pappe, eine aufgemalte Narbe und ein dunkler Umhang. Frag dein Kind, welche Figur aus seinem Lieblingsbuch ein Erkennungszeichen hat. Meist ist es nur ein einziges Teil, auf das es ankommt.

Dein Kind mitbasteln lassen

Ein Kostüm, an dem dein Kind selbst gearbeitet hat, trägt es anders. Es kann erzählen, wie der Schild entstanden ist, und es stört sich weniger daran, wenn etwas schief ist. Teile die Arbeit so auf, dass jeder das macht, was er kann:

  • Du übernimmst Cutter, Heißkleber, Nadel und alles, was passen muss.
  • Dein Kind übernimmt Anmalen, Bekleben, Ausschneiden mit der Bastelschere und die Entscheidung über Farben und Details.

Wenn du merkst, dass du gerade alles korrigieren willst, hilft ein Satz an dich selbst: Es ist sein Kostüm, nicht meins. Wer gern mehr gemeinsam bastelt, findet Projekte für verschiedene Altersstufen im Ratgeber Basteln und Werken: Kreative Projekte für jedes Alter.

Und wenn dein Kind gar keine Lust aufs Verkleiden hat? Das ist kein Bastelproblem, sondern hat oft andere Gründe. Was dahintersteckt und wie du reagieren kannst, liest du in Kind will sich nicht verkleiden zu Fasching.

Warm genug für den Umzug im Februar

Viele Faschingsumzüge finden bei Temperaturen um den Gefrierpunkt statt, manchmal mit Regen oder Schnee. Kinder stehen dort lange am Straßenrand und bewegen sich wenig. Ein dünnes Kostüm aus Polyester hält dann nicht warm.

  • Plane das Kostüm eine Nummer größer, damit es über Jacke oder Fleecepulli passt.
  • Lagen darunter: Thermounterwäsche, eine zweite Strumpfhose, warme Socken.
  • Baue Mütze und Handschuhe ein. Eine Strickmütze mit aufgenähten Ohren ist ein Bärenkopf, dicke Fäustlinge sind Astronautenhandschuhe.
  • Feste, warme Schuhe statt Kostümschuhen. Niemand schaut beim Umzug auf die Füße.
  • Pack eine Thermoskanne mit warmem Tee und eine Ersatzmütze ein.

Umhänge und lange Kleider solltest du so kürzen, dass niemand drauftritt. Auf vollen Straßen stolpern Kinder sonst leicht.

Schminke: hautverträglich und vorher getestet

Schminke macht oft mehr aus als das Kostüm selbst. Nimm dafür spezielle Kinderschminke auf Wasserbasis, die fürs Gesicht gedacht ist. Bastelfarben, Filzstifte oder Plakafarben gehören nicht auf die Haut.

Teste die Schminke ein bis zwei Tage vorher an einer kleinen Stelle, etwa in der Armbeuge. Wird die Haut rot oder juckt sie, lass sie weg. Das gilt auch für Schminke, die schon länger im Schrank liegt, weil sie sich mit der Zeit verändern kann. Rund um die Augen und auf den Lippen lieber sparsam schminken. Hat dein Kind Neurodermitis oder reagiert schnell auf Cremes, frag im Zweifel in der Apotheke oder beim Kinderarzt nach.

Abends kommt alles herunter, bevor dein Kind schläft. Wasser und milde Seife reichen meist, hartnäckige Reste lösen sich mit etwas Öl auf einem Wattepad. Danach eine einfache Creme drauf.

Manche Kinder mögen keine Masken oder erschrecken vor verkleideten Erwachsenen. Schminke ist dann eine gute Alternative, weil das Kind sich im Spiegel weiter erkennt. Mehr dazu im Ratgeber Kind hat Angst vor Masken.

Schulfasching: was erlaubt ist und was besser nicht

Welche Regeln gelten, entscheidet jede Schule selbst, und die Unterschiede sind groß. Häufig steht es im Elternbrief vor dem Faschingstag. Wenn nicht, lohnt eine kurze Nachricht an die Lehrkraft. Diese Punkte tauchen oft auf:

  • Waffen-Attrappen wie Spielzeugpistolen, Gewehre oder realistische Messer sind an vielen Schulen verboten. Pappschwerter werden manchmal geduldet, nicht überall. Ein Cowboy geht auch mit Hut und Lasso.
  • Konfetti, Luftschlangen-Spray und Knallerbsen sind wegen des Aufräumens und des Lärms oft nicht gern gesehen.
  • Sehr gruselige Masken können jüngere Kinder in der Schule ängstigen. Manche Grundschulen bitten deshalb um freundliche Kostüme.
  • Bewegungsfreiheit: Dein Kind sitzt im Unterricht, geht auf die Toilette und spielt in der Pause. Ein Kostüm, das es nicht allein an- und ausziehen kann, wird schnell lästig.

Noch ein Punkt, ganz kurz: Verkleidungen, die andere Kulturen oder Hautfarben nachahmen, etwa mit Federschmuck als „Indianer“ oder dunkel geschminktem Gesicht, verletzen manche Menschen. Viele Schulen bitten inzwischen darum, darauf zu verzichten. Mit Pirat, Ritter oder Tier gehst du dem einfach aus dem Weg. Fragt dein Kind nach dem Grund, reicht oft: „Für manche Menschen ist das keine Verkleidung, sondern ihre Familie und Herkunft. Deshalb suchen wir uns etwas anderes aus.“

Last-Minute: das 15-Minuten-Kostüm

Wenn es morgen früh sein muss:

  • Katze oder Maus: schwarze oder graue Kleidung, Haarreif mit Ohren aus Papier, Nase und Schnurrhaare mit Kinderschminke oder Kajal.
  • Pirat: gestreiftes Shirt, Kopftuch, Augenklappe aus schwarzem Karton und Hutgummi, ein aufgemalter Bart.
  • Superheld: einfarbiges Shirt mit einem Buchstaben aus Tonpapier, mit Sicherheitsnadeln befestigt, ein Umhang aus einem Halstuch oder Kissenbezug.
  • Clown: bunte, nicht zusammenpassende Kleidung, rote Nase geschminkt, Hosenträger, zwei Zöpfe oder wilde Haare.

Schminke, die du noch nie benutzt hast, lieber weglassen und nur mit Bekanntem arbeiten. Für einen Hauttest ist keine Zeit mehr.

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Häufige Fragen

Wie mache ich schnell ein Faschingskostüm, ohne etwas zu kaufen?

Geh vom Kleiderschrank aus, nicht von der Idee. Einfarbige Kleidung ist die beste Grundlage: Schwarz wird zur Katze oder Fledermaus, Grau zur Maus oder zum Ritter, Weiß zum Gespenst oder Astronauten. Dazu kommen ein paar Teile aus Karton, Stoffresten oder Alufolie und etwas Schminke. Mit einem Haarreif, zwei Ohren aus Tonpapier und einer gemalten Nase hast du in 15 Minuten ein Tierkostüm.

Welche Schminke ist für Kinder geeignet?

Nimm spezielle Kinderschminke auf Wasserbasis, die für die Haut im Gesicht gedacht ist, und keine Bastel- oder Plakafarben. Teste sie ein bis zwei Tage vorher an einer kleinen Stelle, zum Beispiel in der Armbeuge. Rötet sich die Haut oder juckt es, lass sie weg. Hat dein Kind Neurodermitis oder sehr empfindliche Haut, frag im Zweifel in der Apotheke oder beim Kinderarzt nach. Abends wird alles gründlich mit Wasser und milder Seife oder etwas Öl entfernt.

Sind Spielzeugwaffen beim Schulfasching erlaubt?

Das entscheidet jede Schule selbst, und viele verbieten Waffen-Attrappen wie Pistolen, Gewehre oder realistische Messer. Schwerter aus Pappe sind oft geduldet, aber auch das ist nicht überall so. Schau in den Elternbrief oder frag die Lehrkraft kurz nach. Ein Ritter funktioniert auch mit Schild und ohne Schwert.

Wie halte ich mein Kind beim Faschingsumzug warm?

Plane das Kostüm so, dass es über die Winterkleidung passt, statt darunter zu verschwinden. Ein Umhang, ein Überwurf aus einem alten Laken oder ein Karton-Brustpanzer lassen sich über die Jacke ziehen. Darunter helfen Thermounterwäsche oder eine zweite Strumpfhose. Mütze, Handschuhe und feste Schuhe kannst du ins Kostüm einbauen, etwa als Astronautenhandschuhe oder als Ohrenmütze für ein Tier.

Ab welchem Alter kann mein Kind beim Kostüm mithelfen?

Schon Erstklässler können Ohren ausschneiden, Sterne aufkleben oder einen Karton bemalen. Ab etwa acht, neun Jahren planen viele Kinder ihr Kostüm gern selbst und brauchen dich nur noch für Cutter, Heißkleber und Nadel. Wichtiger als das Alter ist, dass dein Kind die Idee mitbestimmt. Ein schiefes, selbst gebautes Kostüm wird meist mit mehr Stolz getragen als ein perfektes gekauftes.

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