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Kind hat Angst vor Masken: Fasching ohne Tränen

Kurz gesagt: Wenn dein Kind Angst vor Masken hat, liegt das meist an seinem Alter. Kinder zwischen etwa einem und sechs Jahren lesen Gefühle fast nur aus Gesichtern ab. Ein starres, fremdes Gesicht wirft dieses System durcheinander. Hilfreich ist, Masken vorher anfassen zu lassen, sie vor den Augen deines Kindes auf- und abzusetzen und beim Faschingsumzug Abstand zu halten. Bei den meisten Kindern legt sich die Angst bis zum Schuleintritt.

Ab dem 11.11. hängen in den Geschäften wieder Kostüme, im Februar ziehen die Faschingsumzüge durch Österreich und Bayern, in Köln und Mainz feiert man Karneval, im Südwesten Fastnacht mit Holzmasken. Viele Kinder lieben das. Andere klammern sich an dein Bein, sobald eine Hexe um die Ecke kommt, oder brechen beim Kinderfasching in Tränen aus, weil die Erzieherin plötzlich eine Pappnase trägt. Wenn dein Kind Angst vor Masken hat, ist es damit in guter Gesellschaft. Die Reaktion ist vernünftig, sie wirkt für Erwachsene nur übertrieben.

Ein Hinweis zur Abgrenzung: Um Krampusse, Perchten und den Nikolausbrauch im Dezember geht es ausführlich im Ratgeber Kind hat Angst vor dem Krampus. Dort sind Lärm, Ruten und Körperkontakt das Hauptthema. Hier geht es um Masken und Kostüme allgemein, vor allem im Fasching.

Warum hat mein Kind Angst vor Masken?

Babys schauen schon in den ersten Lebenswochen bevorzugt auf Gesichter. Bis ins Vorschulalter ist das Gesicht für ein Kind die wichtigste Informationsquelle: Lächelt Mama? Ist der Mann da freundlich? Kann ich mich entspannen? Eine Maske nimmt genau diese Information weg. Das Gesicht bewegt sich nicht, die Augen sind dunkle Löcher, der Mund lacht, während die Stimme dahinter vielleicht gerade schimpft. Für ein Kind passt das nicht zusammen, und was nicht zusammenpasst, wirkt bedrohlich.

Dazu kommt das magische Denken, das Kinder bis etwa sechs Jahre prägt. Ein Dreijähriger weiß nicht sicher, ob sich der Papa mit Wolfsmaske gerade in einen Wolf verwandelt hat. Er kann den Satz „Das ist doch nur der Papa“ nachsprechen und trotzdem schreien. Das Wissen ist im Kopf angekommen, das Gefühl noch nicht.

Auch das Fremdeln spielt mit hinein. Kinder, die ohnehin vorsichtig auf fremde Menschen reagieren, erleben Verkleidete oft wie eine Steigerung davon: Selbst bekannte Personen werden plötzlich zu Unbekannten.

Was ist in welchem Alter normal?

Ein bis drei Jahre: Hier ist die Angst am häufigsten. Schon eine Faschingsbrille oder ein geschminktes Gesicht kann reichen. Kinder in diesem Alter brauchen keinen Fasching. Wenn sie es ruhig von deinem Arm aus beobachten, ist das ein guter Tag.

Drei bis sechs Jahre: Kindergartenkinder sind hin- und hergerissen. Sie wollen mitmachen, sich selbst als Prinzessin oder Feuerwehrmann verkleiden, und erschrecken trotzdem vor fremden Masken. Ganzgesichtsmasken, Clowns und Figuren mit übergroßen Köpfen sind meist schwieriger als Hüte oder Schminke.

Ab dem Schulalter: Die meisten Kinder verstehen jetzt verlässlich, dass unter der Maske ein Mensch steckt. Was bleibt, ist manchmal eine Abneigung gegen bestimmte Figuren. Viele Erwachsene mögen Clowns ja auch nicht.

So hilfst du deinem Kind vor dem Fasching

Die beste Vorbereitung findet zu Hause statt, ein paar Tage vor dem Faschingsfest oder Umzug, wenn dein Kind ausgeruht ist und sich sicher fühlt.

  • Leg eine Maske auf den Tisch und lass dein Kind sie anfassen, umdrehen, durch die Augenlöcher schauen. Ein Ding, das man in der Hand hält, hat weniger Macht.
  • Setz die Maske langsam vor seinen Augen auf und gleich wieder ab. Sag dabei: „Jetzt bin ich ein Bär. Und jetzt bin ich wieder Mama.“ Wiederhol das, solange es dein Kind lustig findet, und hör auf, sobald es unruhig wird.
  • Lass dein Kind dir die Maske aufsetzen. Wer selbst bestimmt, wann jemand verschwindet und wieder auftaucht, verliert die Angst schneller.
  • Schminkt euch gegenseitig vor dem Spiegel. Dein Kind sieht, wie aus einem vertrauten Gesicht Schritt für Schritt ein Tiger wird.
  • Schaut Fotos vom letzten Fasching an, auf denen bekannte Menschen verkleidet sind. „Weißt du, wer das ist? Das ist Oma als Hexe.“

Zwing nichts. Wenn dein Kind die Maske nicht anfassen will, leg sie für einen Tag irgendwo hin, wo es sie sehen kann. Oft geht es am nächsten Tag schon von selbst hin.

Beim Faschingsumzug und im Kindergarten

Ein Umzug ist für Kinder mit Maskenangst die schwerste Situation: viele Verkleidete auf einmal, Musik, Konfetti, und manchmal kommt jemand direkt auf dein Kind zu, um ihm Süßigkeiten zu geben. Mit etwas Planung geht es trotzdem.

Stellt euch nicht an die Absperrung, sondern zwei, drei Meter dahinter. Kleine Kinder sehen von deinen Schultern aus besser und spüren dich gleichzeitig. Sucht einen Platz, von dem aus ihr in eine Seitenstraße ausweichen könnt. Bei lauten Musikwagen hilft ein Gehörschutz für Kinder, mehr dazu im Ratgeber zur Angst vor lauten Geräuschen. Und wenn eine Maske direkt auf euch zusteuert, sag ruhig und freundlich: „Bitte nicht so nah, sie hat ein bisschen Angst.“ Die meisten Narren verstehen das sofort und nehmen sogar kurz die Maske ab.

Für den Kinderfasching im Kindergarten oder in der Volksschule hilft es, früher hinzugehen. Wenn dein Kind miterlebt, wie die anderen Kinder sich umziehen, sind sie danach keine Fremden. Frag die Pädagoginnen, ob sie sich vor den Augen der Kinder verkleiden können. Und sprich mit deinem Kind vorher ein Fluchtzeichen ab: „Wenn es dir zu viel wird, sagst du der Frau Huber Bescheid, und sie ruft mich an.“

Was du lieber nicht sagst

„Stell dich nicht so an, das ist doch nur ein Kostüm.“ Der Satz ist verständlich, hilft aber nicht. Dein Kind lernt daraus nur, dass seine Angst falsch ist, nicht, dass sie unbegründet ist. Besser ist, das Gefühl zu benennen und Sicherheit zu geben: „Die Maske sieht wirklich komisch aus. Du bist bei mir, und darunter ist ein Mensch.“

Vermeide auch, dein Kind mit einer Maske zu erschrecken, selbst im Spaß. Ältere Geschwister finden das oft lustig. Ein klares „Bei uns erschreckt niemand den anderen mit Masken“ schützt das jüngere Kind.

Wenn die Angst sich auch an Halloween zeigt, findest du im Ratgeber Halloween: Wenn das Kind Angst vor Gruseln hat weitere Ideen, die auch für Gruselkostüme im Fasching passen.

Wann geht die Angst vor Masken vorbei?

Bei den meisten Kindern wird es mit fünf bis sieben Jahren spürbar leichter. Manche verlieren die Angst von einem Fasching auf den nächsten, andere brauchen mehrere Jahre und schauen sich das Spektakel lange lieber vom Fenster aus an. Beides ist in Ordnung. Wenn dein Kind dieses Jahr nur bis zur Ecke mitgeht und nächstes Jahr bis zur Absperrung, ist das ein echter Fortschritt.

Nach einem Schreckerlebnis kann es ein paar Nächte unruhig werden. Ein festes Abendritual und ein Nachtlicht reichen oft. Wenn dich das länger beschäftigt, lies den Ratgeber zu Albträumen bei Kindern.

Wann solltest du Hilfe holen?

Hol dir Unterstützung, wenn dein Kind über mehrere Wochen schlecht schläft, nicht mehr in den Kindergarten will oder schon beim Anblick von Faschingsdeko in Panik gerät. Ein Warnzeichen ist auch, wenn sich die Angst auf alltägliche Dinge ausweitet, etwa auf Menschen mit Sonnenbrille, Helm oder Mundschutz. Erste Anlaufstelle ist deine Kinderärztin oder dein Kinderarzt. Sie können einschätzen, ob eine kinderpsychologische Beratung sinnvoll ist. In Österreich und Deutschland gibt es außerdem kostenlose Familienberatungsstellen, bei denen du ohne lange Wartezeit einen Termin bekommst.

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Häufige Fragen

Ab welchem Alter verlieren Kinder die Angst vor Masken?

Bei den meisten Kindern wird es zwischen fünf und sieben Jahren deutlich leichter. Dann verstehen sie sicher, dass ein Gesicht unter der Maske bleibt, auch wenn man es nicht sieht. Einzelne Figuren wie Clowns oder Perchten können aber auch ältere Kinder noch lange verunsichern. Das ist kein Rückstand in der Entwicklung.

Soll ich mein Kind zum Faschingsumzug mitnehmen, obwohl es Angst hat?

Nur wenn es selbst mitwill und ihr eine Möglichkeit zum Gehen habt. Stellt euch ans Ende der Strecke oder an eine ruhige Ecke, nicht direkt an die Absperrung. Wenn dein Kind nach zehn Minuten genug hat, ist der Ausflug trotzdem gelungen. Wer ein Kind zum Durchhalten drängt, macht den nächsten Umzug schwerer.

Mein Kind will sich selbst nicht verkleiden. Muss es?

Nein. Manche Kinder, die Angst vor Masken haben, wollen auch selbst keine tragen, weil es sich komisch anfühlt, das eigene Gesicht zu verstecken. Eine Kopfbedeckung, ein Umhang oder ein bisschen Schminke an der Wange reichen völlig. Sag der Kindergartengruppe vorher Bescheid, dann muss dein Kind sich nicht rechtfertigen.

Warum hat mein Kind Angst vor Clowns, obwohl die doch lustig sein sollen?

Clowns haben übertriebene Gesichter. Der aufgemalte Mund lacht immer, auch wenn die Person dahinter gerade nicht lacht. Für Kinder passt das nicht zusammen, und das verunsichert. Dazu kommt, dass Clowns oft laut sind, nah herankommen und Kinder direkt ansprechen. Lass dein Kind aus der Entfernung zuschauen, bis es selbst näher will.

Was mache ich, wenn im Kindergarten am Rosenmontag oder Faschingsdienstag alle verkleidet sind?

Frag vorher, ob die Pädagoginnen sich verkleiden und ob Masken erlaubt sind. Viele Einrichtungen bitten ohnehin darauf zu verzichten. Dein Kind kann morgens früher kommen und zusehen, wie die anderen sich umziehen. Wer die Verwandlung miterlebt, erschrickt danach viel weniger.

Wann sollte ich wegen der Angst vor Masken Hilfe holen?

Wenn dein Kind über Wochen schlecht schläft, nicht mehr in den Kindergarten will oder schon beim Anblick eines Faschingsplakats in Panik gerät. Auch wenn die Angst sich auf normale Alltagssituationen ausweitet, etwa auf Menschen mit Sonnenbrille oder Mundschutz. Erste Ansprechperson ist deine Kinderärztin oder dein Kinderarzt.

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