Von der Kinwords Redaktion
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Allergietest beim Kind: Ab wann ist er sinnvoll?

Kurz gesagt: Ein Allergietest ist in jedem Alter möglich. Sinnvoll ist er, sobald es einen konkreten Verdacht gibt, etwa wiederkehrenden Heuschnupfen, eine ausgeprägte Neurodermitis oder eine deutliche Reaktion nach dem Essen. Bei Pollenverdacht testest du am besten im Winter vor der Saison, also im Februar oder März. Erste Anlaufstelle ist der Kinderarzt. Ein positives Ergebnis heißt nicht automatisch Allergie, es zählt immer, ob dein Kind auch Beschwerden hat.

Notfall: Bekommt dein Kind nach einem Insektenstich, einem Lebensmittel oder einem Medikament Atemnot, pfeifende Atmung, schwillt das Gesicht, die Zunge oder der Hals an, wird es blass, schwindelig oder schläfrig, ruf sofort den Notruf: 112 (Deutschland und EU-weit), in Österreich die Rettung unter 144, in der Schweiz 144. Hat dein Kind ein Notfallset mit Adrenalin-Autoinjektor, benutze es so, wie es dir der Arzt gezeigt hat. Ein Test wartet, ein solcher Notfall nicht.

Letzten Mai hat deine Tochter wochenlang geniest, die Augen waren rot und verquollen, und beim Wandertag kam sie mit einer Packung Taschentücher nach Hause, die komplett leer war. Jetzt ist Januar, alles ist ruhig, und du fragst dich: Lohnt sich ein Allergietest beim Kind, und ab wann ist er sinnvoll? Oder wartet ihr lieber ab, ob es dieses Jahr wieder so wird?

Hier geht es nur um den Test selbst. Welche Tests es gibt, wann der richtige Zeitpunkt ist, wie du dein Kind vorbereitest und wie du das Ergebnis liest. Wie du Allergien im Alltag erkennst und behandelst, steht im Ratgeber Allergien beim Kind erkennen. Die Einschätzung im Einzelfall trifft immer dein Kinderarzt.

Welche Anzeichen für einen Test sprechen

Ein Allergietest ist keine Vorsorgeuntersuchung, die man einfach so macht. Er beantwortet eine Frage, die sich aus den Beschwerden deines Kindes ergibt. Ohne Verdacht findet er oft Sensibilisierungen, die gar keine Rolle spielen, und verunsichert dann mehr, als er hilft.

Ein Gespräch mit dem Kinderarzt lohnt sich, wenn dir so etwas auffällt:

  • Heuschnupfen-Verdacht: Niesen, laufende oder verstopfte Nase und juckende Augen, die jedes Jahr zur gleichen Zeit kommen und wochenlang bleiben, ohne Fieber.
  • Beschwerden das ganze Jahr: Morgens verstopfte Nase, nachts Husten, Niesattacken beim Bettenmachen oder nach dem Spielen mit der Katze der Nachbarn.
  • Neurodermitis, die schwer in den Griff zu bekommen ist: Hier kann ein Test helfen herauszufinden, ob bestimmte Auslöser die Schübe verstärken.
  • Reaktion nach dem Essen: Quaddeln, Schwellungen an Lippen oder Augen, Erbrechen oder Bauchkrämpfe kurz nach einem bestimmten Lebensmittel.
  • Pfeifende Atmung oder Husten bei Belastung: Das kann auf Asthma hindeuten, und hinter Asthma steckt bei Kindern häufig eine Allergie.

Schreib dir vor dem Termin auf, was du beobachtet hast: wann, wo, nach welchem Kontakt und wie lange. Für den Arzt ist so ein Tagebuch oft aufschlussreicher als jeder einzelne Testwert.

Allergietest beim Kind: Ab wann ist er möglich?

Die kurze Antwort: in jedem Alter. Es gibt keine Untergrenze, ab der Allergietests erst erlaubt wären. Was sich mit dem Alter ändert, ist, welcher Test gut funktioniert und wie zuverlässig das Ergebnis ist.

  • Babys und sehr kleine Kinder: Hier geht es meist um Nahrungsmittel oder um eine starke Neurodermitis. Die Haut reagiert beim Pricktest oft noch schwächer, deshalb nehmen Ärzte häufig Blut ab. Pollenallergien entwickeln sich in diesem Alter selten.
  • Kleinkinder und Kindergartenkinder: Der Pricktest ist jetzt gut machbar, wenn das Kind ein paar Minuten still halten kann. Mit einer Geschichte oder einem Hörspiel klappt das erstaunlich oft.
  • Schulkinder: Jetzt treten Heuschnupfen und Hausstaubmilben-Allergien häufiger auf. Die Tests sind in diesem Alter meist gut aussagekräftig, und das Kind kann selbst beschreiben, wann es Beschwerden hat.

Bei Pollenverdacht ist der Winter der beste Zeitpunkt, also Februar oder März, bevor Hasel und Erle richtig loslegen. Dein Kind hat dann meist keine Beschwerden und braucht keine Allergietabletten, die einen Pricktest stören würden. Und es bleibt Zeit, mit dem Arzt zu besprechen, wie ihr durch die Saison kommt.

Pricktest, Bluttest, Provokationstest: Was der Unterschied ist

Pricktest (Hauttest): Auf den Unterarm, bei kleinen Kindern manchmal auf den Rücken, kommen kleine Tropfen mit verschiedenen Allergenen, zum Beispiel Gräserpollen, Birke oder Hausstaubmilbe. Durch jeden Tropfen ritzt die Ärztin die Haut ganz oberflächlich an. Nach etwa einer Viertelstunde sieht sie nach, ob sich an einer Stelle eine juckende Quaddel gebildet hat. Der Test geht schnell und das Ergebnis ist sofort da.

Bluttest (spezifisches IgE): Im Blut wird gemessen, ob dein Kind Abwehrstoffe, sogenannte IgE-Antikörper, gegen bestimmte Stoffe gebildet hat. Das ist praktisch, wenn die Haut wegen Neurodermitis nicht gut testbar ist, wenn das Kind Medikamente nicht pausieren kann oder wenn es sehr klein ist. Das Ergebnis kommt nach einigen Tagen aus dem Labor.

Provokationstest: Hier bekommt dein Kind den verdächtigen Stoff unter ärztlicher Aufsicht in langsam steigender Menge, meist ein Lebensmittel. Das ist der genaueste Weg, um zu klären, ob es wirklich allergisch reagiert. Weil dabei eine starke Reaktion möglich ist, findet er in einer spezialisierten Praxis oder in der Klinik statt, wo sofort behandelt werden kann. Probier so etwas nie selbst zuhause aus.

Von Tests, die man im Internet bestellt, und von sogenannten IgG-Tests auf Nahrungsmittel raten die Allergie-Fachgesellschaften ab. Sie messen etwas anderes und führen oft zu unnötigen Verboten beim Essen.

Der Weg zum Test: Kinderarzt oder Allergologe

Fang bei deinem Kinderarzt an. Viele Kinderarztpraxen machen Prick- und Bluttests selbst. Braucht es mehr, etwa einen Provokationstest oder eine ausführliche Abklärung, überweist er euch an einen Kinderarzt mit Zusatzausbildung Allergologie, an eine Allergie-Ambulanz einer Kinderklinik oder in Österreich und der Schweiz an die entsprechenden Spezialambulanzen. Dort sind die Wartezeiten oft lang. Ein Grund mehr, im Winter schon anzufragen.

So kannst du den Termin ansprechen:

„Mia hatte letzten Frühling von April bis Juni ständig eine laufende Nase und rote Augen, ohne Fieber. Ich würde gern abklären, ob das Heuschnupfen ist, bevor die Saison wieder anfängt. Ist ein Allergietest bei Ihnen möglich, und was muss ich vorher beachten?“

So bereitest du dein Kind vor

Allergietabletten und -säfte (Antihistaminika) unterdrücken die Hautreaktion. Vor einem Pricktest müssen sie deshalb meist einige Tage pausiert werden. Auch Cortisoncreme an der Teststelle kann das Ergebnis verfälschen. Wie lange die Pause sein muss, hängt vom Mittel ab, das sagt dir die Praxis. Setz nichts auf eigene Faust ab, und Asthmasprays schon gar nicht. Frag beim Terminmachen nach, das spart einen zweiten Anlauf.

Erklär deinem Kind vorher ehrlich, was passiert. Kinder kommen mit einem kurzen Pieks besser klar als mit einer Überraschung. Zum Beispiel so:

„Die Ärztin malt dir kleine Punkte auf den Arm und tupft Tropfen drauf. Dann piekst sie ganz kurz in jeden Tropfen. Danach warten wir eine Viertelstunde, und vielleicht juckt es an manchen Stellen. Das zeigt uns, worauf deine Nase so sauer reagiert. Kratzen darfst du in der Zeit nicht, aber wir lesen zusammen ein Buch.“

Ein T-Shirt mit kurzen Ärmeln, ein Buch oder Hörspiel und eine kleine Belohnung für danach machen den Termin für die meisten Kinder gut machbar.

Was ein positives Ergebnis bedeutet

Das ist der Punkt, an dem viele Eltern erschrecken. Auf dem Befund stehen fünf Stoffe mit einem Plus dahinter, und plötzlich wirkt das halbe Leben verboten. Dabei zeigt ein positiver Test zunächst nur eine Sensibilisierung: Der Körper hat Abwehrstoffe gegen etwas gebildet. Eine Allergie ist es erst, wenn dein Kind auch tatsächlich Beschwerden bekommt, wenn es mit dem Stoff in Kontakt kommt.

Ein Kind kann also positiv auf Erdnuss getestet sein und seit Jahren Erdnussbutter essen, ohne dass etwas passiert. Dann gibt es meistens keinen Grund, das zu ändern. Umgekehrt kann ein Test auch mal unauffällig sein, obwohl die Beschwerden eindeutig sind. Deshalb legt der Arzt Ergebnis und Beobachtungen immer nebeneinander. Streich nichts vom Speiseplan, nur weil ein Wert auffällig ist, sondern besprich vorher mit dem Arzt, was der Befund für den Alltag bedeutet.

Steht eine Pollenallergie fest, geht es um Entlastung in der Saison, auch in der Schule. Was dort hilft, steht im Ratgeber Heuschnupfen beim Kind in der Schule. Bei einer bestätigten Nahrungsmittelallergie brauchen Schule und Kita klare Absprachen, dazu mehr im Ratgeber Nahrungsmittelallergie beim Kind in Schule und Kita.

Hyposensibilisierung: Wenn der Test mehr als eine Diagnose ist

Bei Pollen, Hausstaubmilben oder Insektengift kann der Test der erste Schritt zu einer Hyposensibilisierung sein, auch spezifische Immuntherapie genannt. Dabei bekommt dein Kind den Allergieauslöser regelmäßig in kleinen Mengen, als Spritze beim Arzt oder als Tablette oder Tropfen unter die Zunge. So soll sich das Immunsystem nach und nach daran gewöhnen. Die Behandlung dauert in der Regel mehrere Jahre und wird meist ab dem Schulalter begonnen. Ob sie für dein Kind infrage kommt, entscheidet der Arzt anhand von Test und Beschwerden.

Wann du nicht auf den Test warten solltest

Ein Allergietest ist für ruhige Phasen gedacht. Manche Situationen brauchen schneller Hilfe:

  • Dein Kind hat nach dem Essen oder einem Stich Atemnot, eine geschwollene Zunge oder ein geschwollenes Gesicht. Das ist ein Notfall, ruf 112, in Österreich und der Schweiz 144.
  • Es reagiert nach einem Lebensmittel mit Quaddeln am ganzen Körper oder Erbrechen, auch wenn es sich schnell erholt. Melde dich zeitnah beim Kinderarzt, bevor es das Lebensmittel wieder isst.
  • Es hustet nachts oft, pfeift beim Atmen oder bekommt beim Sport schlecht Luft. Lass das abklären, ein Test kann Teil davon sein.
  • Die Neurodermitis wird trotz Pflege immer schlimmer, nässt oder ist entzündet. Wie du dein Kind dabei begleitest, liest du im Ratgeber Neurodermitis beim Kind.

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Häufige Fragen

Ab welchem Alter kann man beim Kind einen Allergietest machen?

Grundsätzlich in jedem Alter, auch schon bei Babys. Welcher Test passt, hängt vom Alter ab. Bei sehr kleinen Kindern nehmen Ärzte häufig Blut ab, weil die Haut beim Pricktest oft noch schwächer reagiert. Ab dem Kleinkindalter ist der Pricktest gut machbar. Entscheidend ist nicht das Alter, sondern ob es einen konkreten Verdacht gibt.

Wann ist der beste Zeitpunkt für einen Allergietest bei Heuschnupfen-Verdacht?

Am besten vor der Pollensaison, also im Winter, etwa im Februar oder März. Dann hat dein Kind meist keine Beschwerden und braucht keine Allergietabletten, die das Ergebnis eines Pricktests verfälschen können. Außerdem bleibt Zeit, mit dem Arzt zu besprechen, was ihr in der Saison macht.

Muss mein Kind vor dem Pricktest Medikamente absetzen?

Allergietabletten und -säfte (Antihistaminika) dämpfen die Hautreaktion und müssen meist einige Tage vorher pausiert werden. Auch Cortisoncreme an der Teststelle kann stören. Wie lange genau, sagt dir die Praxis. Setz Medikamente nie eigenmächtig ab, vor allem keine Asthmamittel, sondern sprich das vorher ab. Für den Bluttest musst du in der Regel nichts absetzen.

Tut ein Allergietest beim Kind weh?

Beim Pricktest wird die Haut mit einer feinen Lanzette nur oberflächlich angeritzt. Das piekst kurz, blutet aber normalerweise nicht. Danach kann es an positiven Stellen jucken. Beim Bluttest ist es ein normaler Pieks in die Vene, viele Praxen nutzen dafür ein betäubendes Pflaster.

Mein Kind ist laut Test sensibilisiert, hat aber keine Beschwerden. Ist es allergisch?

Nicht unbedingt. Sensibilisiert heißt nur, dass der Körper Abwehrstoffe gegen einen Stoff gebildet hat. Eine Allergie liegt erst vor, wenn das Kind auch wirklich darauf reagiert. Viele Kinder sind zum Beispiel gegen ein Nahrungsmittel sensibilisiert und essen es trotzdem ohne Probleme. Verbiete deshalb nichts nur wegen eines Testwerts, sondern besprich das Ergebnis mit dem Arzt.

Zahlt die Krankenkasse den Allergietest beim Kind?

Wenn ein Arzt den Test wegen eines begründeten Verdachts macht, übernehmen die Krankenkassen in Deutschland und Österreich die Kosten in der Regel. In der Schweiz hängt es von Franchise und Versicherungsmodell ab. Tests, die man selbst im Internet bestellt, und sogenannte IgG-Tests auf Nahrungsmittel zahlt die Kasse meist nicht, und Allergie-Fachgesellschaften raten von IgG-Tests ab.

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