Elternsprechtag: Wenn die Lehrkraft schlechte Nachrichten hat
Kurz gesagt: Hören Sie zuerst zu, fragen Sie nach konkreten Beispielen und vereinbaren Sie einen Plan mit klaren nächsten Schritten. Besprechen Sie das Ergebnis erst danach, ohne Vorwürfe, mit Ihrem Kind.
Viele Eltern gehen mit einem mulmigen Gefühl zum Elternsprechtag. Wenn dann Sätze fallen wie „Er stört ständig“ oder „Sie hat große Lücken“, ist die erste Reaktion oft Abwehr oder Scham. Dabei hilft es allen Beteiligten, wenn Sie das Gespräch als gemeinsame Problemlösung nutzen.
Vor dem Termin
Fragen Sie Ihr Kind vorher, wie es sich in der Klasse fühlt und was gut oder schwer ist. Notieren Sie sich zwei bis drei Fragen. Gehen Sie mit der Haltung hinein: Wir wollen beide, dass es meinem Kind gut geht.
Im Gespräch ruhig bleiben
- Zuerst zuhören und ausreden lassen, nicht sofort rechtfertigen
- Nach konkreten Beispielen fragen: „Wann ist das zuletzt aufgefallen?“
- Nachfragen, wenn Begriffe unklar sind
- Auch nach Stärken des Kindes fragen
- Am Ende gemeinsam zusammenfassen, was vereinbart wurde
Konkrete Schritte vereinbaren
Fragen Sie: Was können Sie in der Schule tun, was können wir zu Hause tun? Vereinbaren Sie einen Folgetermin in vier bis sechs Wochen, um zu sehen, ob sich etwas verändert hat. So wird aus einer Kritik ein Plan.
Danach mit dem Kind sprechen
Warten Sie einen Tag, bis die erste Enttäuschung verflogen ist. Beginnen Sie mit dem Positiven aus dem Gespräch und fragen Sie dann, wie Ihr Kind die Situation sieht. Wichtig: Ihr Kind soll nicht den Eindruck bekommen, dass es „verpetzt“ wurde, sondern dass Erwachsene gemeinsam helfen wollen.
Wenn Sie anderer Meinung sind
Sie dürfen Einschätzungen hinterfragen. Bleiben Sie sachlich, bitten Sie um Beispiele und Beobachtungen. Bei grundlegenden Differenzen ist ein zweites Gespräch mit Schulleitung oder Beratungslehrkraft möglich.
Weiterlesen
Häufige Fragen
Darf ich eine zweite Person zum Elternsprechtag mitnehmen?
Ja, viele Eltern gehen zu zweit hin. So ist es leichter, ruhig zu bleiben und sich Details zu merken. Informieren Sie die Lehrkraft vorher kurz.
Soll mein Kind beim Gespräch dabei sein?
In der Grundschule meist nicht, ab der weiterführenden Schule kann das sinnvoll sein. Fragen Sie vorher nach den Regeln der Schule.
Was, wenn die Zeit nicht reicht?
Bitten Sie um einen separaten Gesprächstermin. Elternsprechtage sind oft auf 10 bis 15 Minuten begrenzt, Probleme brauchen mehr Zeit.