Elternsprechtag: Diese Fragen sollten Eltern stellen
Kurz gesagt: Beim Elternsprechtag reden die meisten Eltern zu wenig und hören zu viel zu. Du hast 10 bis 15 Minuten. Nutze sie, indem du mit konkreten Fragen kommst statt auf Berichte zu warten. Du willst wissen, wie dein Kind wirklich dasteht, nicht nur, was im Zeugnis steht.
Fragen, die wirklich etwas bringen
Diese Fragen gehen über Noten hinaus und geben dir ein ehrlicheres Bild:
Zum sozialen Umfeld:
- "Wie erleben Sie mein Kind in der Klasse, also in der Gruppe, nicht nur einzeln?"
- "Hat mein Kind enge Freundschaften in der Klasse, oder ist es oft alleine?"
- "Gibt es Konflikte mit anderen Kindern, von denen Sie wissen?"
Zur Leistung und zum Verhalten:
- "Wo sehen Sie das größte Entwicklungspotenzial in diesem Jahr?"
- "Was muss mein Kind konkret tun, um in [Fach] besser zu werden?"
- "Gibt es etwas, das mein Kind in der Schule zeigt, das mich überraschen würde?"
Zur Zusammenarbeit:
- "Was kann ich zu Hause tun, das Sie in Ihrer Arbeit unterstützt?"
- "Wie soll ich reagieren, wenn mein Kind sagt, dass es in [Fach] nicht mehr mitkommt?"
- "Wie erreiche ich Sie am besten, wenn ich zwischen den Sprechtagen Fragen habe?"
Was du vor dem Gespräch tun kannst
Frag dein Kind vorher: "Was soll ich die Lehrkraft fragen?" und "Gibt es etwas, das du mir noch nicht erzählt hast, aber das wichtig wäre?" Du bekommst selten genaue Antworten, aber manchmal einen Hinweis, worauf du achten solltest.
Schreib dir zwei oder drei Punkte auf, die dir wichtig sind. Das hilft, wenn das Gespräch in Smalltalk abgleitet oder du nervös bist.
Nach dem Gespräch
Erzähl deinem Kind, was du erfahren hast. Nicht als Auswertung oder Kritik, sondern als Information: "Die Lehrerin hat gesagt, dass du in der Klasse oft hilfreich bist. Das hat mich gefreut." Kinder wollen wissen, was über sie gesagt wird, und es hilft dem Vertrauen in die Schule.
Wenn du konkrete Vereinbarungen getroffen hast (Förderstunde, neuer Sitzplatz, gemeinsames Lesen), notiere sie dir und schick der Lehrkraft kurz danach eine E-Mail zur Bestätigung. Das ist kein Misstrauen, sondern verhindert Missverständnisse.
Kinwords-Ratgeber für Eltern in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
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Häufige Fragen
Wie lange dauert ein Elternsprechtag-Gespräch typischerweise?
An den meisten Schulen sind 10 bis 15 Minuten pro Termin vorgesehen. Das ist wenig. Deshalb hilft es, sich vorher zu entscheiden, worüber du unbedingt sprechen willst, und mit der wichtigsten Frage anzufangen, nicht mit Höflichkeiten. Wenn du mehr Zeit brauchst, frag am Ende des Termins nach einem separaten Gesprächstermin.
Darf ich beim Elternsprechtag auch Kritik an der Lehrkraft äußern?
Ja. Der Elternsprechtag ist ein Gespräch auf Augenhöhe, kein Verhör. Wenn du das Gefühl hast, dass dein Kind von einer Lehrkraft ungerecht behandelt wird oder die Kommunikation nicht funktioniert, gehört das in dieses Gespräch. Formulier konkret: 'Mein Kind hat mir erzählt, dass...' und frag, wie die Lehrkraft das einschätzt. Vermeide Anklage, aber umgeh das Thema nicht.
Was tue ich, wenn ich mit der Aussage der Lehrkraft nicht einverstanden bin?
Lass dich nicht sofort unter Druck setzen. Sag: 'Das nehme ich mit und überlege es mir.' Du musst nicht auf der Stelle zustimmen. Wenn du nach dem Gespräch weiterhin das Gefühl hast, dass etwas nicht stimmt, frag nach einem Folgetermin oder wende dich an die Schulleitung oder den Schulpsychologischen Dienst.
Soll ich mein Kind zum Elternsprechtag mitnehmen?
Das hängt von deinem Kind und der Schule ab. Manche Schulen führen mittlerweile Dreiergespräche durch, bei denen Kind, Eltern und Lehrkraft gemeinsam sprechen. Das kann gut sein, wenn das Kind alt genug ist und die Situation nicht zu belastet. Bei jüngeren Kindern oder schwierigen Themen ist ein Gespräch ohne Kind meist sinnvoller.
Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel wurde von der Kinwords-Redaktion verfasst und befindet sich in pädagogischer Review.
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