Teenager will mehr Taschengeld: So führst du das Gespräch

Kinwords Redaktion 6 Min. Lesezeit

"Das reicht einfach nicht." Ein Satz, den viele Eltern kennen. Oft kommt er kurz vor dem Ausgang, vor einer Geburtstagsparty oder wenn Freunde über neue Schuhe reden. Der Teenager will mehr Taschengeld. Und der erste Reflex ist meistens Ablehnung.

Dabei lohnt es sich, kurz innezuhalten. Denn die Frage dahinter ist oft berechtigt.

Warum Teenager mehr Geld brauchen als Kinder

Mit dem Alter steigen die sozialen Kosten. Kino, Café, gemeinsam etwas essen, zum Konzert fahren. Das ist kein Luxus, sondern soziales Leben. Teenager, die ständig absagen müssen, weil das Geld fehlt, geraten ins Abseits. Das klingt dramatisch, ist aber eine reale Erfahrung für viele Jugendliche.

Dazu kommt: Die Preise steigen. Was vor drei Jahren gereicht hat, reicht heute oft nicht mehr für dieselben Dinge.

Wie das Gespräch gelingt

Zuerst verstehen, dann entscheiden

Frag, wofür das Geld gebraucht wird. Nicht als Verhör, sondern als echte Frage. Manchmal stellt sich heraus, dass der Teenager ein konkretes Ziel hat, das er selbst nicht klar benennen konnte. Ein Gespräch über Ausgaben macht auch deutlich, ob es sich um einen einmaligen Bedarf handelt oder um einen regelmäßigen Mehraufwand.

Zusammen rechnen

Leg offen, wofür das aktuelle Taschengeld gedacht ist: Ausgehabend, Snacks, kleine Anschaffungen. Dann schaut gemeinsam, was tatsächlich gebraucht wird. Dieser Schritt kostet Zeit, aber er macht das Gespräch von einer Forderung zu einer Planung.

Eine klare Antwort geben

Nicht mehr Taschengeld zu geben ist eine akzeptable Entscheidung, wenn sie ehrlich begründet wird. "Wir können das gerade nicht" ist besser als "Damit musst du auskommen." Der Unterschied ist, ob der Teenager das Gefühl hat, nicht ernst genommen zu werden, oder ob er versteht, wie die Situation ist.

Alternativen zum höheren Taschengeld

Zusatzaufgaben im Haushalt

Kleine bezahlte Aufgaben können eine sinnvolle Ergänzung sein. Wichtig: Das sind Extras, keine Pflichten. Normale Haushaltsaufgaben gehören zum Zusammenleben und werden nicht bezahlt. Wer das Familienauto wäscht oder die Nachbarin beim Einkaufen begleitet, kann dafür eine Aufwandsentschädigung bekommen.

Babysittern oder Nebenjobs

Ab 14 oder 15 Jahren ist das in vielen Fällen möglich. Kleiner Nebenjob in den Ferien, Babysitting in der Nachbarschaft, Nachhilfe geben. Das bringt nicht nur Geld, sondern auch ein erstes Gefühl für Arbeit und Verdienen. Viele Teenager erleben das als stärkend, nicht als Belastung.

Wann eine Erhöhung sinnvoll ist

Wenn dein Teenager wächst, sich der Alltag verändert und die tatsächlichen Ausgaben regelmäßig das Taschengeld übersteigen, ist eine Anpassung berechtigt. Das passiert oft beim Schuleintritt einer neuen Stufe, beim Wechsel auf eine weiterführende Schule oder schlicht, wenn ein Jahr vergangen ist und die Preise gestiegen sind.

Eine jährliche Überprüfung, ob das Taschengeld noch passt, macht das Thema zu einer Routine statt zu einem Streitpunkt.

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Häufige Fragen

Wie viel Taschengeld ist für Teenager angemessen?

Als Orientierung gilt: 10 bis 12 Jahre: 15 bis 25 Euro pro Monat. 13 bis 15 Jahre: 25 bis 40 Euro. 16 bis 18 Jahre: 40 bis 70 Euro. Das sind Richtwerte, keine Pflichtbeträge. Was der Haushalt trägt und was dein Kind dafür selbst übernimmt, ist entscheidender als die genaue Summe.

Muss ich erklären, warum ich nicht mehr geben kann?

Du musst nicht, aber es hilft. Teenager, die verstehen, wie das Familienbudget funktioniert, lernen mehr über Geld als durch jede Summe, die du ihnen gibst. Ein einfacher Überblick, was das Haushaltsgeld deckt, macht klar, dass Taschengeld keine willkürliche Entscheidung ist.

Sollte ich Taschengeld kürzen, wenn das Kind schlechte Noten hat?

Das wird in der Familienberatung überwiegend abgelehnt. Taschengeld ist ein Lernfeld für Geldumgang, kein Leistungsbonus. Wenn du Taschengeld an Noten koppelst, verschiebt sich der Fokus: Das Kind denkt an Geld, nicht an Lernen. Trenne die beiden Themen.

Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel wurde von der Kinwords-Redaktion verfasst und befindet sich derzeit in kinderpsychologischer Review. Für konkrete psychotherapeutische Einschätzungen wende dich an eine Fachkraft.

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