Von der Kinwords Redaktion
Schule7 Min. LesezeitKinwords Redaktion

Schultüte füllen: Ideen, Budget und was reingehört

Kurz gesagt: In die Schultüte gehören ein paar nützliche Schulsachen, ein oder zwei Dinge zum Spielen oder Lesen, eine kleine Portion Süßes und ein persönlicher Gruß. Als Faustregel reichen 30 bis 60 Euro für den Inhalt. Die Tüte darf nur so schwer sein, dass dein Kind sie selbst tragen kann.

Ein paar Wochen vor der Einschulung stehen viele Eltern im Schreibwarenladen und fragen sich, wie man so eine riesige Tüte eigentlich voll bekommt. Die gute Nachricht: Die Schultüte muss nicht bis zum Rand mit gekauften Sachen gefüllt sein. Dein Kind wird sich am Ende an zwei oder drei Dinge darin erinnern, und an das Gefühl, dass dieser Tag etwas Besonderes war.

Was kommt in die Schultüte?

Bewährt hat sich eine Mischung aus drei Teilen. Ungefähr die Hälfte sind Dinge, die dein Kind in der Schule wirklich braucht. Ein Teil ist zum Spielen, Basteln oder Lesen da. Und ein kleiner Rest ist zum Naschen. Ganz oben liegt etwas Persönliches, das nur von euch kommen kann.

Nützliches für die Schule:

  • Radiergummi, Spitzer mit Auffangbehälter und ein paar dicke Dreikantstifte, die in kleinen Händen gut liegen
  • Eine eigene Trinkflasche, die dicht hält, damit im Ranzen nichts ausläuft
  • Eine Brotdose, auf die dein Kind stolz ist und die es deshalb auch wieder mit nach Hause bringt
  • Namensaufkleber oder Stempel, damit Mützen und Stifte nach dem Turnen wieder beim richtigen Kind landen
  • Ein Turnbeutel oder ein Säckchen für Hausschuhe, falls die Schule das verlangt

Schau vorher auf die Materialliste der Schule. Viele Lehrkräfte wünschen bestimmte Hefte, Stiftmarken oder Farbkästen. Was auf der Liste steht, kann gut in die Tüte wandern. So zählt es doppelt: Es macht Freude und ist ohnehin fällig. Was sonst noch in den Ranzen gehört, findest du in der Checkliste zum Schulranzen packen.

Zum Spielen und Entdecken: Ein Erstlesebuch, ein kleines Kartenspiel, Knete, eine Lupe oder ein Springseil für die Pause. Ein einziges Spiel, das ihr am Abend gemeinsam ausprobiert, wirkt oft stärker als fünf Kleinigkeiten.

Persönliches: Ein Brief von dir, ein Foto vom Kindergarten oder ein Gutschein wie „Ein Nachmittag nur wir zwei im Schwimmbad“. Solche Dinge kosten wenig und bleiben oft am längsten im Gedächtnis. Den Brief kann dein Kind noch nicht lesen, das macht nichts. Du liest ihn vor, und in ein paar Monaten liest es ihn selbst.

Wie viel Süßes ist in Ordnung?

Früher bestand die Schultüte fast nur aus Süßigkeiten. Heute packen die meisten Familien weniger hinein, und das hat einen praktischen Grund: Am Einschulungstag gibt es meist schon Kuchen, Eis und Naschereien von Oma, Opa und Paten. Als Faustregel reicht höchstens ein Drittel Süßes, gern weniger.

Kleine Einzelpackungen sind besser als eine große Tüte Gummibärchen. Dein Kind kann sie über ein paar Tage verteilen, und vielleicht wandert eine davon in die Brotdose am zweiten Schultag. Alternativen, die trotzdem nach Naschen aussehen: getrocknete Apfelringe, ein selbst gebackener Keks mit Namen darauf oder ein Glas mit bunten Nudeln für ein gemeinsames Abendessen.

Wie viel Geld für die Schultüte?

Es gibt keinen richtigen Betrag. Als grobe Faustregel kommen viele Familien mit 30 bis 60 Euro für den Inhalt gut aus, wenn Schulsachen dabei sind, die sowieso gekauft werden müssten. Die Tüte selbst kostet im Laden je nach Modell noch etwas extra.

Wenn das Budget knapp ist, hilft dieser Trick: Erst den Boden mit etwas Leichtem füllen, zum Beispiel zusammengeknülltem Seidenpapier oder einem kleinen Kissen. Viele Tüten haben dafür ohnehin einen Einsatz. So reicht weniger Inhalt, und die Tüte wirkt trotzdem voll. Verwandte, die etwas schenken möchten, kannst du gezielt fragen: Die Oma übernimmt das Buch, der Pate die Trinkflasche. So wird es nicht zu viel, und nichts liegt doppelt drin.

Schultüte Inhalt: Ideen nach Kind-Typ

Die schönste Schultüte passt zu deinem Kind und nicht zu einem Prospekt. Ein paar Beispiele:

  • Für Bastelkinder: Washi-Tape, eine Kinderschere mit Namen, bunte Pfeifenputzer und ein Block mit dickem Papier. Damit sitzt es am ersten Nachmittag zufrieden am Tisch.
  • Für Bewegungskinder: Ein Springseil, ein Flummi oder Kreide für den Schulhof. Das hilft, nach dem langen Stillsitzen Energie loszuwerden.
  • Für Entdeckerinnen und Entdecker: Lupe, Taschenlampe, ein kleines Sachbuch über Tiere oder den Weltraum. Neugier ist die beste Voraussetzung fürs Lernen.
  • Für Bücherfans: Ein Erstlesebuch mit großer Schrift und kurzen Kapiteln, dazu ein Lesezeichen. Das Buch macht Lust darauf, bald selbst lesen zu können.
  • Für vorsichtige Kinder: Ein kleines Kuscheltier, das in die Jackentasche passt, oder ein Mutmach-Stein. Ein Glücksbringer gibt Halt in der neuen Umgebung.

Hat dein Kind gerade große Sorgen vor dem neuen Abschnitt, kann die Schultüte ein Stück Vorfreude schenken. Mehr zum Umgang mit dieser Angst steht im Ratgeber Kind hat Angst vor der Einschulung.

Größe und Gewicht: Was kann dein Kind tragen?

Im Laden sind Tüten mit 70 und 85 Zentimetern am häufigsten. Für kleinere Kinder ist die kürzere Variante meist angenehmer, weil die große Tüte beim Gehen an den Knien stößt. Probier es aus: Lass dein Kind die gefüllte Tüte ein paar Minuten halten und damit durch die Wohnung gehen. Hängt sie schief oder rutscht sie aus dem Arm, ist sie zu schwer.

Schwere Dinge wie Bücher und Trinkflasche gehören nach unten in die Spitze, leichte und empfindliche nach oben. Glasflaschen und große Spielzeugkartons lässt du besser weg. Bedenke auch den Ablauf des Tages: Bei der Feier in der Turnhalle, beim Foto vor dem Schuleingang und auf dem Heimweg hält dein Kind die Tüte oft eine ganze Weile selbst. Ideen für den Ablauf des Festes findest du im Ratgeber Einschulungsfeier: Ideen und Tipps.

Geschwistertüte: ja oder nein?

Für jüngere Geschwister ist der Einschulungstag manchmal schwer auszuhalten. Alle schauen auf das große Kind, es gibt Geschenke, und man selbst steht daneben. Eine kleine Geschwistertüte kann da viel Druck rausnehmen. Wichtig ist, dass sie deutlich kleiner bleibt als die echte Schultüte, etwa 35 Zentimeter, mit zwei oder drei Kleinigkeiten wie Malstiften und einem Pixi-Buch. So ist klar, wer heute im Mittelpunkt steht.

Ältere Geschwister brauchen meist keine eigene Tüte. Sie freuen sich oft mehr über eine Aufgabe, etwa das Foto vor der Schule zu machen oder dem Neuling den Schulweg zu zeigen. Wenn Eifersucht in eurer Familie gerade ein Thema ist, hilft der Ratgeber Geschwistereifersucht.

Schultüte selber basteln: kurz erklärt

Eine selbst gebastelte Schultüte ist keine Pflicht. Für viele Familien ist sie aber ein schönes Ritual in den Wochen vor dem Schulstart. Du brauchst einen Rohling aus fester Pappe, wie es ihn im Bastelladen gibt, Krepppapier für den Abschluss oben, Kleber und Motive zum Aufkleben. Am einfachsten gelingt es, wenn dein Kind das Thema aussucht und selbst ein paar Teile ausschneidet oder anmalt. Perfekt muss das nicht aussehen. Ein krumm aufgeklebter Dinosaurier, den dein Kind selbst gemacht hat, ist mehr wert als ein makelloses Kaufmodell. Plane zwei bis drei Nachmittage ein, damit der Kleber in Ruhe trocknen kann.

Schultüte in Österreich und der Schweiz

Die Schultüte ist vor allem ein deutscher Brauch. In Österreich ist sie weniger verbreitet und regional unterschiedlich üblich. In manchen Klassen bringen fast alle Kinder eine mit, in anderen kaum eines. Frag am besten beim Elternabend oder bei anderen Eltern nach, damit dein Kind am ersten Tag nicht als einziges mit oder ohne Tüte dasteht. In der Schweiz kennt man die Schultüte kaum. Dort wird der Schulstart eher mit einem Lieblingsessen, einem kleinen Geschenk oder einem besonders schönen Znüni gefeiert. Auch das ist ein guter Weg, den Tag besonders zu machen.

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Häufige Fragen

Was kommt in die Schultüte?

Eine gute Mischung aus drei Teilen: ein paar nützliche Dinge für die Schule wie Radiergummi, Spitzer oder Trinkflasche, ein oder zwei Sachen zum Spielen oder Lesen und eine kleine Portion Süßes. Dazu passt ein persönlicher Gruß, etwa ein Brief oder ein Gutschein für einen gemeinsamen Ausflug.

Wie viel Geld gibt man für eine Schultüte aus?

Eine feste Regel gibt es nicht. Als Faustregel kommen viele Familien mit 30 bis 60 Euro für den Inhalt gut aus, wenn sie Schulsachen einrechnen, die ohnehin gekauft werden müssten. Mehr Geld macht die Tüte nicht schöner. Kinder freuen sich über Überraschungen, nicht über den Preis.

Wie viel Süßes gehört in die Schultüte?

Eine Handvoll reicht. Als Faustregel höchstens ein Drittel der Tüte, besser weniger. Viele Kinder bekommen am Einschulungstag ohnehin Kuchen und Naschereien von Verwandten. Kleine Packungen sind besser als eine große Tafel, weil dein Kind dann über ein paar Tage verteilt etwas davon hat.

Wie groß sollte eine Schultüte sein?

Im Handel sind 70 und 85 Zentimeter die üblichen Größen. Für kleinere oder zierliche Kinder ist die 70-Zentimeter-Tüte meist die bessere Wahl. Wichtiger als die Größe ist das Gewicht: Dein Kind sollte die gefüllte Tüte beim Fotografieren und auf dem Weg zur Feier selbst halten können.

Braucht das Geschwisterkind auch eine Schultüte?

Nötig ist sie nicht, aber eine kleine Geschwistertüte entschärft den Tag oft. Sie sollte deutlich kleiner sein als die echte Schultüte und nur ein paar Kleinigkeiten enthalten. So fühlt sich das jüngere Kind gesehen, und der Schulanfänger bleibt die Hauptperson.

Gibt es die Schultüte auch in Österreich und der Schweiz?

In Deutschland ist die Schultüte fester Brauch. In Österreich ist sie weniger verbreitet und je nach Region und Schule unterschiedlich üblich, viele Familien übernehmen sie aber inzwischen. In der Schweiz gibt es die Schultüte kaum, dort feiern Familien den Schulstart eher mit einem besonderen Essen oder einem kleinen Geschenk.

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