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Nachhilfe bezahlen: Kosten und staatliche Förderung im Überblick

Das Wichtigste in einem Satz: Nachhilfe kostet je nach Anbieter etwa 15 bis 45 Euro pro Stunde – aber wenn das Geld knapp ist, zahlt oft der Staat über das Bildungs- und Teilhabepaket. Du beantragst diese Lernförderung beim Jobcenter oder Sozialamt und brauchst dafür eine kurze Bestätigung der Schule.

Dein Kind kommt in Mathe nicht mehr mit und du überlegst, Nachhilfe zu organisieren. Sofort kommt die Frage: Was kostet das eigentlich – und können wir uns das leisten?

Die gute Nachricht: Nachhilfe muss nicht teuer sein, und für viele Familien übernimmt sie sogar der Staat. Dieser Artikel zeigt dir, mit welchen Preisen du rechnen musst und welche Wege es gibt, wenn das Budget begrenzt ist.

Was Nachhilfe wirklich kostet

Der Preis hängt vor allem davon ab, wer unterrichtet. Grob kannst du dich an diesen Spannen orientieren:

  • Schüler oder Studenten: etwa 15 bis 20 Euro pro Stunde. Oft der günstigste Weg – gerade ältere Schüler aus der Nachbarschaft helfen zuverlässig bei den Grundlagen.
  • Private Nachhilfelehrer: etwa 25 bis 40 Euro pro Stunde. Sie haben mehr Erfahrung und können gezielter auf Lücken eingehen, kosten dafür aber mehr.
  • Nachhilfe-Institute: etwa 20 bis 45 Euro pro Stunde. Der Preis sinkt, wenn dein Kind in einer kleinen Gruppe lernt. Achte hier auf die Vertragslaufzeit – viele Institute binden dich für mehrere Monate.

Ein Spartipp: Online-Nachhilfe ist oft günstiger als Unterricht bei dir zu Hause, weil keine Anfahrt anfällt. Für viele Fächer funktioniert sie genauso gut, sofern dein Kind sich am Bildschirm konzentrieren kann.

Die Stundenpreise sagen für sich genommen wenig aus. Entscheidend ist, was am Ende eines Schuljahres zusammenkommt. Deshalb hier ein konkretes Beispiel zum Durchrechnen.

Nimm an, dein Kind bekommt zwei Stunden Nachhilfe pro Woche. Ein Schuljahr hat abzüglich der Ferien etwa 38 bis 40 Unterrichtswochen. Rechnen wir mit 38 Wochen, sind das rund 76 Nachhilfestunden im Jahr. Was das kostet, hängt allein davon ab, wer unterrichtet:

  • Beim Studenten (18 Euro pro Stunde): rund 1.370 Euro im Jahr, also etwa 114 Euro im Monat, wenn man es auf zwölf Monate umlegt.
  • Beim erfahrenen Privatlehrer (30 Euro pro Stunde): rund 2.280 Euro im Jahr, also etwa 190 Euro im Monat.
  • Im Institut als Einzelunterricht (40 Euro pro Stunde): rund 3.040 Euro im Jahr, also etwa 253 Euro im Monat.

Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Weg liegen bei gleicher Stundenzahl also über 1.600 Euro pro Jahr. Das ist kein Grund, blind zum Billigsten zu greifen – ein erfahrener Lehrer kann Lücken schneller schließen, sodass am Ende vielleicht weniger Stunden nötig sind. Aber die Rechnung zeigt: Es lohnt sich, vor dem ersten Termin ehrlich zu überschlagen, was über ein ganzes Jahr auf dich zukommt. Oft reicht auch eine Stunde pro Woche, wenn dein Kind zusätzlich selbstständig übt – das halbiert die Kosten.

Wenn das Geld knapp ist: der Staat zahlt mit

Wenn eure Familie mit einem kleinen Einkommen auskommen muss, musst du die Nachhilfe oft gar nicht selbst bezahlen. Dafür gibt es das Bildungs- und Teilhabepaket, kurz „BuT“ genannt. Es übernimmt die sogenannte Lernförderung für Kinder aus Familien, die eine dieser Leistungen bekommen:

  • Bürgergeld (die frühere Grundsicherung, oft „Hartz IV“ genannt),
  • Wohngeld (ein staatlicher Zuschuss zur Miete),
  • Kinderzuschlag (eine Extra-Zahlung für Familien mit kleinem Einkommen),
  • oder Sozialhilfe beziehungsweise Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz.

In diesen Fällen ist die Nachhilfe für dich kostenlos. Der Anbieter rechnet meist direkt mit dem Amt ab, sodass du nicht in Vorleistung gehen musst.

So beantragst du die Lernförderung Schritt für Schritt

  1. Bestätigung von der Schule holen. Sprich mit dem Klassenlehrer oder der Klassenlehrerin. Die Schule bestätigt kurz auf einem Formular, dass dein Kind die Nachhilfe braucht, um das Lernziel zu erreichen. Diese Bestätigung ist das Herzstück des Antrags.
  2. Zum richtigen Amt gehen. Bei Bürgergeld ist das Jobcenter zuständig, bei Wohngeld oder Kinderzuschlag meist das Sozialamt deiner Stadt. Ruf im Zweifel dort an und frag nach dem Antrag für „Lernförderung“ aus dem Bildungspaket.
  3. Antrag ausfüllen und abgeben. Du brauchst die Schulbestätigung, den Nachweis über deine Leistung (zum Beispiel den Bürgergeld-Bescheid) und Angaben zum Nachhilfe-Anbieter. Viele Ämter haben den Antrag auch online.
  4. Auf die Bewilligung warten. Ist der Antrag bewilligt, kann die Nachhilfe starten. Kläre vorher mit dem Anbieter, dass er direkt mit dem Amt abrechnet – dann bleibt für dich nichts übrig.

Weitere Wege, wenn das Budget knapp ist

Auch ohne Bildungspaket gibt es Möglichkeiten, Nachhilfe günstig oder kostenlos zu bekommen:

  • Kostenloser Förderunterricht der Schule: Viele Schulen bieten eigene Förderstunden an, oft von Lehrern oder älteren Schülern. Frag direkt in der Schule nach – das ist der einfachste und schnellste Weg.
  • Hilfe vom Jugendamt: In manchen Situationen, etwa bei großen Belastungen in der Familie, kann das Jugendamt eine Lernunterstützung mitfinanzieren. Ein Gespräch dort lohnt sich, wenn andere Wege nicht greifen.
  • Vereine, Kirchen und Ehrenamt: Viele Initiativen bieten kostenlose Lernhilfe an, oft von engagierten Rentnern oder Studenten. Frag im Rathaus oder bei der Schule nach Angeboten in eurer Nähe.
  • Online-Nachhilfe: Sie spart die Anfahrt und ist deshalb oft die günstigste bezahlte Variante.

Bevor du einen Vertrag unterschreibst: Darauf solltest du achten

Gerade Nachhilfe-Institute arbeiten oft mit Verträgen, die dich für eine Weile binden. Das ist nicht grundsätzlich schlecht – aber bevor du unterschreibst, geh diese Punkte durch. Sie ersparen dir später Ärger und unnötige Kosten.

  • Kündigungsfristen und Laufzeit: Prüfe, wie lange der Vertrag läuft und bis wann du kündigen kannst. Manche Institute binden dich für sechs oder zwölf Monate, und wenn du nicht rechtzeitig kündigst, verlängert sich der Vertrag automatisch. Meide lange Laufzeiten, solange du nicht sicher bist, dass die Nachhilfe wirklich passt.
  • Probestunde vereinbaren: Ein seriöser Anbieter lässt dein Kind erst einmal unverbindlich schnuppern. So merkt ihr, ob die Chemie mit dem Lehrer stimmt, bevor Geld fließt. Fehlt eine Probestunde oder wird sie abgelehnt, ist das ein Warnzeichen.
  • Gruppen- oder Einzelunterricht: Kläre, in welcher Form dein Kind lernt. Einzelunterricht ist teurer, aber der Lehrer geht ganz auf dein Kind ein. In der Gruppe wird es günstiger, allerdings teilt sich die Aufmerksamkeit auf mehrere Kinder. Frag nach, wie viele Kinder höchstens in einer Gruppe sind – bei mehr als vier bis fünf wird es für schüchterne Kinder schnell schwierig.
  • Keine Erfolgsgarantie erwarten: Kein seriöser Anbieter kann dir bessere Noten versprechen. Wer mit „Note 2 garantiert“ oder ähnlichen Sprüchen wirbt, ist unseriös. Lernerfolg hängt von vielen Dingen ab, die kein Institut steuern kann. Achte lieber auf eine ehrliche Einschätzung, was realistisch machbar ist.
  • Zusatzkosten im Kleingedruckten: Frag ausdrücklich, ob Anmeldegebühren, Materialkosten oder Gebühren für ausgefallene Stunden dazukommen. Diese Posten stehen oft nicht im Angebot, aber im Vertrag. Lass dir den Gesamtpreis für ein Schuljahr schriftlich geben.

Nimm dir den Vertrag ruhig mit nach Hause und lies ihn in Ruhe durch, statt vor Ort schnell zu unterschreiben. Ein guter Anbieter drängt dich nicht.

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Häufige Fragen

Was kostet Nachhilfe pro Stunde?

Das hängt stark davon ab, wer unterrichtet. Ein Schüler oder Student aus der Nachbarschaft kostet oft 15 bis 20 Euro pro Stunde. Ein privater Nachhilfelehrer mit Erfahrung liegt eher bei 25 bis 40 Euro. Ein Nachhilfe-Institut verlangt meist 20 bis 45 Euro, je nach Gruppengröße und Vertrag. Online-Nachhilfe ist häufig günstiger als Unterricht bei dir zu Hause.

Wer bekommt Nachhilfe vom Staat bezahlt?

Familien mit kleinem Einkommen haben oft Anspruch auf das Bildungs- und Teilhabepaket. Es zahlt Lernförderung für Kinder, deren Eltern Bürgergeld, Wohngeld oder Kinderzuschlag bekommen. Du beantragst das beim Jobcenter oder Sozialamt. Wichtig ist eine Bestätigung der Schule, dass dein Kind die Förderung braucht.

Muss ich Nachhilfe erst selbst bezahlen und bekomme das Geld dann zurück?

Meist nicht. Beim Bildungs- und Teilhabepaket rechnet der Nachhilfe-Anbieter oft direkt mit dem Amt ab, sobald der Antrag bewilligt ist. Du musst also nicht in Vorleistung gehen. Kläre das vor dem Start mit dem Anbieter und dem Amt, damit keine Kosten bei dir hängen bleiben.

Gibt es kostenlose Nachhilfe?

Ja. Viele Schulen bieten kostenlosen Förderunterricht an, oft von Lehrern oder älteren Schülern. Frag in der Schule direkt nach. Auch Vereine, Kirchen und ehrenamtliche Initiativen bieten oft Gratis-Lernhilfe. Für Familien mit kleinem Einkommen ist die staatlich bezahlte Lernförderung ebenfalls kostenlos.

Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel wurde von der Kinwords-Redaktion verfasst. Die genauen Regeln und Beträge können sich je nach Bundesland und Amt unterscheiden. Für deinen konkreten Fall wende dich an das zuständige Jobcenter oder Sozialamt.

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