Förderunterricht in der Schule: Wann er hilft und wie ihr ihn bekommt
Das Wichtigste in einem Satz: Förderunterricht ist zusätzliche Unterstützung direkt an der Schule – kostenlos, eng am Unterricht deines Kindes und ideal, wenn eine konkrete Lücke in einem Fach da ist. Der Weg dorthin führt fast immer über ein Gespräch mit der Lehrkraft.
Dein Kind kommt mit einer schlechten Arbeit nach Hause, obwohl es gelernt hat. In einem Fach hakt es immer wieder. Der Gedanke an teure Nachhilfe liegt nahe – dabei gibt es an vielen Schulen eine kostenlose Alternative, von der viele Eltern gar nichts wissen: Förderunterricht.
Dieser Artikel erklärt dir, was Förderunterricht genau ist, wann er wirklich hilft, wie du ihn für dein Kind bekommst und woran du merkst, ob er etwas bringt. Ganz praktisch, Schritt für Schritt.
Was Förderunterricht ist – und wie er sich von Nachhilfe unterscheidet
Förderunterricht ist zusätzlicher Unterricht, den die Schule selbst anbietet. Er wird von Lehrkräften der Schule gegeben, findet oft in kleinen Gruppen statt und kostet dich nichts. Je nach Bundesland und Schule heißt er auch Förderkurs, Lernförderung oder Stützunterricht.
Der große Unterschied zur privaten Nachhilfe: Die Förderlehrkraft weiß, was gerade im Klassenzimmer läuft. Sie kann direkt an den aktuellen Stoff anknüpfen und sich mit der Fachlehrkraft abstimmen. Nachhilfe organisierst du dagegen selbst und bezahlst sie meist aus eigener Tasche.
- Kostenlos statt teuer: Förderunterricht kostet dich in der Regel nichts – Nachhilfe schnell 20 bis 40 Euro pro Stunde.
- Nah am Unterricht: Die Förderlehrkraft kennt den aktuellen Stoff und die Klasse deines Kindes.
- In der Schule: Kein zusätzlicher Weg, oft direkt im Anschluss an den regulären Unterricht.
Wann Förderunterricht wirklich sinnvoll ist
Förderunterricht wirkt am besten, wenn es eine klar umrissene Lücke gibt – nicht bei allgemeinem „läuft gerade nicht so gut“. Typische Situationen, in denen er hilft:
- Eine konkrete Lücke in einem Fach: In Mathe ist ein bestimmtes Thema nicht angekommen, der Rest läuft. Genau da kann Förderunterricht gezielt ansetzen.
- Nach Krankheit oder längerer Abwesenheit: Wenn dein Kind Wochen verpasst hat, hilft die Förderung, den verpassten Stoff nachzuholen, ohne im Unterricht dauerhaft hinterherzuhinken.
- Bei Lese-Rechtschreib- oder Rechenschwäche: Bei einer diagnostizierten Legasthenie oder Dyskalkulie gibt es spezielle Förderung. In einigen Bundesländern hast du sogar einen gesetzlichen Anspruch darauf.
Steckt hinter den Schwierigkeiten dagegen etwas anderes – etwa Prüfungsangst, Streit in der Klasse oder eine schwierige Phase zu Hause –, löst Förderunterricht das Problem nicht. Dann ist ein Gespräch mit der Lehrkraft oder der Schulsozialarbeit der bessere erste Schritt.
So bekommst du Förderunterricht für dein Kind
Der Zugang ist unkomplizierter, als viele denken. Meist reicht es, aktiv nachzufragen – von allein bieten Schulen den Platz nicht immer an.
- Sprich die Lehrkraft an. Der erste Schritt ist ein Gespräch mit der Klassen- oder Fachlehrkraft. Schildere konkret, wo es hakt: „In Mathe kommt Bruchrechnen nicht an, der Rest läuft.“ Je genauer, desto gezielter kann geholfen werden.
- Frag nach einem bestehenden Kurs oder Förderplan. Oft gibt es schon Förderkurse, in die dein Kind einfach aufgenommen wird. Bei größerem Bedarf stellt die Schule mit euch einen Förderplan auf – ein kurzes Papier, das festhält, woran gearbeitet wird.
- Prüfe deinen Anspruch. Bei Legasthenie oder Dyskalkulie besteht in mehreren Bundesländern ein gesetzlicher Anspruch auf Förderung. Frag im Zweifel im Sekretariat oder bei der Schulleitung nach, was an eurer Schule gilt.
- Nutze bei wenig Geld die BuT-Lernförderung. Familien, die Bürgergeld, Wohngeld oder Kinderzuschlag beziehen, können über das Bildungs- und Teilhabepaket kostenlose Lernförderung beantragen. Der Antrag läuft über das Jobcenter oder Sozialamt, die Schule bestätigt den Bedarf.
Was du erwarten kannst – und wo die Grenzen liegen
Förderunterricht ist kein Wundermittel und kein Ersatz für den regulären Unterricht. Er hilft, eine Lücke zu schließen, aber er braucht Zeit. Rechne mit ein paar Monaten, bevor sich das in Noten zeigt.
Ein gutes Zeichen ist, wenn dein Kind sicherer wird und weniger Frust beim Lernen zeigt – oft noch bevor sich die Zensuren bewegen. Frag die Förderlehrkraft nach einigen Wochen ruhig konkret: Woran arbeitet ihr gerade? Was hat sich verändert? Was kann ich zu Hause unterstützen?
Und die Grenzen: Bei mehreren gleichzeitig schwachen Fächern, tief sitzenden Lücken über mehrere Jahre oder wenn seelische Themen im Vordergrund stehen, reicht Förderunterricht allein nicht. Dann lohnt sich ein größeres Gespräch mit der Schule über weitere Wege.
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Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Förderunterricht und Nachhilfe?
Förderunterricht findet an der Schule selbst statt, wird von Lehrkräften der Schule gegeben und ist für dich kostenlos. Nachhilfe organisierst du privat und bezahlst sie meist selbst. Förderunterricht knüpft eng an den Unterricht deines Kindes an, weil die Förderlehrkraft weiß, was gerade im Klassenzimmer läuft.
Wie beantrage ich Förderunterricht für mein Kind?
Der erste Schritt ist ein Gespräch mit der Klassenlehrkraft oder der Fachlehrkraft. Schildere konkret, wo dein Kind Schwierigkeiten hat. Die Lehrkraft kann dein Kind für einen bestehenden Förderkurs anmelden oder gemeinsam mit euch einen Förderplan aufstellen. In einigen Bundesländern gibt es einen gesetzlichen Anspruch auf Förderung bei Lese-Rechtschreib- oder Rechenschwäche.
Bekommen auch Familien mit wenig Geld Lernförderung?
Ja. Über das Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) können Familien mit geringem Einkommen kostenlose Lernförderung beantragen, zum Beispiel wenn Wohngeld, Bürgergeld oder Kinderzuschlag bezogen wird. Der Antrag läuft über das Jobcenter oder das Sozialamt. Die Schule bestätigt dabei den Förderbedarf deines Kindes.
Woran erkenne ich, dass der Förderunterricht wirkt?
Ein gutes Zeichen ist, wenn dein Kind sicherer wird und weniger Frust beim Lernen zeigt. Noten verbessern sich oft erst nach ein paar Monaten, deshalb ist Geduld wichtig. Frag die Förderlehrkraft nach ein paar Wochen konkret nach: Was hat sich verändert, woran arbeitet ihr gerade, was kannst du zu Hause unterstützen?
Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel wurde von der Kinwords-Redaktion verfasst und befindet sich derzeit in pädagogischer Review. Für konkrete Fragen zu Förderansprüchen wende dich an die Schule deines Kindes.
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