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LRS-Kind fördern: So hilfst du zuhause wirklich

Kurz gesagt: Kinder mit LRS (Lese-Rechtschreib-Schwäche) brauchen zuhause vor allem eines: eine ruhige Umgebung ohne Bewertung. Konkrete Förderung funktioniert am besten in kurzen täglichen Einheiten. Was nicht hilft: Druck, Vergleiche und endlose Korrekturschleifen.

Was LRS für deinen Alltag als Elternteil bedeutet

LRS ist keine Faulheit und kein Intelligenzproblem. Das Gehirn deines Kindes verarbeitet Schriftsprache anders. Das ist anstrengender und frustrierender als für andere Kinder, und diese Frustration entlädt sich oft zuhause, wo das Kind sich sicher genug fühlt.

Als Elternteil bist du gleichzeitig Unterstützer und der Mensch, mit dem dein Kind am meisten Zeit verbringt. Das ist wertvoll und manchmal schwer. Die meisten Strategien für zuhause zielen nicht darauf, die LRS zu "heilen", sondern darauf, den Alltag weniger belastend zu machen und die Motivation zu erhalten.

Was du konkret zuhause tun kannst

  • Vorlesen statt selbst lesen lassen. Hör-Erfahrungen mit Sprache stärken das Sprachgefühl, ohne die Hürde der Schrift. Abwechselnd vorlesen (du einen Absatz, dein Kind einen) reduziert den Druck.
  • Wörter sprechen, bevor sie geschrieben werden. Lass dein Kind Wörter laut silbieren, bevor es sie schreibt. "Stra-ße. Stra-ße. Jetzt schreib." Das verankert den Klang vor dem Buchstaben.
  • Texte vergrößern. Für gedruckte Übungsblätter: auf 140 Prozent zoomen und ausdrucken. Engere Zeilen erschweren Kindern mit LRS das Lesen zusätzlich.
  • Farbige Unterlagestreifen nutzen. Manche Kinder lesen besser, wenn sie eine farbige transparente Folie über den Text legen. Das ist günstig und einfach auszuprobieren.

Was du mit der Schule klären solltest

In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es unterschiedliche Regelungen für Kinder mit diagnostizierter LRS. Typische Nachteilsausgleiche sind: mehr Zeit bei Klassenarbeiten, Vorlesen der Aufgaben, oder Noten-Ausschluss für Rechtschreibung in bestimmten Fächern.

Diese Regelungen müssen beantragt werden und gelten nicht automatisch. Frag bei der Klassenlehrerin und der Schulleitung, welche Unterstützung in eurer Schule möglich ist, und bring die Diagnose schriftlich mit.

Was du lieber lassen solltest

Das Schlimmste für Kinder mit LRS ist die tägliche Konfrontation mit ihrer Schwäche ohne Fortschrittserleben. Vermeide Aussagen wie "Das haben wir doch schon hundertmal geübt" oder Vergleiche mit Geschwistern. Dein Kind weiß selbst, dass es schwerer hat als andere. Was es braucht, ist jemand, der das nicht dramatisiert, aber auch nicht kleinredet.

Häufige Fragen

Kann ich mein Kind mit LRS zuhause fördern, ohne Therapeutin zu sein?

Ja, aber mit klaren Grenzen. Zuhause kann man Lesefreude fördern, Stress reduzieren und einzelne Techniken aus der Therapie begleiten. Du ersetzt damit keine Legasthenie-Therapie, aber du kannst das, was dort geübt wird, im Alltag sinnvoll einbetten. Frag die Therapeutin konkret: 'Was kann ich zuhause täglich üben, ohne zu viel Druck zu machen?'

Wie viel Üben zuhause ist sinnvoll?

Zehn bis fünfzehn Minuten täglich sind mehr wert als eine Stunde am Wochenende. Kurze, regelmäßige Einheiten führen zu echtem Fortschritt. Wichtig: Das Üben sollte nicht direkt nach Schulschluss passieren, wenn das Kind noch erschöpft ist. Ein kurzer Puffer von mindestens 45 Minuten hilft.

Welche Bücher eignen sich für Kinder mit LRS?

Bücher mit großer Schrift, kurzen Kapiteln und vielen Bildern. Die 'Lesemaus'-Reihe für Erstleser, Wimmel- und Sachbücher, bei denen man nicht linear lesen muss. Ab Grundschulalter eignen sich auch Hörbücher parallel zum Lesen: Das Kind hört, liest mit und verfolgt den Text, ohne dass Fehler die Erfahrung unterbrechen.

Sollte ich Fehler beim Lesen sofort korrigieren?

Beim freien Lesen für Freude: nein. Unterbrechungen zerstören den Lesefluss und die Motivation. Beim gezielten Übungsmoment: sanft korrigieren, ohne zu dramatisieren. 'Da steht Straße, nicht Stase' ist besser als Schweigen und auch besser als mehrfaches Wiederholen. Dann weiterlesen.

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