Ratgeber4 Min. LesezeitKinwords Redaktion

Kind will immer gewinnen: Was dahintersteckt und was hilft

Kurz gesagt: Ein starker Wille zu gewinnen ist bis etwa 7 oder 8 Jahre entwicklungsbedingt normal — das kindliche Gehirn kann Frustration noch nicht gut verarbeiten. Am meisten hilfst du deinem Kind, indem du selbst entspannt mit Niederlagen umgehst und regelmäßig mit ihm spielst.

Beim Brettspiel schmeißt es die Spielfiguren um, wenn es verliert. Im Sport hört es auf zu spielen, wenn es nicht der Beste ist. Dein Kind besteht darauf, immer als Erster ins Auto zu steigen oder das letzte Stück Kuchen zu bekommen. Der Wille zu gewinnen geht bei manchen Kindern sehr weit — und das kann ganz schön anstrengend sein.

Warum manche Kinder so stark auf Gewinnen fixiert sind

Das ist entwicklungsbedingt normal bis etwa 7 oder 8 Jahre. Kinder in diesem Alter können noch nicht gut verlieren, weil ihr Gehirn Frustrationen noch nicht gut verarbeiten kann. Verlieren fühlt sich für sie existenziell falsch an.

Manche Kinder haben ein besonders starkes Bedürfnis nach Kontrolle und Kompetenz. Gewinnen bedeutet für sie: Ich bin gut, ich kann etwas, ich bin sicher. Das kann mit Unsicherheiten zusammenhängen, die das Kind woanders erlebt.

Manchmal steckt Angst dahinter. Kinder, die sehr viel Wert auf Gewinnen legen, haben oft Angst davor, nicht gut genug zu sein — in den Augen der anderen oder in den eigenen.

Manchmal haben sie es so gelernt. Wenn im Umfeld sehr viel Wert auf Leistung gelegt wird oder Niederlagen früher kritisiert wurden, prägt das.

Was du konkret tun kannst

  • Übe Verlieren gezielt und entspannt. Spiel regelmäßig zu Hause und lass das Kind auch verlieren — ohne Drama, mit guter Laune. „Ach, diesmal ich! Nächstes Mal du vielleicht.“ Dein Umgang mit Verlieren ist das stärkste Vorbild.
  • Benenn das Gefühl, ohne es zu verbieten. „Ich sehe, das ärgert dich. Verlieren ist blöd. Darf sein.“ Gefühle anzuerkennen hilft. Sätze wie „Stell dich nicht so an“ helfen nicht.
  • Trenn Leistung von Wert. Mach deutlich: Du bist nicht weniger wert, wenn du verlierst. „Ich mag dich genauso, wenn du Zweiter wirst.“
  • Gib deinem Kind andere Bereiche, wo es sich kompetent fühlen kann. Ein Kind, das oft das Gefühl hat, nicht gut genug zu sein, klammert sich ans Gewinnen. Wenn es an anderen Stellen Stärken entwickelt, lässt der Druck nach.
  • Feiert den Prozess, nicht nur das Ergebnis. „Du hast heute viel besser gepasst als letzte Woche“ ist wertvoller als „Schade, zweiter Platz“.

Wann es zum Problem wird

Wenn dein Kind wegen Niederlagen Freundschaften verliert, sich aus Gruppen zurückzieht oder nach Niederlagen lange verstört ist, lohnt ein Gespräch mit einem Kinderpsychologen. Das ist keine Schwäche, sondern Weitsicht.

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Das Wichtigste

Der Wille zu gewinnen ist an sich nichts Schlechtes. Er wird zum Problem, wenn er das Kind und seine Beziehungen belastet. Dein entspannter Umgang mit Niederlagen ist das beste Training, das du deinem Kind geben kannst.

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Häufige Fragen

Ist es normal, dass mein Kind immer gewinnen will?

Ja. Bis etwa 7 oder 8 Jahre können Kinder Frustration noch nicht gut verarbeiten — Verlieren fühlt sich für sie existenziell falsch an. Ein starker Wille zu gewinnen ist in diesem Alter entwicklungsbedingt normal.

Soll ich mein Kind absichtlich gewinnen lassen?

Nein. Wenn du immer verlierst, lernt dein Kind nicht, mit echten Niederlagen umzugehen. Spiel fair und lass es auch verlieren — ruhig und mit guter Laune. Dein entspannter Umgang mit dem Verlieren ist das beste Vorbild.

Wann sollte ich mir wegen der Gewinn-Fixierung Sorgen machen?

Wenn dein Kind wegen Niederlagen Freundschaften verliert, sich aus Gruppen zurückzieht oder nach Niederlagen sehr lange verstört ist, lohnt ein Gespräch mit einem Kinderpsychologen. Das ist keine Schwäche, sondern Weitsicht.

Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel wurde von der Kinwords-Redaktion verfasst und befindet sich derzeit in kinderpsychologischer Review. Für konkrete psychotherapeutische Einschätzungen wende dich an eine Fachkraft.

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