Kind kann nicht verlieren — so lernst du mit ihm umzugehen
Kurz gesagt: Schlecht verlieren zu können ist bei Kindern normal und lernbar. Rede nicht im Wutmoment, sondern danach, normalisiere eigene Misserfolge und spielt Spiele, bei denen der Zufall entscheidet. Absichtlich verlieren hilft nicht.
Tränen nach einem Brettspiel, Wutausbrüche auf dem Spielfeld, Drohungen wie „Dann spiele ich nie wieder mit!“ — wenn Kinder Niederlagen nicht verkraften, ist das anstrengend. Aber es ist auch normal und lernbar.
Warum manche Kinder schlecht verlieren
Verlieren bedeutet Versagen in den Augen des Kindes. Besonders Kinder, die viel Ehrgeiz mitbringen oder wenig Frustration gewohnt sind, tun sich schwer. Auch Kinder, die zuhause selten verlieren (weil Eltern immer nachgeben), lernen nicht, mit Niederlagen umzugehen.
Hinter der Wut steckt oft etwas anderes: verletzter Stolz, Angst, nicht gut genug zu sein, oder das Gefühl, weniger wert zu sein, wenn man verliert.
Was du nicht tun solltest
Nicht absichtlich verlieren, um dein Kind zu schonen — das hilft nicht. Das Kind lernt so nicht, mit echten Niederlagen umzugehen, und ahnt oft, dass es geschont wird.
Die Reaktion nicht sofort bestrafen. Ein wütendes Kind beim Spiel zu bestrafen, eskaliert die Situation. Besser: kurze Pause, Abkühlen lassen.
Was hilft
Nachher reden, nicht im Moment. Wenn die Stimmung sich gelegt hat, sprich ruhig darüber: „Ich habe gesehen, dass du traurig warst, als du verloren hast. Das kenne ich auch. Was denkst du, warum hat das heute so wehgetan?“
Niederlagen im Alltag normalisieren. Erzähle von eigenen Misserfolgen und wie du damit umgegangen bist. Kinder lernen durch Vorbilder.
Zufallsspiele spielen. Würfelspiele helfen, weil das Kind erlebt: Verlieren hat nichts mit Versagen zu tun — manchmal liegt es einfach am Glück.
Ab wann ist es ein Problem?
Wenn das Kind soziale Kontakte meidet, weil es verlieren könnte, oder wenn Ausraster regelmäßig stark und lang anhaltend sind, lohnt sich ein Gespräch mit der Schulberatung oder einer Erziehungsberatungsstelle.
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Häufige Fragen
Ab welchem Alter sollten Kinder verlieren können?
Bis etwa fünf oder sechs Jahren sind heftige Reaktionen auf Niederlagen völlig normal, weil die Frustrationstoleranz noch reift. Danach lernen Kinder Schritt für Schritt, mit Verlieren umzugehen — wenn Eltern es begleiten statt es ihnen abzunehmen.
Soll ich mein Kind beim Spielen absichtlich gewinnen lassen?
Nein. Absichtlich zu verlieren, um dein Kind zu schonen, hilft nicht. Das Kind lernt so nicht, mit echten Niederlagen umzugehen, und ahnt oft, dass es geschont wird. Besser sind Würfelspiele, bei denen der Zufall entscheidet — so erlebt es: Verlieren hat nichts mit Versagen zu tun.
Wann ist schlechtes Verlieren ein echtes Problem?
Wenn dein Kind soziale Kontakte meidet, weil es verlieren könnte, oder wenn die Ausraster regelmäßig sehr stark und lang anhaltend sind, lohnt sich ein Gespräch mit der Schulberatung oder einer Erziehungsberatungsstelle.
Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel wurde von der Kinwords-Redaktion verfasst und befindet sich derzeit in kinderpsychologischer Review. Für konkrete psychotherapeutische Einschätzungen wende dich an eine Fachkraft.
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