Sport & Freizeit5 Min. LesezeitKinwords Redaktion

Kind ist schlecht im Sport: Was Eltern tun können

Kurz gesagt: Viele Kinder entwickeln motorische Fähigkeiten langsamer als andere. Das ist kein Versagen und kein Zeichen für fehlende Disziplin. Was hilft, ist nicht mehr Druck, sondern die richtige Sportart, der richtige Fokus, und Eltern, die Fortschritt sehen statt Rückstand.

Was hinter sportlicher Schwäche steckt

Kinder entwickeln sich motorisch sehr unterschiedlich. Das Eine kann mit sechs Jahren schon sehr gut koordinieren, das Andere noch nicht. Das sagt nichts über Intelligenz, Fleiß oder Charakter. Manche Kinder haben eine langsamere motorische Reifung, die sich bis ins Grundschulalter zieht.

Andere haben schlicht noch nicht den richtigen Sport gefunden. Ein Kind, das beim Fußball nicht mithalten kann, kann im Schwimmen oder Klettern aufblühen, weil die Anforderungen ganz anders sind. Sportliche Stärke ist immer sportartspezifisch.

Dann gibt es Kinder, die beim Sport kein Problem mit dem Körperlichen haben, aber mit dem Sozialen. Sie möchten nicht vor anderen schlecht aussehen. Das Schamgefühl verhindert, dass sie sich wirklich anstrengen, weil "es gar nicht erst versucht zu haben" besser schützt als zu versuchen und zu scheitern.

Was Eltern nicht tun sollten

Vergleiche mit anderen Kindern helfen nicht, auch keine positiv gemeinten. "Schau mal, der Max kann das auch noch nicht so gut" fühlt sich für das Kind nicht besser an. Und Vergleiche mit Geschwistern oder dem eigenen Sportalter der Eltern schon gar nicht.

Zusatztraining aufzwingen, weil das Kind schwächer ist, kann nach hinten losgehen. Wenn das Kind Sport bereits als Bereich erlebt, in dem es versagt, macht mehr Sport das nur intensiver. Die Ausnahme: das Kind will selbst üben, und die Eltern begleiten es dabei.

Und: nicht jede Sportleistung kommentieren. Wenn Eltern nach jedem Spiel sofort analysieren, wie es gelaufen ist, lernt das Kind, Sport durch den Elternblick zu sehen, nicht durch den eigenen.

Was wirklich hilft

Den Fokus vom Ergebnis auf den Prozess verschieben. Nicht "Wie hat die Mannschaft gespielt?" sondern "Was war heute ein Moment, auf den du stolz sein kannst?" Das kann auch etwas Kleines sein.

Sportarten ausprobieren, die weniger direkten Leistungsvergleich haben. Klettern, Schwimmen, Kampfsport, Reiten, Radfahren, Segeln. Dort ist der Fortschritt individueller messbar.

Und manchmal hilft einfach Zeit. Motorische Entwicklung ist kein Wettbewerb. Viele Kinder, die mit sieben Jahren beim Ballsport hinterher sind, haben mit neun aufgeholt, weil das Gehirn in der Zwischenzeit gereift ist.

Kinwords-Ratgeber für Eltern in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Dieser Text ersetzt keine sportpädagogische Fachberatung.

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Häufige Fragen

Soll ich mein Kind trotzdem zum Sport schicken, wenn es schlecht ist?

Ja, aber mit Bedingungen. Wenn das Kind grundlegend unglücklich beim Sport ist und sich keine Verbesserung abzeichnet, macht erzwungenes Weitermachen keinen Sinn. Wenn es gerne dabei ist, aber Fortschritte langsamer kommen, ist dranbleiben sinnvoll. Die Frage ist nicht, ob das Kind gut ist, sondern ob es sich entwickelt und ob es dabei sein will.

Mein Kind vergleicht sich ständig mit besseren Mitschülern. Was tun?

Vergleich auf Fortschritt lenken, nicht auf Können. 'Was kannst du heute, was du vor einem Monat noch nicht konntest?' ist eine andere Frage als 'Warum kann Max das besser als du?' Kinder lernen schneller, wenn sie ihren eigenen Fortschritt sehen, nicht den Abstand zu anderen.

Mein Kind weint nach jedem verlorenen Spiel. Ist das normal?

Bei jüngeren Kindern bis etwa acht Jahren ja. Niederlagen sind echte emotionale Ereignisse. Wichtig ist, wie Eltern reagieren: Gefühle anerkennen, nicht wegdiskutieren. 'Das war hart' ist besser als 'Es ist doch nur ein Spiel'. Wenn das Kind mit jeder Niederlage zusammenbricht, lohnt es, mehr über den Umgang mit Frustrationen zu arbeiten.

Was, wenn das Kind aufhören will, weil es schlecht ist?

Die Frage getrennt betrachten: Will es aufhören, weil der Sport keinen Spaß macht? Oder weil es sich schämt, nicht gut zu sein? Im ersten Fall ist ein Wechsel oder eine Pause legitim. Im zweiten Fall kann das Aufhören eine kurzfristige Lösung sein, die langfristig das Muster 'ich kann das nicht, also höre ich auf' stärkt. Darüber lohnt ein Gespräch.

Welcher Sport passt zu Kindern, die motorisch langsamer entwickelt sind?

Sportarten, bei denen das Kind gegen sich selbst antritt: Schwimmen, Turnen, Kampfsport, Klettern, Leichtathletik. Dort gibt es messbare eigene Fortschritte, ohne direkten Teamvergleich. Mannschaftssportarten sind schwieriger, wenn das Kind sich ständig als schwächstes Glied erlebt.

Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel wurde von der Kinwords-Redaktion verfasst und befindet sich derzeit in pädagogischer Review.

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