Schulkonflikte5 Min. LesezeitKinwords Redaktion

Kind mag neue Lehrerin nicht: Was Eltern jetzt tun können

Kurz gesagt: Ablehnung der neuen Lehrkraft nach den Ferien ist häufig und meistens keine Katastrophe. Kinder brauchen Zeit, sich an andere Regeln, einen anderen Ton und einen anderen Unterrichtsstil zu gewöhnen. Die erste Reaktion heißt fast immer: erst zuhören, dann abwarten. Eingreifen lohnt sich, wenn konkrete Vorfälle berichtet werden oder sich die Schulfreude über Wochen nicht bessert.

Warum der Schulstart so schwer ist

Nach den Sommerferien beginnt für viele Kinder ein neues Schuljahr mit einer neuen Klassenlehrkraft. Wer das bisher immer mit derselben Lehrerin gemacht hat, kennt deren Regeln, deren Humor, deren Reaktion auf Fehler. Mit einer neuen Person ist das alles weg.

Kinder müssen neu lernen: Wie laut darf ich sein? Was passiert, wenn ich etwas falsch mache? Stehe ich dann als Einzelner da oder behandelt sie alle gleich? Das sind keine kleinen Fragen. Sie brauchen Beobachtung und Zeit. Solange das Kind noch keine Antworten hat, reagiert es mit Unbehagen. Und Unbehagen klingt bei Kindern oft wie Ablehnung.

Was hinter dem "Ich mag sie nicht" steckt

Wenn Kinder sagen, sie mögen die neue Lehrerin nicht, meinen sie selten, dass die Person als Mensch schlecht ist. Sie meinen meistens eins dieser Dinge:

  • Die Lehrerin ist strenger als die vorherige und das Kind weiß noch nicht, wo die Grenzen liegen.
  • Die Lehrerin hat eine andere Unterrichtsform und das Kind fehlt die vertraute Struktur.
  • Es gab einen Moment, der peinlich oder ungerecht wirkte, und das Kind trägt das noch mit.
  • Die Klasse spricht insgesamt negativ über die Lehrerin und das Kind übernimmt das.

Frag nach, was konkret passiert ist. Ein Kind, das sagt "Sie hat mich angebrüllt" berichtet etwas anderes als ein Kind, das sagt "Sie lässt keinen reden". Beides ist relevant, aber es braucht unterschiedliche Reaktionen.

Was Eltern in den ersten Wochen tun können

Zuhören, ohne sofort zu lösen. Das Kind soll merken, dass seine Sicht gehört wird. Nicht: "Dann musst du dich eben anpassen." Eher: "Erzähl mir, was heute genau war."

Nicht die Lehrerin verteidigen oder angreifen. Beides hilft dem Kind nicht. Wer die Lehrerin sofort verteidigt, lässt das Kind mit seinem Gefühl allein. Wer sie abwertet, gibt dem Kind die Erlaubnis, sich nicht mehr anzustrengen.

Abwarten, wie sich der Alltag einspielt. Viele Kinder reden in den ersten zwei Wochen negativ über eine neue Lehrerin und sind sechs Wochen später entspannt. Der Schulalltag normalisiert sich, wenn Regeln klar werden und erste Erfolge kommen.

Auf Muster achten. Wenn das Kind jeden Tag mit einer neuen Beschwerde kommt, wenn es schlechter schläft, wenn die Noten fallen oder wenn die Schulfreude generell kippt, ist mehr Aufmerksamkeit nötig.

Wann ein Gespräch mit der Schule sinnvoll ist

Ein Elterngespräch lohnt sich, wenn:

  • Das Kind von konkreten Vorfällen berichtet, die es beschämt oder verletzt haben.
  • Die Schulmotivation über mehrere Wochen deutlich sinkt.
  • Das Kind Angst hat zur Schule zu gehen und die neue Lehrerin als Grund nennt.
  • Es Hinweise gibt, dass das Kind in der Klasse schlechter behandelt wird als andere.

In diesem Fall: sachlich bleiben, konkrete Situationen beschreiben, keine Anschuldigungen machen. "Mein Kind hat mir erzählt, dass folgendes passiert ist. Können Sie das einschätzen?" ist ein besserer Einstieg als "Ihre Kollegin behandelt mein Kind schlecht."

Kinwords-Ratgeber für Eltern in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Dieser Text ersetzt keine pädagogische Fachberatung.

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Häufige Fragen

Mein Kind kommt nach den Ferien nach Hause und sagt, die neue Lehrerin ist blöd. Was soll ich sagen?

Erst zuhören, bevor du reagierst. Frag: 'Was ist heute passiert?' oder 'Was hat sie gesagt oder getan?' So bekommst du konkrete Informationen. Sag dem Kind nicht sofort, dass es die Lehrerin respektieren soll, das lässt das Kind allein mit seinem Gefühl. Nimm das Gefühl ernst, auch wenn du noch nicht weißt, ob die Kritik berechtigt ist.

Wie lange dauert es, bis sich ein Kind an eine neue Lehrerin gewöhnt?

Meistens vier bis acht Wochen. Der erste Monat ist für viele Kinder eine Anpassungsphase, in der sich Regeln und Rhythmus der neuen Lehrkraft setzen. Wenn das Kind nach zehn Wochen noch stark ablehnt und das auf Schulnoten oder Motivation durchschlägt, lohnt ein Gespräch mit der Schule.

Soll ich zur Lehrerin gehen, wenn mein Kind sie ablehnt?

Nur wenn es konkrete Vorfälle gibt, die geklärt werden müssen. Wenn das Kind einfach nur ungewohnte Regeln schwierig findet, ist ein Gespräch noch nicht nötig. Wenn das Kind aber von bestimmten Situationen berichtet, in denen es sich ungerecht behandelt oder beschämt gefühlt hat, ist ein sachliches Elterngespräch sinnvoll.

Mein Kind will nicht mehr in die Schule, weil es die neue Lehrerin nicht mag. Was tun?

Schulverweigerung ist ein starkes Signal. Hier reicht es nicht, zu sagen 'Du musst da hin.' Finde heraus, was konkret passiert, und sprich dann direkt mit der Lehrkraft oder der Schulleitung. Wenn das Kind verallgemeinert ('Ich hasse die Schule'), frag gezielt nach, was in letzter Zeit schwer war.

Darf ich meinem Kind sagen, dass ich die Lehrerin auch nicht so toll finde?

Vorsichtig. Wenn du offen bestätigst, dass die Lehrerin schwierig ist, kann das die Ablehnung verfestigen. Das Kind braucht dann keinen Grund mehr, sich anzupassen. Besser: Verständnis zeigen, ohne die Lehrerin abzuwerten. 'Ich verstehe, dass der Wechsel schwer ist' ist ehrlich, ohne zu eskalieren.

Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel wurde von der Kinwords-Redaktion verfasst und befindet sich derzeit in pädagogischer Review. Für konkrete pädagogische Einschätzungen wende dich an die Schulsozialarbeit oder eine Erziehungsberatungsstelle.

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