Ratgeber6 Min. LesezeitKinwords Redaktion

Kind will nicht in die Schule: Ursachen und was Eltern tun koennen

Kurz gesagt: Wenn ein Kind regelmaessig die Schule verweigert, steckt fast immer mehr dahinter als Unlust. Die haeufigsten Gruende sind soziale Probleme, Angst oder Ueberforderung. Herausfinden, was wirklich los ist, ist wichtiger als Druck.

Jeden Morgen derselbe Kampf: Bauchschmerzen, Traenen, Wutausbrueche oder einfach Schweigen. Dein Kind will nicht in die Schule und du weisst nicht, was dahinter steckt, ob es eine Phase ist oder etwas Ernsteres.

Schulverweigerung ist nicht selten. Schaetzungen gehen davon aus, dass zwischen ein und fuenf Prozent aller Schulkinder irgendwann laengere Phasen haben, in denen sie nicht zur Schule gehen. Die Gruende sind vielfaeltig, und fast immer steckt mehr dahinter als schlichte Faulheit.

Haeufige Ursachen, wenn Kinder nicht in die Schule wollen

Soziale Probleme

Mobbing, Konflikte mit Mitschuelerinnen und Mitschuelern oder das Gefuehl, nicht dazuzugehoeren, sind haeufige Gruende. Kinder sprechen das nicht immer direkt an. Stattdessen klagen sie ueber koerperliche Beschwerden oder zeigen Verhaltensaenderungen zu Hause.

Angst vor Leistung oder bestimmten Situationen

Pruefungsangst, Referate oder das Gefuehl, nicht gut genug zu sein, koennen dazu fuehren, dass Kinder die Schule als Bedrohung erleben. Manchmal genuegte ein einzelnes schlechtes Erlebnis, das sich festgesetzt hat.

Psychische Belastung

Depressionen, Angststoerungen und Burnout gibt es auch bei Kindern und Jugendlichen. Die Schule ist oft der Ort, an dem das als erstes sichtbar wird, weil sie der groesste Anforderungsraum im Alltag ist.

Probleme mit einzelnen Lehrkraeften

Manchmal ist es nicht die Schule als Ganzes, sondern ein konkreter Konflikt mit einer Lehrerin oder einem Lehrer. Das koennen Ungerechtigkeit, Uebergriffigkeit oder schlicht Kommunikationsprobleme sein.

Wie du als Elternteil reagierst

Erst zuhoeren, dann loesen

Bevor du handelst, lass dein Kind erzaehlen. Nicht mit "Was ist denn das fuer ein Unsinn", sondern mit echtem Interesse. Kinder, die sich gehoert fuehlen, sind bereit, mehr zu erzaehlen. Die Information, die du brauchst, kommt meistens dann, wenn du aufgehoert hast, sofort eine Loesung anbieten zu wollen.

Kontakt zur Schule

Ein offenes Gesprach mit der Klassenlehrkraft oder dem Schulberater kann helfen. Du musst dabei nicht das gesamte Problem loesen, sondern nur die Situation beschreiben und fragen, was die Schule beobachtet hat. Lehrkraefte sehen oft Dinge, die Eltern nicht sehen.

Nicht zu lange warten

Schulverweigerung wird mit der Zeit schwerer zu durchbrechen. Jeder Tag, der vergeht, macht die Rueckkehr komplizierter, weil Stoff verpasst wird und soziale Anschluesse verloren gehen. Wenn du merkst, dass das Problem sich ueber Wochen zieht, ist fruehzeitige professionelle Unterstuetzung sinnvoller als abwarten.

Was du vermeiden solltest

  • Druck und Strafen als einzige Reaktion. Sie koennen kurzfristig wirken, aber wenn hinter der Schulverweigerung echte Angst steckt, verstaerken sie das Problem.
  • Das Kind zuhause lassen, ohne zu verstehen warum. Je laenger es wegbleibt, desto schwieriger wird die Rueckkehr.
  • Das Problem alleine loesen wollen. Schule, Kinderarzt, Schulberater und wenn noetig Therapeutinnen und Therapeuten koennen helfen.

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Haeufige Fragen

Muss ich die Schule informieren, wenn mein Kind nicht kommt?

Ja, das ist Pflicht. In Deutschland muss die Abwesenheit vor Unterrichtsbeginn in der Schule gemeldet werden. Bei Krankheit reicht ein Anruf oder eine kurze Nachricht. Laengere Fehlzeiten benoetigen in der Regel eine aerztliche Bescheinigung.

Ab wann gilt unentschuldigtes Fehlen als Schulverweigerung?

Es gibt keine bundesweit einheitliche Definition, aber ab regelmaessigem unentschuldigten Fehlen, haeufig ab fuer 5 Tage ohne Begründung, koennen Schulen das Jugendamt einschalten. Die genauen Regelungen unterscheiden sich nach Bundesland.

Was sind die haeufigsten Ursachen, wenn Kinder nicht in die Schule gehen wollen?

Soziale Probleme wie Mobbing oder Probleme mit Mitschuelerinnen und Mitschuelern sind haeufig. Auch Leistungsdruck, Angst vor bestimmten Situationen (Pruefungen, Referate), Konflikte mit Lehrkraeften oder psychische Belastungen wie Depression und Angststoerungen spielen eine Rolle. Manchmal steckt auch eine ernste Erkrankung dahinter.

Wann sollte ich professionelle Hilfe suchen?

Wenn dein Kind ueber laengere Zeit nicht zur Schule geht oder wenn du bemerkst, dass die Abneigung gegen die Schule von koerperlichen Beschwerden begleitet wird (Bauchschmerzen, Kopfschmerzen ohne medizinische Ursache), dann ist ein Gesprach mit dem Kinderarzt sinnvoll. Von dort kannst du bei Bedarf an eine Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin oder einen -psychotherapeuten weitergeleitet werden.

Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel wurde von der Kinwords-Redaktion verfasst und befindet sich derzeit in kinderpsychologischer Review. Fuer konkrete psychotherapeutische Einschaetzungen wende dich an eine Fachkraft.

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