Kind ist Außenseiter in der Klasse: Frühe Zeichen erkennen und wirklich helfen
Kurz gesagt: Wie du früh erkennst, dass dein Kind ausgegrenzt wird – und was du als Elternteil konkret tun kannst.
Es gibt kaum etwas, das Eltern mehr schmerzt als das Bild des eigenen Kindes, das alleine auf dem Pausenhof steht, waehrend die anderen spielen. Wenn dein Kind Aussenseiter in der Klasse ist, brauchst du keine Panik, aber du solltest handeln.
Wie du erkennst, dass dein Kind ausgegrenzt wird
Kinder reden nicht immer direkt ueber soziale Schwierigkeiten. Achte deshalb auf indirekte Zeichen:
- Dein Kind redet nie von Mitschuelerinnen oder Mitschuelern mit Namen
- Es wird nie zu Geburtstagen eingeladen und selbst moechte es keinen einladen
- Es will morgens nicht in die Schule und nennt keine konkreten Gruende
- Es wirkt nach der Schule regelmaessig niedergeschlagen oder gereizt
- Auf die Frage "Mit wem spielst du in der Pause?" kommen ausweichende Antworten
- Es sucht Kontakt zu sehr viel juengeren Kindern oder spielt immer alleine
Warum manche Kinder zur Aussenseiterrolle kommen
Spaeteinstieg in eine Klasse: Wer nach dem Schulstart dazukommt, wenn Gruppen schon gebildet sind, hat es schwerer. Andere Interessen oder Reife: Kinder, die intellektuell oder emotional anders entwickelt sind, finden oft schwerer Gleichgesinnte. Soziale Unsicherheit: Manche Kinder wissen nicht, wie sie ein Gespraech anfangen oder sich einer Gruppe anschliessen. Das sind erlernbare Faehigkeiten.
Was du als Elternteil konkret tun kannst
Zuerst zuhoeren, nicht sofort loesen. Wenn dein Kind von Problemen berichtet, sag lieber: "Das klingt schwer. Wie fuehlst du dich damit?" Dein Kind muss wissen, dass es darueber reden kann, ohne dass du sofort die Lehrerin anrufst.
Soziale Kontakte ausserhalb der Schule ermoeglichen. Vereine, Sportgruppen, Kurse: Kinder, die in der Schule keinen Anschluss finden, koennen das anderswo tun. Ein guter Freund ausserhalb der Schule staerkt das soziale Selbstbewusstsein.
Einzelne Treffen organisieren, keine grossen Gruppen. Ein einzelnes Kind zum Spielen nach Hause einladen. In einer Eins-zu-eins-Situation entstehen Freundschaften leichter.
Soziale Faehigkeiten zu Hause ueben. Gespraeche anfangen, einer Gruppe beitreten, Konflikte ansprechen: das sind Faehigkeiten, die man ueben kann. Spiele Situationen durch: "Was wuerdest du sagen, wenn du jemanden fragst, ob du mitspielen kannst?"
Staerken deines Kindes sichtbar machen. Kinder, die sich selbst als kompetent und wertvoll erleben, sind sozial selbstbewusster.
Wann du die Schule einbeziehen solltest
Sobald du den Eindruck hast, dass die Ausgrenzung systematisch passiert oder dein Kind aktiv gemobbt wird, solltest du das Gespraech mit der Lehrerin oder dem Lehrer suchen. Geh ohne Anschuldigung: "Ich mache mir Sorgen, dass mein Kind soziale Schwierigkeiten in der Klasse hat."
Wann ein Therapeut sinnvoll ist
Wenn dein Kind ueber lange Zeit alleine ist, unter der Situation sehr leidet oder sich selbst die Schuld gibt ("Ich bin einfach nicht liebenswert"), dann ist eine professionelle Begleitung sinnvoll.
Aussenseiter sein ist kein Schicksal. Es ist meistens eine Phase, die sich durch die richtigen Rahmenkonditionen veraendert. Dein Kind braucht nicht viele Freunde, es braucht das Gefuehl, dass es dazugehoeren kann.
Kostenlose, anonyme Beratung – rund um die Uhr
- Elterntelefon „Nummer gegen Kummer": 0800-111 0 550
- Kinder- und Jugendtelefon: 116 111
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Häufige Fragen
Woran erkenne ich, dass mein Kind ausgegrenzt wird?
Kinder reden nicht immer direkt ueber soziale Schwierigkeiten. Achte deshalb auf indirekte Zeichen:
Was kann ich als Elternteil konkret tun?
Zuerst zuhoeren, nicht sofort loesen. Wenn dein Kind von Problemen berichtet, sag lieber: "Das klingt schwer. Wie fuehlst du dich damit?" Dein Kind muss wissen, dass es darueber reden kann, ohne dass du sofort die Lehrerin anrufst.
Wann sollte ich die Schule einbeziehen?
Sobald du den Eindruck hast, dass die Ausgrenzung systematisch passiert oder dein Kind aktiv gemobbt wird, solltest du das Gespraech mit der Lehrerin oder dem Lehrer suchen. Geh ohne Anschuldigung: "Ich mache mir Sorgen, dass mein Kind soziale Schwierigkeiten in der Klasse hat."
Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel wurde von der Kinwords-Redaktion verfasst und befindet sich derzeit in kinderpsychologischer Review. Für konkrete psychotherapeutische Einschätzungen wende dich an eine Fachkraft.
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