Ferienjob für Teenager: Was Eltern wissen müssen
Kurz gesagt: Ab 15 Jahren können Teenager regulär jobben, ab 13 Jahren ist leichte Arbeit mit Einwilligung der Eltern möglich. Das verdiente Geld ist in den meisten Fällen steuerfrei. Ein Ferienjob ist eine gute Erfahrung, solange er freiwillig ist und das Jugendarbeitsschutzgesetz eingehalten wird.
Viele Teenager wollen in den Ferien Geld verdienen, entweder weil sie sich etwas Bestimmtes leisten wollen oder weil sie einfach die Erfahrung machen möchten, eigenes Geld zu haben. Für Eltern stellt sich dann schnell die Frage: Was ist erlaubt, was sinnvoll und worauf müssen wir achten?
Was das Gesetz sagt
Das Jugendarbeitsschutzgesetz regelt in Deutschland, wer wie viel arbeiten darf:
- Unter 13 Jahren: Arbeit grundsätzlich verboten
- Ab 13 Jahren: leichte Tätigkeiten bis 2 Stunden täglich, nur mit Einwilligung der Eltern
- Ab 15 Jahren (nach Ende der Vollzeitschulpflicht): maximal 8 Stunden täglich, 40 Stunden wöchentlich
- Keine Nacht- oder Schichtarbeit unter 18 Jahren
- In den Schulferien dürfen unter 18-Jährige höchstens 4 Wochen im Jahr arbeiten
Was der Teenager verdienen darf – ohne Steuern
Kurzfristige Beschäftigungen bis 70 Arbeitstage im Kalenderjahr sind sozialversicherungsfrei. Liegt das Gesamteinkommen unter dem jährlichen Grundfreibetrag (2026: 11.784 Euro), fällt keine Einkommensteuer an. Oft wird trotzdem Lohnsteuer einbehalten – die kann nach dem Job über eine Steuererklärung zurückgeholt werden.
Tipp: Der Arbeitgeber braucht die Steuer-ID des Teenagers und einen Nachweis der Schulpflicht (z.B. Schülerausweis). Manche Arbeitgeber verlangen auch ein kurzes Elternschreiben bei Jüngeren.
Welche Jobs passen?
Gut geeignet für Teenager sind Jobs, die keine langen Vorkenntnisse brauchen und flexibel buchbar sind:
- Nachhilfe geben (besonders für gute Schüler ab 14 Jahren lukrativ)
- Babysitten (flexibel, gut bezahlt, für 13- bis 14-Jährige geeignet)
- Zeitungen oder Flyer austragen (früh, kurzfristig, kein Mindestalter)
- Aushilfe im Einzelhandel oder in der Gastronomie (ab 16 Jahren, oft 12 bis 14 Euro pro Stunde)
- Helfer bei Events oder Messen (ab 16, ein- bis mehrtägig)
Was ein Ferienjob wirklich bringt
Neben dem Geld lernen Teenager durch einen Ferienjob Dinge, die in der Schule kaum vorkommen: Verantwortung für andere, Zuverlässigkeit, Umgang mit Vorgesetzten und Kunden, den Wert von Zeit und Geld.
Gerade für Teenager, die noch nicht wissen, was sie beruflich machen wollen, kann ein Ferienjob helfen, verschiedene Bereiche kennenzulernen. Wer einmal in der Gastronomie gearbeitet hat, weiß sehr genau, ob das etwas für ihn ist oder nicht.
Wie Eltern unterstützen können
- Bei der Suche helfen. Jobbörsen wie Indeed oder die Bundesagentur für Arbeit haben Einträge für Schülerjobs. Auch das Netzwerk der Eltern ist oft hilfreich.
- Den Vertrag gemeinsam lesen. Viele Teenager unterschreiben, ohne genau hinzuschauen. Eine kurze Durchsicht mit den Eltern hilft.
- Grenzen setzen, wenn nötig. Ein Job, der den Teenager überfordert, krank macht oder Schularbeiten beeinträchtigt, ist kein guter Job. Wenn nötig, darf der Teenager auch aufhören.
- Das Geld gehört dem Teenager. Er hat dafür gearbeitet. Eltern, die bestimmen wollen, wofür das Geld ausgegeben wird, nehmen dem Job seine wichtigste Wirkung.
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Häufige Fragen
Ab welchem Alter darf ein Teenager einen Ferienjob machen?
In Deutschland ist Arbeit für Kinder unter 13 Jahren grundsätzlich verboten. Jugendliche ab 13 Jahren dürfen mit Einwilligung der Eltern leichte Tätigkeiten bis zu 2 Stunden täglich ausüben. Ab 15 Jahren (Ende der Vollzeitschulpflicht) gilt das Jugendarbeitsschutzgesetz: maximal 8 Stunden täglich, 40 Stunden wöchentlich, keine Schicht- oder Nachtarbeit. Ab 18 Jahren gelten die normalen Arbeitnehmerregeln.
Muss das Kind Steuern auf den Ferienjob-Lohn zahlen?
Meistens nicht. Liegt das Jahreseinkommen des Kindes unter dem Grundfreibetrag (2026: 11.784 Euro), fällt keine Einkommensteuer an. Kurzfristige Beschäftigungen bis 70 Arbeitstage im Jahr sind sozialversicherungsfrei. Es empfiehlt sich, die Steuerklasse 1 anzugeben und nach dem Job beim Finanzamt eine Rückerstattung zu beantragen, wenn Lohnsteuer einbehalten wurde.
Welche Jobs eignen sich für Teenager?
Beliebte und gut geeignete Jobs für Teenager sind: Nachhilfe geben (schon ab 14 gut möglich), Babysitten, Zeitungen austragen, Aushilfsjobs im Einzelhandel oder in der Gastronomie (ab 16), Helfer auf Veranstaltungen, Flyer verteilen oder Nachhilfejobs über Portale. Für jüngere Teenager (13 bis 14) sind Aufgaben wie Rasenmähen, Einkaufshelfer für Nachbarn oder Tierhüter realistischer.
Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel wurde von der Kinwords-Redaktion verfasst und befindet sich derzeit in kinderpsychologischer Review. Für konkrete psychotherapeutische Einschätzungen wende dich an eine Fachkraft.
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