Von der Kinwords Redaktion
Schule8 Min. LesezeitKinwords Redaktion

Schulstart Kosten: So sparst du bei Schulsachen

Kurz gesagt: Der größte Posten beim Schulstart ist meist der Schulranzen, danach kommen Hefte, Stifte und Bastelmaterial. Am meisten sparst du, wenn du die Materialliste der Schule abwartest, bei Heften und Mappen zu No-Name-Ware greifst und den Ranzen gebraucht kaufst oder weitergibst. Familien mit wenig Geld bekommen in Deutschland und Österreich Unterstützung für Schulbedarf, in der Schweiz stellt die Volksschule vieles selbst.

Im Sommer vor dem ersten Schultag stehen viele Eltern im Schreibwarenladen und staunen über den Kassenbon. Ranzen, Federmäppchen, Turnbeutel, Hefte in vier Lineaturen, Wasserfarben, Knete, Schere, Kleber. Dazu kommt bei Schulanfängern in Deutschland oft noch die Schultüte. Die gute Nachricht: Ein großer Teil dieser Ausgaben lässt sich steuern. Nicht durch Verzicht, sondern durch die richtige Reihenfolge beim Einkaufen.

Was kostet der Schulstart wirklich?

Eine feste Summe gibt es nicht, weil Schulen, Bundesländer und Kantone sehr unterschiedliche Listen ausgeben. Als grobe Faustregel hilft diese Aufteilung:

  • Schulranzen-Set neu: oft 150 bis 300 Euro, je nach Marke und Ausstattung. Das ist fast immer der größte Einzelposten.
  • Verbrauchsmaterial: Hefte, Umschläge, Stifte, Kleber, Schere, Farbkasten. Bei No-Name-Ware eher im unteren zweistelligen Bereich, mit Markenware schnell doppelt so viel.
  • Turnsachen und Hausschuhe: Kinder wachsen schnell heraus, hier reichen günstige Teile.
  • Laufende Kosten: Kopiergeld, Klassenkasse, Ausflüge, Arbeitshefte. Die kommen über das Jahr verteilt und werden beim Planen gern vergessen.

In den Folgejahren wird es meist günstiger, weil der Ranzen weiterläuft und vieles aus dem Vorjahr noch brauchbar ist. Lohnt sich ein Blick in die Schublade, bevor du losgehst: Halbvolle Hefte, Buntstifte und Lineale tauchen dort erstaunlich oft wieder auf.

Erst die Materialliste, dann der Einkauf

Der häufigste Spar-Fehler passiert im Juni: Die Prospekte locken mit Schulstart-Angeboten, und Eltern kaufen auf Verdacht. Dann kommt die Liste der Lehrerin, und sie will Hefte in DIN A4 statt A5, Lineatur 1 statt 2, Umschläge in Rot und Blau statt Transparent und einen Füller mit bestimmter Griffzone. Der halbe Einkauf liegt dann ungenutzt im Schrank.

Warte deshalb, bis du die Liste in der Hand hast. Viele Schulen verschicken sie vor den Ferien oder geben sie beim Elternabend aus. Bei Erstklässlern kommt sie manchmal erst am ersten Schultag. Das ist kein Grund zur Panik: In der ersten Woche braucht kein Kind alles auf einmal. Ein Federmäppchen mit Bleistiften, Buntstiften, Radiergummi und Spitzer reicht für den Anfang.

Wenn du Angebote nutzen willst, kauf nur Dinge, die jede Liste enthält: Bleistifte der Härte HB, Radiergummis, Klebestifte, Taschentücher. Davon braucht dein Kind im Laufe des Jahres ohnehin Nachschub, vor allem wenn Sachen öfter verloren gehen. Was dabei hilft, steht im Ratgeber Kind verliert ständig Schulsachen.

Markenware oder No-Name: wo es sich lohnt

Nicht jedes Teil muss vom bekannten Hersteller sein. Eine einfache Unterscheidung hilft beim Schulsachen günstig kaufen:

  • Ruhig No-Name: Hefte, Heftumschläge, Schnellhefter, Sammelmappen, Klebestifte, Radiergummis, Bleistifte. Die Drogerie- oder Discounter-Variante tut es genauso, und der Unterschied fällt im Unterricht niemandem auf.
  • Etwas Qualität lohnt sich: Buntstifte, Schere, Spitzer mit Behälter. Buntstifte, deren Mine bei jedem Spitzen bricht, und eine Schere, die Papier nur knickt, machen Kindern das Arbeiten schwer. Mittelklasse reicht.
  • Füller: Hier lohnt es sich, im Laden mehrere auszuprobieren. Ein Füller mit passender Griffform für Links- oder Rechtshänder ist wichtiger als das Logo. Die teuerste Variante ist nicht automatisch die beste für die Hand deines Kindes.

Ein Trick, der viel spart: Kauf Hefte und Umschläge in größeren Packungen und lagere den Rest zu Hause. Im Februar, wenn die Hefte voll sind, musst du dann nicht einzeln zum teuren Preis nachkaufen.

Gebrauchter Schulranzen: worauf du achten solltest

Beim Ranzen lässt sich am meisten sparen. Viele Familien geben nach der vierten Klasse gut erhaltene Ranzen ab, weil ältere Kinder auf Rucksäcke umsteigen. Auf Flohmärkten, in Kleinanzeigen und über Geschwister von Freundinnen findest du oft Modelle für einen Bruchteil des Neupreises.

Prüfe vor dem Kauf diese Punkte:

  • Rückenpolster und Gurte sind heil, nicht durchgescheuert und lassen sich gut verstellen.
  • Reflektoren und Leuchtflächen sind vollständig und nicht abgeblättert, damit dein Kind im Herbst gut gesehen wird.
  • Der Ranzen passt zur Rückenlänge deines Kindes und ist leer möglichst leicht.
  • Verschlüsse, Reißverschlüsse und der Brustgurt funktionieren.

Lass dein Kind den Ranzen mit ein paar Büchern drin aufsetzen und eine Runde durch die Wohnung gehen. Sitzt er eng am Rücken und hängt nicht unter die Hüfte, passt er. Mehr zum richtigen Gewicht findest du im Ratgeber Schulranzen zu schwer: was Eltern wirklich tun können. In der Schweiz heißt der Ranzen übrigens meist Thek, die Kriterien sind dieselben.

Second-Hand, Tauschbörsen und Sammelbestellung

Neben dem Ranzen lassen sich auch Federmäppchen, Turnbeutel, Taschenrechner, Atlanten und Wörterbücher gut gebraucht kaufen. Manche Schulen organisieren im Frühsommer einen Schulsachen-Flohmarkt, oft über den Elternverein oder Förderverein. Frag nach, ob es so etwas an eurer Schule gibt. Falls nicht, ist das eine Idee für den nächsten Elternabend.

Sehr praktisch ist eine Sammelbestellung der Klasse. Eine Elternvertretung sammelt die Materialliste, bestellt alles gesammelt bei einem Schreibwarenhändler und bekommt dafür oft einen Rabatt. Jedes Kind erhält dann ein fertig gepacktes Paket. Das spart Geld, Wege und das Rätseln, welcher Umschlag gemeint ist. Manche Schulen bieten das schon von sich aus an, gerade für die ersten Klassen.

Wenn dein Kind den Markenranzen will

Spätestens beim Ranzen haben Kinder oft klare Wünsche. Das Pferd, der Fußballer, das Glitzer-Einhorn, und zwar genau das Modell, das die Freundin hat. Hinter dem Wunsch steckt selten Markenbewusstsein, sondern das Bedürfnis, dazuzugehören und etwas Eigenes zu haben.

Sag offen, was ihr ausgeben könnt, ohne das Kind mit Geldsorgen zu belasten. Ein Satz wie „Für den Ranzen haben wir so viel Geld, such dir in diesem Rahmen einen aus“ gibt deinem Kind echte Mitsprache. Viele Hersteller bieten Wechselmotive zum Aufkletten an. Damit kann ein günstigerer oder gebrauchter Ranzen trotzdem das Lieblingsmotiv tragen. Auch ein selbst ausgesuchtes Federmäppchen macht viel aus. Wünschen sich Großeltern etwas zum Schulstart, kann ein Teil ihres Geschenks in den Ranzen fließen. Wie du mit Markenwünschen generell umgehst, liest du im Ratgeber Kind will nur Markenkleidung.

Unterstützung in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Wenn das Geld knapp ist, musst du den Schulstart nicht allein stemmen. Die Regeln unterscheiden sich je nach Land:

  • Deutschland: Über das Bildungs- und Teilhabepaket bekommen Schulkinder aus Familien mit Bürgergeld, Sozialhilfe, Kinderzuschlag, Wohngeld oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz einen Zuschuss für den persönlichen Schulbedarf. Zuständig sind je nach Leistung das Jobcenter, die Familienkasse oder die Kommune. Frag dort nach, ob ein eigener Antrag nötig ist.
  • Österreich: Für Schulkinder wird ein Schulstartgeld zusammen mit der Familienbeihilfe ausgezahlt. Für Familien mit geringem Einkommen gibt es zusätzlich Aktionen wie „Schulstartklar!“, bei denen Schulsachen oder Gutscheine ausgegeben werden. Auskunft geben Gemeinde, Sozialamt oder Beratungsstellen.
  • Schweiz: In der Volksschule stellen Gemeinden einen großen Teil des Unterrichtsmaterials selbst. Eltern kaufen meist vor allem Thek, Turnsachen, Finken und das Znüni-Täschli. Bei finanziellen Engpässen hilft die Schulsozialarbeit oder der Sozialdienst der Gemeinde.

Eine Spar-Checkliste für den Schulstart

  • Schubladen durchsehen: was ist vom Vorjahr oder von Geschwistern noch da?
  • Materialliste abwarten und nur kaufen, was draufsteht.
  • Bei Heften, Mappen und Kleber zu No-Name greifen, bei Buntstiften und Schere zu Mittelklasse.
  • Ranzen gebraucht kaufen oder im Bekanntenkreis fragen.
  • Nach Sammelbestellung oder Schulsachen-Flohmarkt fragen.
  • Alles mit Namen beschriften, damit nichts doppelt gekauft werden muss.
  • Prüfen, ob dir eine Unterstützung für Schulbedarf zusteht.

Was außer dem Einkauf noch zum guten Start gehört, von Schlafrhythmus bis Schulweg, steht im Ratgeber Neues Schuljahr vorbereiten. Und wenn alles da ist, hilft die Checkliste zum Schulranzen packen dabei, dass es auch morgens im Ranzen landet.

Weiterlesen

Häufige Fragen

Was kostet der Schulstart ungefähr?

Das hängt stark davon ab, ob ein neuer Schulranzen dazukommt. Als Faustregel liegt ein neues Ranzen-Set mit Federmäppchen und Turnbeutel oft zwischen 150 und 300 Euro. Hefte, Stifte, Mappen und Bastelsachen kommen dazu, je nach Liste und Marke eher im zweistelligen Bereich. Ein gebrauchter Ranzen und No-Name-Material senken die Summe deutlich.

Soll ich Schulsachen schon vor der Materialliste kaufen?

Besser nicht. Viele Lehrkräfte wollen bestimmte Lineaturen, Heftgrößen, Farben für Umschläge oder einen bestimmten Füller. Wer vorher einkauft, kauft oft doppelt. Sinnvoll vorab sind nur Dinge, die immer gebraucht werden, etwa Bleistifte, ein Radiergummi und ein Spitzer, wenn du sie gerade günstig siehst.

Lohnen sich Markenhefte und Markenstifte?

Bei Heften, Mappen, Klebestiften und Radiergummis meist nicht. No-Name-Ware aus Drogerie oder Discounter erfüllt den Zweck genauso. Bei Buntstiften, Füller und Schere lohnt sich etwas Qualität eher: Buntstifte, die ständig brechen, und eine Schere, die nicht schneidet, frustrieren Kinder. Mittelklasse reicht hier fast immer.

Kann ich einen gebrauchten Schulranzen kaufen?

Ja. Achte darauf, dass Rückenteil und Gurte intakt sind, sich die Gurte gut verstellen lassen, Reflektoren und Leuchtflächen noch vorhanden sind und der Ranzen zur Größe deines Kindes passt. Das Leergewicht sollte niedrig sein. Ein gut erhaltener Ranzen von einem älteren Geschwisterkind oder aus dem Bekanntenkreis ist eine echte Ersparnis.

Gibt es Unterstützung für Schulsachen, wenn das Geld knapp ist?

In Deutschland können Familien, die zum Beispiel Bürgergeld, Kinderzuschlag oder Wohngeld beziehen, über das Bildungs- und Teilhabepaket Geld für den Schulbedarf bekommen. In Österreich gibt es ein Schulstartgeld zusammen mit der Familienbeihilfe sowie für Familien mit wenig Einkommen Aktionen wie Schulstartklar. In der Schweiz stellt die Schule in der Volksschule viel Material selbst. Frag bei Jobcenter, Gemeinde oder Sozialamt nach, was dir zusteht.

Was tun, wenn mein Kind unbedingt den teuren Markenranzen will?

Nimm den Wunsch ernst und sprich offen über euer Budget. Oft geht es dem Kind um ein Motiv oder darum, dazuzugehören. Ein günstigerer Ranzen mit Wechselmotiv, ein selbst ausgesuchtes Federmäppchen oder ein Beitrag vom Geburtstagsgeld der Großeltern sind gute Kompromisse. Wichtig ist, dass dein Kind mitentscheiden darf, innerhalb eines Rahmens, den du setzt.

  • DSGVO-konform
  • Made in Austria
  • Kostenlos testen ohne Zahlungsdaten

Ein Ratgeber der Woche und ein Gesprächs-Starter, den du heute Abend mit deinem Kind ausprobieren kannst. Kein Spam, jederzeit abbestellbar.