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Pflegeeltern werden: was dahintersteckt und wie der Weg aussieht

Wer ein Pflegekind aufnehmen möchte, steht vor vielen Fragen: Wie läuft das Verfahren? Was bedeutet Vollzeitpflege? Und was brauchen Kinder, die nicht bei ihren leiblichen Eltern aufwachsen können?

Was Pflegefamilien leisten

Pflegeeltern geben Kindern, die vorübergehend oder dauerhaft nicht in ihrer Herkunftsfamilie leben können, ein stabiles Zuhause. Das unterscheidet sich von der Adoption: Das Sorgerecht bleibt in der Regel beim Jugendamt oder den leiblichen Eltern. Pflegeeltern übernehmen aber die alltägliche Erziehung, die Begleitung in der Schule, die medizinische Versorgung und den Alltag insgesamt.

Kinder, die in Pflegefamilien kommen, tragen oft schwierige Vorerfahrungen mit sich: Vernachlässigung, häufige Wechsel, Bindungsabbrüche. Das bedeutet nicht, dass diese Kinder schwierig sind, aber es bedeutet, dass Pflegeeltern Geduld, Stabilität und eine gewisse Belastbarkeit mitbringen müssen.

Welche Formen der Pflegepflege es gibt

Vollzeitpflege

Das Kind lebt dauerhaft in der Pflegefamilie. Das ist die häufigste Form, wenn keine Rückkehr in die Herkunftsfamilie möglich ist. Die Pflegestelle ist auf Dauer angelegt, aber rechtlich keine Adoption.

Kurzzeit- und Bereitschaftspflege

Das Kind kommt in einer Krisensituation für einige Wochen oder Monate in die Pflegefamilie. Die Situation ist zeitlich begrenzt und oft unvorhersehbar. Das erfordert besondere Flexibilität.

Wochenpflege

Das Kind lebt unter der Woche in der Pflegefamilie und verbringt die Wochenenden in seiner Herkunftsfamilie. Diese Form kommt zum Einsatz, wenn die Herkunftsfamilie das Kind nicht täglich versorgen kann, aber der Kontakt erhalten bleiben soll.

Wie das Bewerbungsverfahren abläuft

Der erste Schritt ist der Kontakt zum Jugendamt oder einem freien Träger der Jugendhilfe in eurer Region. Viele Träger bieten Informationsabende an, bei denen ihr euch unverbindlich informieren könnt, bevor ihr euch bewerbt.

Das eigentliche Verfahren umfasst mehrere Hausbesuche, Gespräche mit dem Sachbearbeiter, das Vorlegen von Unterlagen (erweitertes Führungszeugnis, Gesundheitsnachweis, Einkommensnachweis) und in der Regel einen Vorbereitungskurs für Pflegeeltern. Das dauert insgesamt oft sechs bis zwölf Monate.

Wenn die Eignung festgestellt ist, werdet ihr in die Datenbank der zugelassenen Pflegefamilien aufgenommen. Das Jugendamt nimmt dann Kontakt auf, wenn ein Kind vermittelt werden soll, das zu eurer Situation passt.

Was Pflegeeltern an Unterstützung bekommen

Pflegeeltern erhalten monatliches Pflegegeld, das die laufenden Kosten und einen Erziehungsbeitrag enthält. Zusätzlich stehen in der Regel Ansprechpartner beim Jugendamt zur Verfügung, Fortbildungen für Pflegeeltern und bei Bedarf therapeutische Unterstützung für das Kind.

Ihr seid nicht allein. Gute Pflegekinderarbeit bedeutet Begleitung, nicht nur Vermittlung. Nutzt die Angebote, die eurem Jugendamt oder Träger angeboten werden, auch wenn der Alltag gut läuft. Austausch mit anderen Pflegefamilien kann besonders wertvoll sein.

Kurz zusammengefasst

  • 1.Pflegeeltern geben Kindern ein stabiles Zuhause, ohne dass sie das Sorgerecht übernehmen.
  • 2.Es gibt Vollzeit-, Kurzzeit- und Wochenpflege mit unterschiedlichen Anforderungen.
  • 3.Das Bewerbungsverfahren dauert sechs bis zwölf Monate und beginnt beim Jugendamt.
  • 4.Pflegeeltern erhalten Pflegegeld, Begleitung und Fortbildungen vom zuständigen Träger.

Häufige Fragen

Wie lange dauert das Bewerbungsverfahren?

Vom ersten Kontakt bis zur Zulassung als Pflegefamilie vergehen in der Regel sechs bis zwölf Monate. Das hängt vom Jugendamt, der Region und dem Fortschritt der Eignungsprüfung ab. In Gebieten mit besonderem Bedarf kann es schneller gehen. Plant diese Zeit realistisch ein, damit niemand von der Dauer überrascht wird.

Bekomme ich als Pflegeelternteil Geld?

Ja. Pflegeeltern erhalten ein monatliches Pflegegeld, das die laufenden Kosten für das Kind deckt und einen Erziehungsbeitrag enthält. Die genaue Höhe richtet sich nach Alter des Kindes und Bundesland, liegt aber typischerweise zwischen 800 und 1.300 Euro pro Monat. Dazu können weitere Leistungen kommen, etwa für Kleidung, Schule oder besondere Fördermaßnahmen.

Kann das Kind wieder zu seinen Herkunftseltern zurückkehren?

Das hängt von der Situation ab. Vollzeitpflege ist grundsätzlich auf Dauer angelegt, wenn keine Rückkehr in die Herkunftsfamilie möglich ist. Es gibt aber auch Kurzzeit- und Bereitschaftspflege, bei der Kinder nur vorübergehend betreut werden. Das Jugendamt klärt von Anfang an, welche Form der Pflegestelle gesucht wird.

Dürfen wir als gleichgeschlechtliches Paar Pflegeeltern werden?

Ja. Das Gesetz schließt gleichgeschlechtliche Paare nicht aus. In der Praxis hängt die Entscheidung vom Jugendamt ab, das die Eignung individuell prüft. Informiert euch beim zuständigen Jugendamt oder einer unabhängigen Pflegekinderhilfe, wie das in eurer Region gehandhabt wird.

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