Nachtschreck bei Kindern: Wenn Kinder nachts schreien und nicht aufwachen
Du hörst dein Kind aus dem Zimmer schreien. Du läufst hin, öffnest die Tür. Das Kind sitzt im Bett, die Augen sind offen, der Blick ist leer. Du sprichst es an. Keine Reaktion. Es schaut durch dich hindurch, schreit weiter, schwitzt vielleicht. Nach ein paar Minuten legt es sich von selbst wieder hin. Am nächsten Morgen weiß es von nichts.
Das ist ein Nachtschreck, auf Fachsprache Pavor nocturnus. Er sieht aus wie ein Alptraum, ist aber etwas anderes.
Warum das Kind schläft, obwohl es schreit
Beim Nachtschreck befindet sich das Kind im Tiefschlaf. Der Teil des Gehirns, der Emotionen wie Angst oder Aufregung verarbeitet, ist aktiv. Der Teil, der Bewusstsein und Wahrnehmung herstellt, schläft noch. Das Ergebnis: der Körper reagiert auf innere Erregung, ohne dass das Kind wirklich wach ist oder irgendetwas mitbekommt.
Das Kind sieht dich nicht wirklich. Es hört dich nicht wirklich. Es ist wie in einem Zwischenzustand. Deswegen hilft es nicht, es anzufassen, zu schütteln oder laut zu sprechen. Es reagiert trotzdem nicht, weil die Verbindung zu dir schlicht nicht da ist.
Was Eltern in dem Moment tun
Nicht wecken, nicht festhalten, nicht schreien. Einfach danebensein. Sicherstellen, dass das Kind sich nicht verletzt: nicht aus dem Bett fällt, nicht gegen die Wand stößt. Wenn es aufsteht und läuft, sanft begleiten. Die meisten Episoden dauern zwei bis zehn Minuten und enden von selbst.
Nach der Episode legt das Kind sich meist wieder hin und schläft weiter. Du musst nichts tun als warten. Am nächsten Morgen das Thema nicht aufbringen, wenn das Kind nichts erwähnt. Es erinnert sich nicht, und ein Gespräch würde Sorge erzeugen, die nicht nötig ist.
Was Nachtschrecke auslöst
Schlafmangel, Stress, Fieber, unregelmäßige Schlafzeiten. Kinder, die sehr müde ins Bett gehen, neigen häufiger zu Nachtschrecken. Auch große Veränderungen im Leben (Schulwechsel, Umzug, neues Geschwisterkind) können Auslöser sein.
Ein fester Schlafrhythmus ist die wirksamste Vorbeugung. Kein Schlafmangel aufstauen, keine unregelmäßigen Schlafzeiten am Wochenende. Je beständiger der Schlaf, desto seltener kommen die Episoden.
Wann ein Arzt nötig ist
Wenn Nachtschrecke mehr als zweimal pro Woche auftreten, wenn das Kind sich dabei verletzt, wenn die Episoden außergewöhnlich lang sind oder wenn Nachtschrecke nach dem zwölften Lebensjahr noch häufig vorkommen. In solchen Fällen lohnt sich ein Gespräch mit dem Kinderarzt, der bei Bedarf eine Schlafstudie empfehlen kann.
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Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Nachtschreck und Alptraum?
Beim Nachtschreck schläft das Kind, obwohl es schreit. Es ist nicht ansprechbar und wacht danach nicht wirklich auf. Beim Alptraum wacht das Kind auf, ist desorientiert und kann oft erzählen, was es geträumt hat. Nachtschreck tritt im Tiefschlaf auf, Alpträume in der REM-Phase gegen Morgen.
Soll ich mein Kind wecken, wenn es einen Nachtschreck hat?
Nein. Wecken verlängert die Episode meist und macht das Kind zusätzlich desorientiert. Bleib neben dem Kind, sorge dafür, dass es sich nicht verletzt, und warte, bis die Episode von selbst endet. Das dauert in der Regel zwei bis zehn Minuten.
Ab welchem Alter kommen Nachtschrecke vor?
Am häufigsten zwischen drei und acht Jahren, wenn Kinder viel Tiefschlaf haben. Bis zur Pubertät verschwinden die meisten Nachtschrecke von selbst. Wenn Nachtschrecke sehr häufig auftreten oder das Kind sich dabei verletzt, sollte ein Kinderarzt konsultiert werden.
Erinnert sich mein Kind am nächsten Tag daran?
In der Regel nicht. Kinder haben während eines Nachtschreckens kein Bewusstsein und speichern die Episode nicht. Am nächsten Morgen ist das Kind erholt und hat keine Erinnerung. Das ist auch einer der Unterschiede zum Alptraum: Alpträume werden erinnert, Nachtschrecke nicht.
Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel wurde von der Kinwords-Redaktion verfasst und befindet sich derzeit in pädagogischer Review.
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