Kind uebernimmt keine Verantwortung: Was steckt dahinter und was hilft wirklich

7 Min. Lesezeit Kinwords Redaktion

Das war nicht ich. Das ist die Schuld von. Ich konnte nichts dafuer. Wenn Kinder immer auf andere zeigen, ist das frustrierend. Es ist aber selten Boswilligkeit. Meistens haben Kinder schlicht noch nicht gelernt, dass Handlungen und Folgen zusammenhaengen. Das ist etwas, das man ihnen beibringen kann.

Warum Kinder Verantwortung vermeiden

Schuld ist unangenehm. Kinder lernen frueh, dass Schuld Kritik, Strafe oder Enttaeuschung bedeutet. Wenn sie die Schuld weitergeben koennen, vermeiden sie dieses Unwohlsein. Das ist keine Luege aus Berechnung, sondern ein Schutzmechanismus.

Ein anderer Grund: Kinder, denen Eltern nach jedem Fehler sofort helfen und die Lage bereinigen, erleben nie, was Verantwortung bedeutet. Konsequenzen werden ihnen abgenommen, bevor sie wirken koennen.

Was hilft: Konsequenzen erleben lassen

Eigenverantwortung entsteht durch erlebte Konsequenzen, nicht durch Ermahnungen. Wenn ein Kind seine Hausaufgaben nicht macht und du das abends fuer es fertigmachst, lernt es: Es gibt keine Konsequenz fuer mein Verhalten. Die Eltern loesen es.

Wenn du das nicht machst und das Kind mit leeren Hausaufgaben in die Schule geht, erlebt es eine echte Konsequenz. Das tut kurz weh. Aber es ist der Lernmoment.

Konsequenzen muessen zu dem passen, was das Kind getan oder nicht getan hat. Sie sollen nicht bestrafen, sondern die naheliegende Folge sein.

Wie du Schuldfragen aus dem Gespraech heraushaelst

Wenn du anfaengst, Schuldfragen zu diskutieren, verlierst du das eigentliche Thema. Dreh die Frage um: nicht, wessen Schuld das war, sondern was jetzt zu tun ist. Das ist eine Haltung, die Kinder mit der Zeit uebernehmen, wenn sie sie regelmaessig erleben.

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Haeufige Fragen

Mein Kind schiebt immer auf andere. Wie komme ich da raus?

Fang an, Schuldfragen gar nicht mehr zu beantworten. Wenn das Kind sagt, die Schwester sei schuld, frag: Was haettest du anders machen koennen? Nicht als Anklage, sondern als echte Frage. Das Training liegt im Wiederholen dieser Frage, nicht im Aushandeln von Schuld.

Wie gebe ich Verantwortung ab, ohne dass alles schiefgeht?

Klein anfangen. Nicht mit Dingen, die wirklich schlimme Folgen haetten, wenn sie schiefgehen. Lass das Kind entscheiden, was es morgen fruehstueckt, welchen Weg es zur Schule nimmt, wann es mit dem Spielen aufhoert. Das sind sichere Felder, in denen Folgen lehrreich statt schaedlich sind.

Was mache ich, wenn mein Kind Konsequenzen ignoriert?

Pruefe, ob die Konsequenz wirklich spuerbar ist. Wenn das Kind sein Zimmer nicht aufraumt und du es dann selbst machst, gibt es keine Konsequenz. Die Konsequenz muss das Kind selbst erleben: das Suchen der Sachen, das Chaos, das Erklaeren mussen. Nur erlebte Konsequenzen veraendern Verhalten.

Ab wann koennen Kinder echte Verantwortung uebernehmen?

In kleinen Dingen ab drei Jahren. Ab sechs Jahren koennen Kinder regelmaessige kleine Pflichten tragen, zum Beispiel den Tisch abzuraeumen oder den Muell runterzubringen. Ab acht Jahren sind komplexere Aufgaben moeglich. Der Schluessel ist nicht das Alter, sondern ob die Aufgabe klar und die Erwartung realistisch ist.

Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel wurde von der Kinwords-Redaktion verfasst und ersetzt keine aerztliche oder therapeutische Beratung.

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