Ratgeber5 Min. LesezeitKinwords Redaktion

Kind trinkt zu wenig: So bringst du dein Kind spielerisch zum Trinken

Kurz gesagt: Viele Kinder trinken zeitweise wenig, weil sie im Spiel vertieft sind und ihr Durstsignal noch nicht so zuverlässig funktioniert wie bei Erwachsenen. Meist ist das kein Grund zur Sorge. Du hilfst deinem Kind am besten, indem du Trinken sichtbar und leicht erreichbar machst, feste Trinkrituale zu den Mahlzeiten einführst und Wasser mit Bechern, Strohhalmen oder wasserreichem Obst attraktiver machst. Zwang und Süßgetränke als Lockmittel schaden mehr, als sie helfen. Achte aber auf Zeichen von Austrocknung, besonders wenn dein Kind krank ist.

Wie viel sollte ein Kind trinken?

Als grobe Anhaltspunkte gelten für Kleinkinder etwa 600 bis 700 ml und für Schulkinder etwa 1 Liter am Tag aus Getränken. Dazu kommt Flüssigkeit über das Essen, denn Obst, Gemüse, Joghurt und Suppen enthalten viel Wasser. Die tatsächliche Menge hängt also nicht nur davon ab, was im Becher landet.

Diese Zahlen sind bewusst ungefähr. An heißen Tagen, beim Toben, beim Sport oder bei Fieber braucht dein Kind deutlich mehr. Sieh die Werte deshalb als Orientierung, nicht als feste Quote, die du täglich abhaken musst. Wenn du unsicher bist, welche Menge zu deinem Kind passt, ist deine Kinderärztin die richtige Ansprechpartnerin.

Woran du erkennst, dass es zu wenig ist

Du musst nicht jeden Schluck zählen. Verlässlicher sind Signale des Körpers. Ein deutliches Zeichen ist der Urin: Ist er dunkel und riecht stark oder muss dein Kind nur selten zur Toilette, hat es wahrscheinlich zu wenig getrunken. Heller, fast klarer Urin ist dagegen ein gutes Zeichen.

Weitere Hinweise sind trockene Lippen und ein trockener Mund, ungewöhnliche Müdigkeit, Kopfschmerzen oder eine plötzliche Quengeligkeit am Nachmittag. Einzeln sind diese Zeichen nicht dramatisch, aber wenn mehrere zusammenkommen, ist es Zeit, deinem Kind gezielt etwas zu trinken anzubieten.

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Warum Kinder das Trinken vergessen

Kinder trinken selten aus schlechtem Willen zu wenig. Sie sind oft so vertieft ins Spiel, ins Malen oder in den Sandkasten, dass sie schlicht nicht ans Trinken denken. Das Durstsignal ist bei Kindern zudem noch nicht so ausgeprägt und meldet sich später als bei Erwachsenen. Wenn dein Kind Durst spürt, ist der Körper oft schon knapp an Flüssigkeit.

Das bedeutet: Warten, bis dein Kind von selbst um etwas zu trinken bittet, funktioniert im Alltag nur schlecht. Es hilft mehr, das Trinken immer wieder sanft anzustoßen, ohne daraus einen Kampf zu machen. Dein Kind ist nicht bockig, es hat es einfach vergessen.

So bringst du dein Kind spielerisch zum Trinken

Der wirksamste Trick ist, Getränke sichtbar und erreichbar zu machen. Stell einen Becher oder eine Flasche dorthin, wo dein Kind gerade spielt, statt sie in der Küche stehen zu lassen. Was in Reichweite ist, wird viel eher getrunken. Feste kleine Trinkrituale helfen zusätzlich: ein Glas zu jeder Mahlzeit, nach dem Kindergarten, vor dem Zähneputzen.

Setze auf Wasser und ungesüßten Tee statt Saft, damit sich dein Kind nicht an süßen Geschmack gewöhnt. Lustige Becher, bunte Strohhalme oder eine Lieblingsflasche machen Trinken zum kleinen Vergnügen. Sei selbst Vorbild und trink sichtbar mit. Kleine Erinnerungen ganz ohne Zwang wirken gut, etwa „Komm, wir trinken beide einen großen Schluck“. Und wasserreiches Obst wie Melone, Gurke oder Beeren liefert nebenbei viel Flüssigkeit.

Zwei Dinge solltest du vermeiden. Zwing dein Kind nicht zum Austrinken, denn Druck macht das Trinken zum Streitthema und verschlechtert die Lage oft. Und nutze Süßgetränke nicht als Lockmittel, weil dein Kind sonst nur noch das Süße will und Wasser erst recht ablehnt.

Wann du zum Arzt solltest

Meist reicht es, das Trinken im Alltag geduldig anzustoßen. Bei Zeichen von Austrocknung solltest du aber handeln: sehr wenig oder dunkler Urin über längere Zeit, trockene Lippen und Mund, eingesunkene Augen, auffällige Müdigkeit oder Teilnahmslosigkeit. Dann gehört dein Kind zur Kinderärztin.

Besonders dringend ist es, wenn dein Kind krank ist. Bei Fieber, Erbrechen oder Durchfall verliert der Körper schnell viel Flüssigkeit, und ein kleines Kind kann dann rasch austrocknen. Zögere in diesem Fall nicht, ärztlichen Rat zu holen. Im Zweifel lieber einmal zu früh anrufen als zu spät.

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Häufige Fragen

Wie viel sollte mein Kind am Tag trinken?

Als grobe Richtwerte gelten für Kleinkinder etwa 600 bis 700 ml und für Schulkinder etwa 1 Liter aus Getränken, dazu kommt Flüssigkeit über das Essen wie Obst, Gemüse und Suppen. An heißen Tagen, beim Toben oder bei Fieber braucht dein Kind deutlich mehr. Das sind nur Anhaltspunkte, keine festen Grenzen. Für einen genauen Wert, der zu deinem Kind passt, frag am besten deine Kinderärztin.

Mein Kind mag kein Wasser. Darf ich Saft geben?

Am besten sind Wasser und ungesüßter Tee, weil sie den Durst löschen, ohne viel Zucker zu liefern. Saft ist keine gute Dauerlösung, weil er sehr süß ist und dein Kind sich daran gewöhnt, dass Trinken süß schmecken muss. Wenn du Saft gibst, dann stark mit Wasser verdünnt und nicht als ständiges Angebot. Oft hilft es mehr, Wasser attraktiver zu machen, etwa mit einer Scheibe Zitrone, ein paar Beeren oder einem lustigen Strohhalm.

Wann muss ich mit meinem Kind zum Arzt?

Geh zur Kinderärztin, wenn dein Kind Zeichen von Austrocknung zeigt: sehr wenig oder dunkler Urin, trockene Lippen und Mund, eingesunkene Augen, ungewöhnliche Müdigkeit oder Teilnahmslosigkeit. Besonders wichtig ist schnelles Handeln, wenn dein Kind krank ist und Fieber, Erbrechen oder Durchfall hat, denn dann verliert der Körper viel Flüssigkeit. Im Zweifel lieber einmal zu früh anrufen als zu spät.

Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel wurde von der Kinwords-Redaktion verfasst und befindet sich derzeit in kinderpsychologischer Review. Für konkrete psychotherapeutische Einschätzungen wende dich an eine Fachkraft.

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