Kind ist ständig krank: Woran es liegen kann und was du tun kannst
Kurz gesagt: Kinder unter sechs Jahren haben acht bis zwölf Infekte pro Jahr – das ist normal, das Immunsystem trainiert sich. Wachsam werden solltest du, wenn Infekte ungewöhnlich lang dauern, sich dein Kind dazwischen nicht erholt oder die Verläufe besonders schwer sind. Was wirklich stärkt, sind Schlaf, frische Luft, weniger Zucker und weniger Stress – nicht Präparate aus der Apotheke.
Gefühlt jede zweite Woche Fieber, Husten oder Bauchschmerzen. Dein Kind ist kaum gesund, da kommt schon das nächste. Du bist erschöpft, die Arbeit leidet, und du fragst dich, ob du etwas falsch machst oder ob das normal ist.
Beides stimmt ein bisschen.
Wie viele Infekte „normal“ sind
Kinder unter sechs Jahren bekommen im Schnitt acht bis zwölf Infekte pro Jahr. Das klingt viel, ist aber tatsächlich der Normalbereich. Das Immunsystem lernt durch Kontakt, und Kinder, die in Gruppen sind (Krippe, Kindergarten, Schule), haben besonders viel Kontakt.
Wenn dein Kind also ständig erkältet ist, aber sich zwischen den Infekten gut erholt, normal entwickelt und keine anderen Beschwerden hat, dann ist das Immunsystem nicht kaputt, sondern im Training.
Wann es kein normaler Infekt mehr ist
Auf einige Zeichen solltest du achten:
- Infekte dauern ungewöhnlich lang (mehr als zwei Wochen ohne Besserung).
- Dein Kind erholt sich zwischen Infekten nicht richtig, bleibt blass und schlapp.
- Es hat wiederholt Infekte an ungewöhnlichen Stellen: Lungenentzündung, schwere Ohrenentzündungen, Abszesse.
- Die Krankheiten verlaufen ungewöhnlich schwer, also immer sofort hohes Fieber, immer Antibiotika nötig.
Diese Muster solltest du mit der Kinderärztin besprechen.
Was das Immunsystem stärkt
- Ausreichend Schlaf. Das ist keine Floskel. Schlaf ist die wichtigste Reparaturzeit für das Immunsystem. Kinder unter Schlafentzug erkranken häufiger.
- Frische Luft, auch bei kühlem Wetter. Kinder werden nicht krank, weil sie draußen waren, sondern weil sie Kontakt mit Viren hatten. Draußen ist der Kontakt meistens geringer.
- Zucker reduzieren, nicht verbieten. Sehr zuckerreiche Ernährung belastet das Immunsystem nachweislich. Das heißt nicht null Süßes, aber eine ausgewogene Basis.
- Stress ernstnehmen. Kinder unter Dauerstress (Schule, Familie, soziale Konflikte) erkranken öfter. Manchmal steckt hinter häufigem Kranksein auch ein emotionaler Grund.
- Hände waschen. Klingt simpel, wirkt wirklich. Vor dem Essen, nach draußen, nach dem Klo.
Was keinen Effekt hat
Vitamin-Präparate, Immunbooster aus der Apotheke und spezielle Tees haben in der wissenschaftlichen Literatur kaum Wirksamkeit für Kinder mit einem normal funktionierenden Immunsystem. Sie schaden meistens nicht, helfen aber auch nicht.
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Kostenlose, anonyme Beratung
- Elterntelefon „Nummer gegen Kummer“: 0800-111 0 550
- Kinder- und Jugendtelefon: 116 111
Wann zum Arzt
Sofort, wenn dein Kind sehr hohes Fieber hat (über 40 Grad), wenn es Atemprobleme hat, wenn es nicht trinkt, oder wenn etwas einfach nicht stimmt und du dir Sorgen machst. Du kennst dein Kind. Vertrau deiner Einschätzung.
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Häufige Fragen
Wie viele Infekte pro Jahr sind bei Kindern normal?
Kinder unter sechs Jahren bekommen im Schnitt acht bis zwölf Infekte pro Jahr. Das klingt viel, ist aber der Normalbereich. Das Immunsystem lernt durch Kontakt, und Kinder in Krippe, Kindergarten oder Schule haben besonders viel davon.
Wann ist häufiges Kranksein nicht mehr normal?
Achte auf Warnzeichen: Infekte dauern länger als zwei Wochen ohne Besserung, dein Kind erholt sich dazwischen nicht und bleibt blass und schlapp, oder es hat wiederholt schwere Infekte an ungewöhnlichen Stellen. Solche Muster gehören zur Kinderärztin.
Was stärkt das Immunsystem meines Kindes wirklich?
Ausreichend Schlaf, frische Luft auch bei kühlem Wetter, weniger Zucker, weniger Dauerstress und regelmäßiges Händewaschen. Das sind die Dinge mit echtem Effekt, nicht teure Präparate.
Helfen Vitaminpräparate und Immunbooster gegen häufige Infekte?
Bei einem normal funktionierenden Immunsystem haben Vitamin-Präparate, Immunbooster aus der Apotheke und spezielle Tees kaum nachweisbare Wirkung. Sie schaden meist nicht, helfen aber auch nicht.
Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel wurde von der Kinwords-Redaktion verfasst und befindet sich derzeit in kinderpsychologischer Review. Für konkrete medizinische Einschätzungen wende dich an eine Kinderärztin oder einen Kinderarzt.
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