Kind will immer ins Elternbett: Wie Eltern sanft umgewöhnen

Kinwords Redaktion 5 Min. Lesezeit

Es ist zwei Uhr nachts und du hörst kleine Schritte auf dem Flur. Dein Kind steht vor dem Bett und schaut dich an. Du bist zu müde, um nein zu sagen. Also rückt ihr zusammen und das Kind schläft ein.

Das passiert in den meisten Familien irgendwann. In manchen bleibt es eine seltene Ausnahme. In anderen wird es zur Nacht-für-Nacht-Routine, bei der irgendwann allen der Schlaf fehlt.

Warum Kinder nachts zu den Eltern wollen

Kinder suchen die Nähe der Eltern, wenn sie aufwachen, aus mehreren Gründen. Angst ist einer davon, aber nicht der häufigste. Häufiger ist schlicht das Gegenteil von Angst: Gewohnheit und Komfort. Das Elternbett ist warm, riecht vertraut und bietet genau das, was das Kind beim Aufwachen in der Nacht sucht.

Kinder lernen Schlaf als Fähigkeit. Wer einschlafen kann, wenn eine bestimmte Bedingung erfüllt ist (z.B. Elternnähe), wacht nachts auf und braucht genau diese Bedingung wieder. Wenn das Elternbett von Anfang an die Einschlafsituation ist, wird es auch die Aufwach-Forderung in der Nacht.

Was hilft, wenn das Kind umgewöhnt werden soll

Schrittweise ist besser als schlagartig. Ein kompletter Abbruch ohne Vorbereitung führt meistens zu mehr Tränen und mehr Nächten ohne Schlaf als ein sanfter Übergang.

Ein funktionierender Ansatz: Klare Regeln tagsüber besprechen, in einem ruhigen Moment, nicht kurz vor dem Zubettgehen. "Ab jetzt schläfst du in deinem Bett. Wenn du wach wirst und Angst hast, kannst du rufen, und ich komme zu dir." Das gibt dem Kind eine Handlungsoption, anstatt einfach die Tür zu schließen.

Dann in der Nacht konsequent zurückbringen: kurz, freundlich, ohne lange Diskussion. "Du schläfst in deinem Bett. Ich bring dich zurück." Dann zurück ins eigene Bett. Die ersten Nächte sind anstrengend. Danach wird es meistens deutlich weniger.

Was Eltern nicht machen sollten

Die Uneinigkeit der Eltern ist der größte Gegner jeder Schlafgewohnheitsänderung. Wenn Mama zurückbringt und Papa das Kind bleiben lässt, lernt das Kind: Wenn ich lange genug warte, kommt der Richtige. Das verlängert den Prozess deutlich.

Ebenso: nicht in der Nacht erklären. Mitten in der Nacht ist nicht der Moment für eine Erziehungsdiskussion. Die Regel gilt, und das Kind weiß es bereits. In der Nacht wird nur gehandelt, erklärt wurde tagsüber.

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Häufige Fragen

Ab welchem Alter ist es ein Problem, wenn das Kind ins Elternbett kommt?

Es gibt kein Alter, ab dem es automatisch zum Problem wird. Was zählt: Ist es eine Ausnahme oder eine Nacht für Nacht unvermeidliche Routine? Schläft das Kind zuhause, aber auch bei Oma oder im Ferienlager gut alleine? Wenn ja, ist das Elternbett eine Gewohnheit, keine Notwendigkeit. Das ist lösbar. Wenn das Kind überall Schwierigkeiten hat, allein zu schlafen, ist das eine andere Frage.

Schadet Ko-Schlafen dem Kind?

Nein, grundsätzlich nicht. Ko-Schlafen ist in vielen Kulturen normal und kein Zeichen für falsche Erziehung. Was zählt, ist ob alle Beteiligten ausreichend Schlaf bekommen und ob das Kind die Fähigkeit entwickelt, auch allein zu schlafen. Beides ist möglich, auch wenn man gelegentlich gemeinsam schläft.

Wie entwöhne ich mein Kind, wenn es ins Elternbett kommen will?

Nicht über Nacht. Eine schrittweise Herangehensweise funktioniert besser als ein harter Schnitt. Zuerst klare Regeln, wann das Kind kommen darf (z.B. nur wenn es krank ist oder Albträume hatte). Dann eine Begleitung zurück ins eigene Bett, ohne langes Diskutieren in der Nacht. Dann ein Übergangsritual, das das Kind im eigenen Bett begleitet, z.B. eine kurze Geschichte oder ein Kuscheltier mit einer 'Aufgabe'.

Was machen wir, wenn das Kind einfach immer wieder kommt, egal was?

Konsequenz braucht Zeit. In der ersten Woche ist das Zurückbringen oft häufig und anstrengend. Nach zwei bis drei Wochen regelmäßiger Reaktion stabilisiert es sich meistens. Wichtig: Beide Elternteile reagieren gleich. Wenn der eine das Kind zurückbringt und der andere es bleiben lässt, lernt das Kind, dass es auf den Richtigen warten muss.

Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel wurde von der Kinwords-Redaktion verfasst und befindet sich derzeit in pädagogischer Review.

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