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Kind hat Albtraeume: Was tun, wenn Kinder nachts schreien

Kurz gesagt: Albtraeume gehoeren zur normalen Entwicklung und sind kein Zeichen, dass etwas ernsthaft falsch ist. In der Nacht kurz troesten, Licht anlassen, kein langes Erklaeren. Tagesuebers reden, wenn das Kind selbst anfaengt. Und wenn Albtraeume sehr haeufig werden oder das Kind tagsuebers aengstlich bleibt: Kinderarzt ansprechen.

Zwei Uhr nachts. Das Kind schreit. Man laeuft ins Zimmer und findet ein Kind, das aufrecht im Bett sitzt, Traenen auf den Wangen, aber noch nicht ganz wach. Oder es ist wach, klammert sich fest und will auf keinen Fall wieder einschlafen.

Albtraeume sind fuer kleine Kinder keine Kleinigkeit. Ihr Gehirn unterscheidet in dem Moment nicht zwischen dem Traum und der Wirklichkeit. Was sie erlebt haben, war fuer sie real.

Warum Kinder Albtraeume haben

Das schlafende Gehirn verarbeitet den Tag. Was ungeloest oder unverstanden bleibt, taucht manchmal als Traum auf, und bei Kindern ist vieles noch unverstanden. Neue Situationen, Streit mit einem Freund, ein beaengstigendes Bild aus dem Fernsehen, die Sorge vor einer Pruefung. Das Gehirn sortiert das nachts, und manchmal kommt dabei etwas Erschreckendes heraus.

Drei- bis sechsjaehrige Kinder sind am haeufigsfen betroffen, weil ihre Fantasie lebhaft ist, sie aber noch nicht gut zwischen real und erfunden unterscheiden koennen. Mit dem Schulalter lernen die meisten Kinder, Traeume als Traeume einzuordnen. Das macht sie nicht harmloser in der Nacht, aber leichter zu verarbeiten.

Albtraum oder Nachtschreck? Der Unterschied

Beim Albtraum wacht das Kind auf und kann danach oft beschreiben, was es getraumt hat. Es ist ansprechbar, sucht Kontakt, moechte Trost.

Beim Nachtschreck sitzt das Kind aufrecht, schaut mit offenen Augen, schreit oder weint, ist aber nicht wirklich wach und erinnert sich am naechsten Morgen an nichts. Nachtschreck ist ebenfalls normal und entsteht beim Uebergang zwischen Schlafphasen. Das Kind nicht wecken: Es wuerde desorientiert aufwachen, ohne zu verstehen, was passiert ist.

Wie man in der Nacht reagiert

Ruhig bleiben. Nicht mit Fragen ueberhaeufeln. Koerperliche Naehe zuerst: hinsetzen, Hand halten, Licht anlassen wenn das hilft. Dann kurz sagen: "Ich bin da. Du bist sicher. Es war nur ein Traum." Nicht mehr.

Kein langes Erklaeren in der Nacht, warum Traeume nicht real sind. Das Gehirn ist dafuer um zwei Uhr morgens nicht empfaenglich. Was das Kind braucht, ist das Gefuehl von Sicherheit, nicht eine Lektion.

Wenn das Kind nicht wieder einschlafen kann, kurz im Zimmer bleiben. Manche Kinder brauchen zehn Minuten, andere laenger. Ins Elternbett nehmen ist nicht automatisch falsch, aber wenn es zur Gewohnheit wird, kann es spaeter schwer sein, das zu aendern.

Tagesuebers: Reden ohne Druck

Am naechsten Tag, beim Fruehstueck oder beim Spielen, kann man das Thema kurz aufgreifen, wenn das Kind selbst anfaengt. "Du hast heute Nacht getraeumt. Magst du erzaehlen, was?" Wenn das Kind nicht will, nicht nachhaken. Manche Kinder wollen reden, andere lieber vergessen.

Was helfen kann: dem Kind einen Weg geben, das Erlebte zu verarbeiten. Malen, was im Traum war. Eine Geschichte erfinden, in der der boese Charakter am Ende verliert. Das gibt dem Kind Kontrolle ueber etwas, das sich unkontrollierbar angefuehlt hat.

Wann Albtraeume ein Zeichen sein koennen

Haeufige Albtraeume ueber mehrere Wochen, ein Kind, das tagsuebers aengstlich oder verklammert ist, oder Albtraeume nach einem belastenden Erlebnis: Das sind Anzeichen, dass man genauer hinschaut. Kein Grund zur Panik, aber ein Gespraech mit dem Kinderarzt ist dann sinnvoll.

Manchmal sind Albtraeume auch ein Spiegel: Das Kind verarbeitet etwas, das im Alltag nicht genug Raum hat. Ein Schulwechsel, Streit zwischen den Eltern, ein Verlust. Wenn man den Alltag anschaut und einen moeglichen Zusammenhang findet, ist das oft hilfreicher als das Symptom allein zu behandeln.

Haeufige Fragen

Ab welchem Alter haben Kinder Albtraeume?

Albtraeume koennen ab dem zweiten Lebensjahr auftreten, wenn die Fantasie lebhafter wird. Der Hoeupunkt liegt meistens zwischen drei und sechs Jahren, wenn Kinder viel verarbeiten und noch keinen sicheren Rahmen fuer das Unterscheiden von real und vorgestellt haben. Mit dem Schulalter werden Albtraeume bei den meisten seltener.

Sollte ich mein Kind nach einem Alptraum aufwecken?

Wenn das Kind schreit oder wimmert, aber scheinbar schlaeft (moeglicher Nachtschreck), lieber nicht wecken. Es koennte desorientiert und verwirrter werden. Wenn das Kind wach ist und weint, ruhig reden, troesten, kurz Licht anlassen. Kein langes Erklaeren in der Nacht, das verlaengert das Aufwachen. Kurze Bestaetigung genuegt: 'Ich bin da, es war ein Traum, du bist sicher.'

Mein Kind hat jeden Nacht denselben Alptraum. Was steckt dahinter?

Wiederkehrende Albtraeume zeigen oft, dass etwas im Wachleben nicht verarbeitet ist. Moegliche Ursachen: Stress in der Schule, ein Konflikt mit einem Freund, Veraenderungen zuhause, oder etwas, das das Kind gesehen oder gehoert hat. Tagesgespraeche ohne Druck helfen oft mehr als Nachforschungen. Wenn die Albtraeume monatelang bestehen und das Kind tagsuebers aengstlich wird, ist ein Gespraech mit dem Kinderarzt sinnvoll.

Kann Fernsehen oder Gaming Albtraeume ausloesen?

Ja, besonders bei juengeren Kindern unter acht Jahren. Was fuer Erwachsene harmlos wirkt, kann fuer ein Kind intensiv sein. Das gilt auch fuer Nachrichten, die nebenbei laufen. Bildschirmfreie Zeit vor dem Schlafen, mindestens 30 bis 60 Minuten, reduziert bei vielen Kindern die Haeufigkeit von Albtraeumen spuerbar.

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