Grosseltern verwoehnten das Kind: So findest du eine gemeinsame Linie
Oma gibt dem Kind Suesses, obwohl du es begrenzt. Opa erlaubt spaete Schlafenszeiten, obwohl du klar gesagt hast, wann Schlafenszeit ist. Und das Kind weiss das natuerlich und spielt es aus. So entsteht eine Situation, die Eltern und Grosseltern gleichermassen stresst.
Bevor man in ein Gespraech geht, lohnt eine ehrliche Frage: Was stört dich wirklich? Gelegentliches Verwöhnen ist Teil der Grosselternrolle und kein Problem. Wenn Grosseltern aktiv Regeln untergraben oder das Kind gegen die Eltern ausspielen, ist das etwas anderes.
Was wirklich schadet und was nicht
Mehr Suesssigkeiten bei Oma: normalerweise kein Problem. Kinder koennen zwischen Regeln in verschiedenen Kontexten unterscheiden. Sie wissen: Bei Oma geht das. Das ist sogar gut, weil es zeigt, dass Regeln situationsabhaengig sind.
Spaetere Schlafenszeiten beim Opa: ebenfalls kein grosses Problem, solange es die Ausnahme ist. Kinder kompensieren Schlafderfizite gut, wenn sie die Moeglichkeit haben.
Was tatsaechlich schaedlich ist: Wenn Grosseltern aktiv sagen, 'Deine Eltern sind zu streng' oder 'Das was Mama sagt, musst du hier nicht'. Das verwirrrt das Kind und untergrabt die elterliche Autoritaet. Und wenn das Kind lernt, Grosseltern gegen Eltern auszuspielen, ist das ein Problem, das sich aufschaukelt.
Das Gespraech: Wie es gelingt
Das Gespraech sollte stattfinden, wenn das Kind nicht dabei ist. Und es sollte konkret sein, nicht allgemein. Nicht: 'Du verwöhnst sie immer.' Sondern: 'Wenn Lena bei euch unbegrenzt Suesssigkeiten bekommt und wir das daheim begrenzen, entsteht ein Widerspruch, der fuer uns schwer zu managen ist.'
Grosseltern meinen es gut. Das ist wichtig zu behalten. Sie lieben das Kind und wollen ihm etwas Gutes tun. Wenn das Gespraech so beginnt, dass das anerkannt wird, ist die Chance groesser, dass etwas herauskommt.
Dann kommen die ein bis zwei wirklich wichtigen Punkte. Nicht eine Liste. Ein bis zwei Dinge, die unverzichtbar sind. Der Rest kann anders sein als zuhause.
Wenn das Gespraech nicht klappt
Manche Grosseltern aendern sich nicht. Sie sehen das als ihr Recht, und in mancher Hinsicht ist es das auch. Dann geht es darum, mit dem Kind zu reden: 'Bei Oma und Opa sind die Regeln anders. Das gilt nur dort.' Kinder, die das von klein auf erklaert bekommen, werden damit ueblicherweise gut fertig.
Und dann den Aufwand nicht uebertreiben. Wenn Grosseltern einmal pro Monat betreuen und dabei mehr Eis erlaubt ist als sonst, ist das kein Erziehungsproblem. Es ist Kindheit.
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Haeufige Fragen
Ist es schlimm, wenn Grosseltern das Kind verwöhnen?
Gelegentliches Verwöhnen schadet nicht. Kinder koennen zwischen verschiedenen Regeln in verschiedenen Kontexten unterscheiden. Problematisch wird es, wenn die Grosseltern aktiv Regeln der Eltern untergraben, das Kind gegen die Eltern ausspielen oder so viel Suesses geben, dass daheim kein normales Essen mehr moeglich ist.
Wie sage ich meinen Eltern, dass sie das Erziehen meines Kindes anders machen sollen?
Konkret und ohne Vorwurf. Nicht: 'Du verwoehnst sie immer.' Sondern: 'Wenn Lena bei euch unbegrenzt Suesses bekommt und wir das daheim begrenzen, entsteht ein Konflikt, der mir Sorgen macht.' Das beschreibt das Problem ohne Angriff und gibt den Grosseltern die Chance, zu reagieren, ohne in die Defensive zu gehen.
Meine Schwiegereltern erziehen komplett anders. Was tue ich?
Zuerst klare Prioritaeten setzen: Was ist wirklich wichtig und was ist nur anders? Andere Regeln fuer Schlafenszeiten beim Opa sind kein Problem. Andere Regeln bei Sicherheit oder koerperlicher Strafe schon. Fuer die wirklich wichtigen Dinge das Gespraech suchen, am besten zu zweit als Elternpaar, damit eine gemeinsame Front besteht.
Das Kind spielt mich gegen die Grosseltern aus. Wie damit umgehen?
Kinder testen Grenzen, wo es moeglich ist. Wenn das Kind lernt, dass 'Bei Oma und Opa darfst du das aber' ein wirksames Argument ist, wird es das Argument nutzen. Die beste Antwort ist ruhig und klar: 'Bei uns gilt das nicht.' Kein Streiten, kein Erklaeren. Und dann konsequent bleiben.
Soll ich die Grosseltern als Betreuung nutzen, wenn ich weiss, dass sie anders erziehen?
Das haengt davon ab, wie gross die Unterschiede sind. Grosseltern, die mehr Suesses geben und spaeter ins Bett schicken, sind kein Problem. Grosseltern, die Grenzen der Eltern aktiv untergraben oder das Kind verwirren, koennten langfristig Probleme bereiten. Wenn die Betreuungssituation keine Alternative hat, hilft ein offenes Gespraech ueber die wichtigsten Regeln besser als kein Gespraech.
Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel wurde von der Kinwords-Redaktion verfasst und befindet sich derzeit in kinderpsychologischer Review. Fuer konkrete Einschaetzungen wende dich an eine Fachkraft.
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