September 2026
Kinder in den Ferien beschäftigen ohne Bildschirm
Kurz gesagt: Kinder brauchen in den Ferien keine Vollbeschäftigung. Was sie brauchen, ist freie Zeit ohne Druck und gelegentliche echte Erlebnisse. Wer zu viel plant, erschöpft alle. Wer zu wenig bietet, landet im Bildschirmstreit.
Die Ferien beginnen. Nach zwei Tagen hängen alle am Bildschirm, die Stimmung ist gereizt, und du fragst dich, ob das wirklich Erholung ist. Das kennen viele Eltern.
Das Problem ist nicht, dass Kinder Ferien falsch verbringen. Das Problem ist oft, dass Ferien ohne Struktur für die meisten Kinder tatsächlich schwierig sind. Sie sind den Schulrhythmus gewöhnt und wissen nicht, was sie mit so viel offener Zeit anfangen sollen.
Was Kinder in den Ferien wirklich brauchen
Nicht Unterhaltung, sondern Erfahrungen. Kinder erinnern sich an Ferien durch Erlebnisse: ein Ausflug, den sie selbst gewählt haben, ein Projekt, das sie selbst gebaut haben, ein Moment, in dem sie etwas Neues konnten.
Das klingt nach Aufwand, muss es aber nicht sein. Ein Kuchen backen, den Keller aufräumen und dabei alte Schätze finden, mit dem Fahrrad wohin fahren, das man noch nicht kennt. Das sind Erlebnisse, die in Erinnerung bleiben.
Konkrete Ideen ohne großen Aufwand
Kreatives Bauen. Lego, Kartons, Klebeband, Papier. Kinder im Grundschulalter können damit stundenlang beschäftigt sein, wenn man sie in Ruhe lässt. Gib eine grobe Aufgabe: „Bau eine Stadt" oder „Bau etwas, das fliegt".
Kochen und backen. Kinder dürfen helfen, und viele wollen das auch. Zusammen kochen verbindet und gibt dem Tag Struktur. Das Ergebnis motiviert.
Draußen ohne Ziel. Kinder brauchen keinen Spielplatz, wenn sie die Freiheit haben zu entscheiden, wohin. Ein Bach, ein Wald, eine unbekannte Straße. Die Erkundung ist das Ziel.
Ein Ferienprojekt. Für ältere Kinder kann ein selbst gewähltes Projekt die Ferien strukturieren: eine App lernen, ein Tagebuch schreiben, ein Instrument üben, ein Video drehen. Das gibt Sinn.
Besuch und Besuchtsein. Großeltern, Freunde, Cousins. Soziale Zeit mit anderen ist für viele Kinder die beste Erholung.
Wie du Bildschirmstreit vermeidest
Klare Abmachungen am ersten Ferientag sind besser als tägliche Verhandlungen. Legt gemeinsam fest, wann Bildschirmzeit ist und wie viel. Das nimmt dem Thema den täglichen Konfliktstoff.
Bildschirmzeit ganz zu verbieten ist selten sinnvoll und meistens nicht haltbar. Ein realistisches Maß, das alle akzeptieren können, ist nachhaltiger als ein striktes Verbot, das immer wieder gebrochen wird.
Wenn das Kind am Bildschirm ist: lass es. Greif nicht in eine laufende Fernsehstunde ein und sag, jetzt sei genug. Das führt zum Streit. Kündige das Ende fünf Minuten vorher an.
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Häufige Fragen
Mein Kind sagt, ohne Bildschirm ist es langweilig. Was tue ich?
Das ist eine normale Reaktion am Anfang. Kinder brauchen etwas Zeit, bis sie auf Ideen kommen, die ohne externe Stimulation auskommen. Halte die erste Phase durch, ohne sofort einzuspringen. Nach einem bis zwei Tagen verändert sich das meistens.
Wie viel Bildschirmzeit in den Ferien ist okay?
Dafür gibt es keine universelle Antwort. Entscheidend ist, ob das Kind in der Lage ist, abzuschalten, wenn die Zeit vorbei ist, und ob es auch andere Aktivitäten genießt. Wenn Bildschirmzeit alle anderen Aktivitäten verdrängt, ist das ein Signal.
Sollen wir jeden Ferientag durchplanen?
Nein, und das wäre auch nicht sinnvoll. Kinder brauchen Struktur, aber auch freie Zeit ohne Programm. Ein Mix aus ein bis zwei geplanten Aktivitäten pro Woche und viel unverplantem Raum ist für die meisten Kinder das Richtige.
Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel wurde von der Kinwords-Redaktion verfasst und befindet sich derzeit in kinderpsychologischer Review. Für konkrete psychotherapeutische Einschätzungen wende dich an eine Fachkraft.
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