Ratgeber6 Min. LesezeitKinwords Redaktion

Durchschlafen beim Kind: Tipps und Schlafphasen verstehen

Kurz gesagt: Dass ein Kind nachts mehrmals wach wird, ist keine Störung, sondern gehört zum Schlaf dazu. Der Schlaf läuft in Zyklen ab und wird zwischendurch immer wieder ganz leicht. Ob dein Kind durchschläft, hängt vor allem davon ab, ob es allein wieder in den Schlaf findet. Diese Fähigkeit lässt sich mit einem festen Tagesrhythmus, einem ruhigen Abendritual und gleichbleibenden Reaktionen Schritt für Schritt aufbauen.

Wie kindlicher Schlaf wirklich abläuft

Schlaf ist kein durchgehender Zustand. Er verläuft in Zyklen von etwa 90 bis 120 Minuten, in denen sich tiefe und leichte Phasen abwechseln. Am Ende jedes Zyklus wird der Schlaf ganz flach, und in diesem Moment wacht jeder Mensch kurz auf, auch Erwachsene. Wir drehen uns um und schlafen sofort weiter, ohne uns am Morgen daran zu erinnern.

Kinder durchlaufen dieselben Zyklen, haben aber oft mehr leichte Phasen und wachen dadurch häufiger auf. Der Unterschied zum Erwachsenen liegt nicht im Aufwachen, sondern darin, dass viele Kinder noch nicht gelernt haben, sich selbst wieder zu beruhigen. Genau hier setzt jede Hilfe an.

Warum dein Kind nachts nach dir ruft

Häufig steckt eine sogenannte Einschlaf-Verknüpfung dahinter. Schläft dein Kind abends nur an deiner Brust, auf dem Arm oder mit deiner Hand ein, sucht es genau diese Bedingung, wenn es nachts kurz wach wird. Fehlt sie, kann es nicht allein weiterschlafen. Deshalb hilft es, wenn dein Kind schon abends möglichst wach und im eigenen Bett einschläft.

Daneben gibt es viele harmlose Auslöser: Hunger, Durst, eine volle Windel, Zahnen, ein Infekt oder zu warme Luft. Auch Entwicklungsschübe, aufregende Tage und Veränderungen wie ein Umzug lassen den Schlaf für eine Weile unruhiger werden. Meist beruhigt sich das von selbst, sobald wieder Alltag einkehrt.

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So hilfst du deinem Kind beim Durchschlafen

Der wirksamste Hebel ist der Tag. Feste Aufsteh- und Schlafenszeiten, Bewegung und Tageslicht am Vormittag sowie ein passender oder rechtzeitig verkürzter Mittagsschlaf stabilisieren den Rhythmus. Abends hilft ein immer gleiches Ritual, das den Körper auf die Nacht einstimmt.

Reagiere nachts ruhig und immer möglichst gleich: leise sprechen, eine Hand auf den Rücken, kein Licht, kein Gespräch, das Kind im Bett lassen. So lernt es Schritt für Schritt, allein zurück in den Schlaf zu finden. Hilfreich sind auch vertraute Anker wie ein Kuscheltier oder Nachtlicht, die auch dann bei deinem Kind bleiben, wenn du nicht im Zimmer bist.

Wann du genauer hinschauen solltest

Meist ist unruhiger Schlaf harmlos und wächst sich aus. Sprich aber mit der Kinderärztin, wenn dein Kind über Wochen sehr unruhig schläft, nachts stark schwitzt, schnarcht oder Atemaussetzer hat, tagsüber auffällig müde und gereizt ist oder über Schmerzen klagt.

Auch wenn das nächtliche Aufwachen plötzlich nach einem belastenden Erlebnis begonnen hat, lohnt ein Gespräch. Eine Fachkraft kann prüfen, ob eine körperliche Ursache oder eine seelische Belastung dahintersteckt, und nimmt so Druck von der ganzen Familie.

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Häufige Fragen

Ab wann sollte ein Kind durchschlafen?

Es gibt kein festes Alter. Viele Kinder schlafen erst im zweiten oder dritten Lebensjahr verlässlich durch, manche früher, manche später. „Durchschlafen" heißt fachlich, mehrere Stunden am Stück zu schlafen, nicht zwölf Stunden ohne jedes Aufwachen. Kurzes Wachwerden zwischen den Schlafphasen ist bei jedem Menschen normal.

Warum wacht mein Kind mehrmals pro Nacht auf?

Weil Schlaf in Zyklen von etwa 90 bis 120 Minuten verläuft und am Ende jedes Zyklus ganz leicht wird. In dieser Phase wacht jeder kurz auf. Kinder, die noch nicht gelernt haben, sich allein wieder zu beruhigen, rufen dann nach dir. Das ist keine Störung, sondern eine Fähigkeit, die sich erst entwickeln muss.

Sollte ich mein Kind nachts wecken, um Muster zu durchbrechen?

Nein, Wecken hilft nicht und stört den Rhythmus zusätzlich. Sinnvoller ist, tagsüber für einen festen Ablauf und ausreichend Bewegung zu sorgen und abends ein ruhiges Einschlafritual zu pflegen. So wird der Nachtschlaf mit der Zeit von selbst ruhiger.

Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel wurde von der Kinwords-Redaktion verfasst und befindet sich derzeit in kinderpsychologischer Review. Für konkrete psychotherapeutische Einschätzungen wende dich an eine Fachkraft.

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