Kind mit Asthma in der Schule: Was Eltern und Lehrer wissen müssen
Asthma ist die häufigste chronische Erkrankung bei Kindern in Deutschland. Gut eingestellt schränkt es den Schulalltag wenig ein. Aber die Schule muss wissen, was zu tun ist.
Die Schule richtig informieren
Das Wichtigste zuerst: Spreche aktiv mit dem Klassenlehrer, dem Schulsekretariat und der Sportlehrkraft. Asthma ist eine ernsthafte Erkrankung, deren Notfallmanagement alle kennen sollten, die tagsüber für das Kind verantwortlich sind.
Der Kinderarzt oder der behandelnde Lungenfacharzt kann einen schriftlichen Schulnotfallplan ausstellen. Dieser erklärt in einfacher Sprache, welche Medikamente das Kind hat, was im Anfall zu tun ist und wann der Notruf (112) gerufen werden muss. Hänge eine Kopie in der Schule auf, gib eine an die Lehrkraft und lege eine in die Schultasche des Kindes.
Medikamente in der Schule
Das Kind braucht seinen Notfallinhaler (meist Salbutamol) immer dabei, in der Schultasche oder einer Gürteltasche. In vielen Bundesländern dürfen Kinder ihr eigenes Asthma-Spray in der Schule benutzen, wenn die Schule darüber informiert ist und eine ärztliche Anweisung vorliegt.
Übt mit dem Kind, das Spray selbst richtig zu benutzen. Kinder ab dem Grundschulalter können das lernen. Das gibt ihnen Sicherheit und reduziert die Abhängigkeit davon, dass gerade eine Lehrkraft in der Nähe ist.
Auslöser kennen und reduzieren
Nicht jedes Kind reagiert auf dieselben Auslöser. Die häufigsten in der Schule:
Sport: ja, unbedingt
Sport ist bei gut eingestelltem Asthma nicht verboten, sondern empfohlen. Bewegung stärkt die Lungenmuskulatur und verbessert die Belastbarkeit. Kinder mit Asthma, die sich regelmäßig bewegen, haben im Schnitt weniger und leichtere Anfälle.
Befreiung vom Schulsport sollte die Ausnahme sein, nicht die Regel. Wenn das Kind bei bestimmten Belastungen zu Anfällen neigt, ist eine Anpassung des Sports sinnvoller als eine komplette Befreiung. Spreche darüber mit dem Sportlehrer und dem Arzt.
Kurz zusammengefasst
- 1.Schule informieren: Klassenlehrer, Sekretariat und Sportlehrkraft mit Notfallplan versorgen.
- 2.Notfallinhaler immer in der Schultasche; Kind ab Grundschulalter im Umgang üben.
- 3.Auslöser in der Schule kennen und soweit möglich reduzieren.
- 4.Sport ist erlaubt und sinnvoll; Befreiung nur in Ausnahmefällen.
Häufige Fragen
Darf mein Kind mit Asthma am Schulsport teilnehmen?
In der Regel ja, und das ist sogar sinnvoll. Regelmäßige Bewegung stärkt die Lunge und verbessert die Belastbarkeit. Wichtig ist, dass der Notfallinhaler (Salbutamol) beim Kind ist und die Sportlehrkraft weiß, wie er zu benutzen ist. Bei sehr starker körperlicher Belastung oder kalter Luft kann der Arzt auch vorbeugend einen Inhaler empfehlen.
Was soll das Kind beim Asthmaanfall tun?
Ruhig bleiben, aufrecht hinsetzen, nicht hinlegen. Den Bronchospasmus-Inhaler (meist Salbutamol) nehmen, 2 Hübe, und 10 bis 15 Minuten abwarten. Wenn die Symptome nach dem zweiten Einsatz nicht besser werden oder stark zunehmen: sofort Erwachsene rufen und den Notruf 112 wählen. Das Kind sollte das selbst wissen und üben.
Wie erkläre ich der Schule das Asthma meines Kindes?
Am besten schriftlich. Viele Kinderärzte und Pneumologen stellen auf Wunsch einen Schulnotfallplan aus, der erklärt, was zu tun ist, welche Medikamente das Kind hat und wann 112 gerufen werden muss. Diesen Plan gibt man dem Klassenlehrer, dem Schulsekretariat und der Sporthalle. Das schützt auch das Kind, wenn es sich nicht selbst helfen kann.
Welche Auslöser gibt es in der Schule?
Häufige Auslöser in der Schule sind: Kreide- und Schulbusstäube (selten heute), Schimmel in alten Schulgebäuden, starke Reinigungsmittel, Tierhaarallergien bei Tieren in der Klasse (z.B. Meerschweinchen), Pollenflug durch offene Fenster und intensive körperliche Belastung in der Kälte. Den Auslöser zu kennen hilft, ihn zu reduzieren.